"Vorstellungen von vorgestern"

Landrat Johann Fleschhut (dritter von links), Dr. Christian Alex (links) und Hubert Endhardt (zweiter von links) – beide Mitglied im Verwaltungsrat der Kreiskliniken Ostallgäu/Kaufbeuren – plädierten dafür das Ratsbegehren zu unterstützen. Gerda Bechteler, Vorsitzende des Krankenhaus- Fördervereins, hatte zum Info-Abend in den Füssener Kuppelsaal eingeladen. Foto: cf

Das „Ratsbegehren“ ist die Reaktion auf das durch eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufene Bürgerbegehren einer Protestgruppe, die den Austritt aus dem Kommunalunternehmen (KU) anstrebt. Gegen das Bürgerbegehren stemmt sich die von Landrat Johann Fleschhut und Verwaltungsräten angeführte Karawane, die vor kurzem auch in Füssen – im voll besetzten Kuppelsaal der Klinik - Station machte und dabei auf keine Gegnerschaft stieß.

Auf Einladung des Fördervereins des Füssener Krankenhauses erläuterten die Befürworter des Ratsbegehrens vor über hundert Besuchern – darunter Füssener Stadträte und Angestellte der Klinik – ihre Argumente, warum sie den KU-Erhalt für unabdingbar halten. Das Votum für den Fortbestand des KU habe für Füssen den Vorteil, dass die bereits verabschiedeten millionenschweren Baumaßnahmen – vor allem der neue Bettentrakt – tatsächlich auch vollzogen werden könnten. Allein auf sich gestellt, so Fleschhut, könne die Füssener Klinik die für dieses Haus mit 60er-Jahre Charme als unbedingt nötig eingestuften Schritte in die Zukunft nicht bewerkstelligen. „Vieles läuft hier schon oder es läuft auch vielversprechend an“, erklärte der Landrat. Wer das Bürgerbegehren unterstütze, habe dagegen „Vorstellungen von vorgestern.“ „Wer möchte schon den Rückschritt in die vergangenen Zeiten des Krankenhauswesens“, fragte Fleschhut rhetorisch. Der Verbund der Ostallgäuer Kreiskliniken mit Kaufbeuren funktioniere, waren sich die Referenten des Abends, an dem lange von Umstrukturierungen jeder Klink die Rede war, einig. An Fleschhuts Seite stehen, wie ihre Statements deutlich machten, Stellvertreter Hubert Endhardt (Grüne), Füssens Bürgermeister Paul Iacob, der Obergünzburger Rathauschef Lars Leveringhaus und nicht zuletzt auch Gerda Bechteler, die als Vorsitzende des Fördervereins jedoch an die Adresse der „Verbündeten“ deutlich zu verstehen gab, dass man in Füssen künftig „als Partner auf Augenhöhe“ gesehen werden wolle. Die Warnung vor dem KU-Austritt, der gleichbedeutend mit der Auflösung des Unternehmens sei, untermauerten die Experten. Die sprachen sich unter anderem auch mit dem Argument „Arbeitsplätze erhalten“ für das Ratsbegehren aus. Vehement trat Fleschhut „Gerüchten“ entgegen: Dass man „Füssen“ an einen Investor veräußert wolle, sei gelogen. „Nur gemeinsam kann im Ostallgäu die bestmögliche und dabei auch bezahlbare medizinische Versorgung gewährleistet werden.“

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