Gemeinde Nesselwang zeichnet Ehrenamtliche aus

"Eine große Ehre"

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Ausgezeichnet: Günther Wagner (v.l.), Bürgermeister Franz Erhart und Pfarrer Josef Hutzmann.

Nesselwang – In diesem Jahr war es die katholische Kirche, die zum Neujahrsempfang eingeladen hatte. Gastredner vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft war Prälaten Dr. Bertram Meier, Bischofsvikar, Domdekan und zuständig für die Ökumene im Bistum Ausgsburg.

„Prosit Neujahr – was soll uns dieses Wort sagen? Es möge gelingen. Oder der Gute Rutsch. Es ist der Wunsch nach einem guten Anfang“, so Bürgermeister Franz Erhart. Sein Wunsch sei es, gute Entscheidungen zum Wohle des Marktes für das neue Jahr zu treffen, damit Nesselwang ein lebendiger Ort bleibe, in dem sich alle wohl fühlen. Er wünschte allen Anwesenden und ihren Familien alles Gute, sowie den Neubürgern, des Wohnbaugebiets „Im Gern“, das er stellvertretend für alle Projekte des Marktes nannte, ein gutes Gelingen. 

Pfarrer Bernd Leumann von der katholischen Kirche dankte in seinem zweiten Amtsjahr in der Pfarreiengemeinschaft Nesselwang-Pfronten für die große Offenheit, die ihm von allen Seiten entgegengebracht werde. „Es ist eine schöne Erfahrung für mich“. „Pfarrer Waßmer und ich sind überzeugte Ökumeniker“, so der Geistliche im Hinblick auf die Ökumene in der Pfarrei und 500 Jahre Reformation. 

Er sei auch kein Anhänger von einer Hau-Ruck-Ökumene, denn das sei für die beiden Kirchen nur ein Bärendienst. „1949 war Ökumene noch von einer Erlaubnis der kirchlichen Behörden abhängig“, so Festredner Dr. Bertram Meier. 15 Jahre später wurden mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sanftere Töne angeschlagen.

 „Das erfüllt uns mit zutiefst empfundener Dankbarkeit“. In den vergangenen 50 Jahren sei in der Ökumene mehr erreicht worden, als in den 450 Jahren davor. Aber es gebe noch viele Streitfragen, die geklärt werden müssten. Er dankte den beiden Geistlichen Leumann und Waßmer für ihre harmonisches Miteinander. 

„Das, was uns verbindet, ist stärker, als das, was uns trennt“, zitierte Meier ein Papstwort. Ökumene sei keine Kür. „Ökumene ist Pflicht“, bekräftigte Meier. Die Geistlichen müssten in der Ökumene schauen, wie ihre Worte ankommen. Er nannte es ökumenische Empathie. 

Wichtiges Zeichen 

1999 sei in Augsburg mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre ein wichtiges Zeichen gesetzt worden. „Wir haben uns die Hand gereicht, und wir lassen sie, wir lassen uns nicht mehr los.“ Die Ökumene steht also nicht still, betonte der Domvikar weiter. 

Pfarrer Andreas Waßmer wünschte sich für dieses Jahr, die richtigen Worte zu finden. Auch im Bezug auf die gemeindliche Ökumene. Er richtete seinen Blick auch auf dieses besondere Jahr – auch im Rückblick auf das Jahr 1517 und 500 Jahre Reformation. „Aber ist das Beste, was ich mir wünsche, wirklich das Beste für mich?“ Seit 2005 gehört die Verleihung der „Goldenen Nessel“ an ehrenamtlich besonders tätige Nesselwanger zum Neujahrsempfang.

Am Freitag ehrte Erhart Günther Wagner vom FC Nesselwang und Pfarrer Josef Hutzmann. Wagner ist seit über 50 Jahren Mitglied im FCN, war aktiver Spieler und Spielführer, viele Jahre Vorstand, Betreuer und Trainer für die Jugend, Ehrenmitglied und war für die Pflege der Sportanlage zuständig. „Sein Name hat weit über die Gemeindegrenzen hinaus Gewicht“, so der Bürgermeister in seiner Laudatio. „Es ist ein schmeichelhafter Sieg für mich, eine große Ehre. Dafür sage ich Danke“, so der sichtlich gerührte Wagner, der vor allem seiner Frau dankte. „Ohne die ich das alles nicht hätte machen können“. 

"Der gute Geist"

„Er geht den Weg seiner Berufung weiter. Er ist der gute Geist im Heilig-Geist-Stift“, lobte Erhart Pfarrer Josef Hutzmann. Seit neun Jahren ist der Geistliche im Heilig-Geist-Stift. „Eigentlich verbringt er dort seinen Ruhestand. Aber fünf Mal die Woche liest er dort die Heilige Messe, hilft bei der Essensausgabe und unterstützt hilfsbedürftige Bewohnern beim Essen“, berichtete der Bürgermeister. „Er ist Taxi für die Heimbewohner und die indischen Schwestern, hat 24-Stunden-Rufbereitschaft für die Kranken und Sterbenden, ist immer erreichbar – auch für das Personal. Kurzum er ist die gute Seele im Heilig-Geist-Stift.“

Auch Hutzmann nahm sichtlich gerührt die Auszeichnung entgegen. „Es ist für mich kein Ehrenamt, es ist für mich Teil der Berufung. Und ich teile diese Auszeichnung mit allen, die im Heilig-Geist-Stift ehrenamtlich tätig sind“, sagte er. 

Für die musikalische Gestaltung des Neujahrsempfangs sorgte das Jazz-Trio Nesselwang. Tobias Allgaier am Klavier, Andreas Briechle am Saxophon und Michael Korn am Schlagzeug hatten sich zwar erst kurz vor dem Empfang zusammen gefunden, erhielten von den Gästen des Empfangs aber viel Lob und Beifall.

Herbert Hoellisch

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