Wegen neuer Tarifabschlüsse stiegen die Gebühren bei der Sing- und Musikschule Füssen

Musikunterricht in Füssen wird teurer

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Einstimmig wurde Bürgermeister Paul Iacob (rechts) für zwei weitere Jahre zum ersten Vorsitzenden des Vereins Sing- und Musikschule Füssen gewählt. Im Vorstandsteam bleiben auch Schatzmeisterin Alexandra Lobe-Dachauer (links) und Petra Linder aus der Verwaltung, die im Verein die Funktion als Schriftführerin ausübt. Dem bewährten Team als Erster gratulierte Schulleiter Robert Maul (hinten am Flügel).

Füssen – Tiefer in die Tasche greifen müssen die Eltern, deren Kinder an der Sing- und Musikschule Füssen ein Instrument lernen. Warum es hier zu einer Steigerung von drei bzw. zehn Prozent kam, war jetzt auch Thema bei der Jahreshaupversammlung im Konferenzraum von Füssen Tourismus und Marketing mit den Vertretern der beteiligten Kommunen.

Diese warfen auch einen Blick auf das Personal und die Schülerzahlen, die im Vergleich zum vorausgegangenen Geschäftsjahr fast gleich geblieben sind. Als Grund für die Mehrbelastung, die weiterhin auf die Eltern der Musikschüler zukommt, nannte die Musikschule hauptsächlich die neuen Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst. 

Die starke Gebührensteigerung vor allem für Schüler, die nicht aus Mitgliedskommunen nach Füssen kommen, wirft die Frage auf, ob sich den Musikunterricht derzeit nur noch ein exklusiver Kreis leisten kann. Schulleiter Robert Maul brachte die Position der Sing- und Musikschule, die selbst streng kalkulieren müsse, auf den Punkt: „Bayern geht es wirtschaftlich sehr gut, die Steuergelder fließen. Daher müsste – und könnte! – die staatliche Förderung für kommunale Kultureinrichtungen höher sein, um damit die Familien zu unterstützen.” 

Vereinsführung bestätigt

Ein eigenes Angebot, um Eltern von Musik liebenden Kindern zu entlasten, gibt es bereits in Füssen. Statt ein neues Instrument kaufen zu müssen, können sich Eltern ein Instrument von der Schule ausleihen. Zuletzt hatte beispielsweise der Füssener Geigenbaumeister Oliver Radke ein Instrument zur Verfügung gestellt. Einstimmig für zwei weitere Jahre gewählt, freut sich die Vereinsführung der Sing- und Musikschule Füssen unter dem Vorsitz von Füssens Bürgermeister Paul Iacob auf einen eher geruhsamen Ausklang 2018. 

Danach „werden sich unsere Aktivitäten nicht auf den Unterricht von 17 Lehrkräften für insgesamt 366 Schülerinnen und Schüler beschränken”, kündigte Maul an. Denn es werden zahlreiche öffentliche Vorspielen und Konzerten, verteilt aufs kommende Geschäftsjahr, stattfinden. Schauplätze sind dabei in erster Linie der Musiksaal am Kaiser-Maximilian-Platz und das Walderlebniszentrum (WEZ). Dort besuchten heuer viele aus nah und fern die sogenannte „Musikfibel”. Eine Gruppe reiste dafür sogar aus Buchloe an. 

„Ein leichtes Plus im zurückliegenden Geschäftsjahr” geht aus dem Kassenbericht von Alexandra Lobe-Dachauer hervor. „Anschaffungen haben wir ins neue Geschäftsjahr verlagert”, erklärte Lobe-Dachauer. Die Stadt Füssen mit den umliegenden Gemeinden Halblech, Hopferau, Lechbruck, Roßhaupten, Rückholz, Seeg und Schwangau sind Träger der Sing- und Musikschule Füssen e.V., die offenbar harmonisch miteinander das Geschäftsjahr gestalten.

 Per Akklamation fiel die Entlastung der Vorstandschaft einstimmig aus. Vorsitzender Iacob, der den Verein nunmehr seit zehn Jahren führt – sein Stellvertreter ist Stefan Rinke, Bürgermeister der Gemeinde Schwangau – dankte für die „immer sehr gute Unterstützung” durch die sieben umliegenden Kommunen. Dies ermögliche es Mädchen und Buben, ein Instrument ihrer Wahl zu erlernen. „Das ist etwas Schönes”, betonte Iacob. Wer musiziere, könne dadurch ein ganzes Leben lang „Erfüllung finden”. 

Prüfungen bestanden

Schulleiter Maul ergänzte hierzu: „Unsere Lehrkräfte mit der neuen Kollegin Nicole Schmidt für die Fächer Elementare Musikpädagogik und Querflöte, die auch in Pfronten ihr Instrument unterrichtet, geben wöchentlich 237 Stunden.”

Zudem lernen einige Schüler auch zwei Instrumente, so dass die Sing- und Musikschule zuletzt insgesamt 430 Fachbelegungen aufzuweisen hatte. Mit Blick auf die Schüler freute sich Maul, dass 35 Fachprüfungen in Theorie und Vorspiel erfolgreich bewältigt wurden. Dass die Veranstaltungen – von Klassikkonzerten bis hin zu den drei Musical-Pop-Abenden – hohes Niveau haben, lobte nicht nur Halblechs Bürgermeister Johann Gschwill. 

Vorsitzender Iacob regte daraufhin an, einen Jahresplan mit Überblick über das Angebot zu erstellen. „Das machen wir gerne”, ging Maul darauf ein. Dass sich die Lehrkräfte über ihren Fachunterricht hinaus für das ein oder andere Projekt zusammenschließen, dokumentiert beispielsweise eine gemeinsam gestaltete CD mit Liedern zum Weihnachtsfest.

cf

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