Bewegende Schicksale

Die Vorstellung des Buchs »Stehaufmenschen« lässt niemanden kalt

Dekan Franz Neuner mit Marianne Hengl
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Mit dem Interview, das Dekan Franz Neuner mit Marianne Hengl führt, erfahren die Zuhörer einige Einzelheiten, mit denen die Interviewpartnerin im täglichen Leben umzugehen hat.

Breitenwang – Einen beeindruckenden Abend erlebten die Zuhörer bei der Vorstellung des Buches „Stehaufmenschen“ im Veranstaltungszentrum Breitenwang. Verbunden war die Präsentation mit einem Interview zwischen der Co-Autorin Marianne Hengl des Buches und dem Breitenwanger Dekan Franz Neuner, einem seit vielen Jahren persönlichen Freund. 

Marianne Hengl ist Behindertenaktivistin und Obfrau des Vereins „RollOn Austria“. Sie wurde mit einer Gelenkversteifung an allen vier Gliedmaßen geboren und ist dadurch an ihren Rollstuhl gefesselt. Sie erzählte von ihrer Kindheit, als sie am Boden rutschend die Welt auf dem Bauernhof ihrer Familie entdeckte. Erst als sie mit fünf Jahren einen Rollstuhl bekam, bemerkte sie zum ersten Mal, was es heißt behindert zu sein, erinnerte sie sich.

Den Vorsatz, trotz ihrer schweren Behinderung ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen, hat sie mit Ehrgeiz und Fleiß in die Tat umgesetzt. „Viele Engel begleiten mich auf meinem Weg und lassen mich Herausforderungen, die täglich auf mich zukommen, leichter bewältigen“, sagte Hengl.

In dem vorgestellten Buch beschreibt die Journalistin und Mitautorin Brigitte Gogl, zuletzt Chefredakteurin des ORF Tirol, das Schicksal von siebzehn Menschen, wie sie sich aus den Abgründen des Lebens befreit und mühsam aufgerichtet haben. Ob Unfall, Krankheit, Probleme am Arbeitsplatz oder Schicksalsschläge in der Familie, die das Leben von einem Moment auf den anderen auf den Kopf stellen – all das wird eindrucksvoll geschildert.

So der Fall einer Studentin, die nach der Diagnose Lymphdrüsenkrebs wieder Lebensmut gefasst hat. Oder der eines Mannes, der nach seinen zehn Geschwistern auch den Sohn zu Grabe tragen muss, oder die Geschichte eines jungen Ehepaars, das nicht selbstständig vom Bett in seine Rollstühle kommt und trotzdem den Traum eines selbstbestimmten Lebens lebt. Es sind Porträts in diesem Buch zu finden, die vor allem Kraft und Hoffnung schenken wollen.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von Toni und Margit Knittel.

ed

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