Helmut Hornung referiert über den "Stern von Bethlehem - Fakt oder Fiktion?"

Das Geheimnis von Bethlehem

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Helmut Hornung (r.) beantwortet nach seinem Vortrag in der Füssener Orangerie Fragen zum Bethlehem-Stern.

Füssen – In der Stadtbibliothek Füssen sorgte Helmut Hornung jetzt mit seinem Vortrag „Der Stern von Bethlehem – Fakt oder Fiktion?“ für Spannung. Bis die zentrale Frage des „kosmischen Krimis aus biblischer Zeit“ eher wenig konkret beantwortet wurde, verwöhnte eine Geigerin das Publikum.

Die Musikerin Katharina Susanne Müller und den Spannung aufbauenden Wissenschaftsredakteur gab es im Doppelpack dank der „Leseagentur“, die ihren Sitz im Raum Weilheim hat. Wie der lange Beifall unterstrich, hatte Sabine Frey als Stadtbibliotheksleiterin mit diesem Veranstaltungsangebot ein gutes Händchen bewiesen. Anschaulich stellte der Redakteur und Sachbuchautor dar, dass durch volkstümliche Nachdichtungen „aus einer unbestimmten Anzahl von priesterlichen Sterndeutern auf dem vom Himmelsleuchten geführten Weg – von denen Evangelist Matthäus berichtet – exakt drei Heilige Könige geworden sind.“

Hornung versuchte vieles zurecht zu rücken, was über Jahrhunderte zur Legende wurde. Das Hauptinteresse des Vortrags war aber darauf gerichtet, ob tatsächlich ein Komet die Besucher aus dem Osten zur Krippe geführt hatte, wie es die gängigen Darstellungen nahe legen wollen.

War es eine Supernova?

 „Der Evangelist Matthäus erzählt von einem geheimnisvollen Stern, der vor 2000 Jahren weise Magier aus dem Morgenland zu einem Stall nach Palästina geführt haben soll“, stieg Hornung in seine Ausführungen ein. Wie keine andere Himmelserscheinung der Kulturgeschichte sei dieser Bethlehem-Stern zum Gegenstand der Wissenschaft geworden. „Der Stern von Bethlehem“, sagte Hornung, beschäftige weiter die menschliche Fantasie. War es eine Supernova irgendwo im Weltall? Oder ist die Geschichte nur erfunden? Ausgehend vom Matthäus-Evangelium war von Hornung zu hören, was Wissenschaftler über das Phänomen herausgefunden haben. Fotos und Computeranimationen ließen die Suche Hornungs nach Antworten lebendig wirken.

Nahendes Unheil 

Ein Komet sei in biblischer Zeit ein Zeichen für nahendes Unheil gewesen. Somit schied der Stern mit Schweif logischerweise aus. Es musste – sagte Hornung – ein völlig anderes Phänomen gewesen sein, dass „Männer aus dem Osten“ zum Aufbruch und eine längere Reise durch die Wüste animiert hatte.

Das Aufflammen eines hellen Sterns – eine Supernova – schloss er als Weihnachtsstern ebenfalls aus: Ein einzelner heller Planet, etwa die Venus, wäre zur damaligen Zeit laut Hornung „für keine außergewöhnliche Erscheinung“ gehalten worden. Aber was war es dann? „

Als weitere interessante Möglichkeit, um das Phänomen mit wissenschaftlichen Methoden aufzuklären, betrachten Forscher dagegen eine seltene Konstellation zweier Wandelsterne“, berichtete er. Zu jener Zeit, wie Hornung mit Hilfe eines Videos zeigte, zogen im Sternbild Fische die Planeten Jupiter und Saturn dreimal in den Monaten Mai, September und November eng aneinander vorbei. Eine solche „Große Konjunktion“ ereigne sich nachweislich nur alle 800 Jahre. „Die Fische waren das himmlische Pendant zum irdischen Palästina. Jupiter galt als Königstern und Saturn als Planet der Juden.“ Hornung weiter: „Die Priesterastrologen könnten das als Zeichen gedeutet haben, dass in Palästina ein König der Juden geboren worden ist.“

Aber, gab der Referent dem Publikum zu bedenken: „Der Stern von Bethlehem ist viel Fakt und nicht wenig Fiktion.“ Letztendlich bleibe er ein „Geheimnis des Glaubens“.

Chris Friedrich

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