Stadtrat segnet Entwurfs- und Zeitplan mit Kostenberechnung ab

W43: Umbau des Prinzregentenplatzes kann in Angriff genommen werden

Luitpoldkreisverkehr am Prinzregentenplatz in Füssen
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Damit am Luitpoldkreisverkehr der Verkehr künftig zügiger in Richtung Augsburger Straße und Sebastianstraße abfließen kann, werden im Zuge der Umbauarbeiten zwei Fahrstreifen vor dem Kreisel entstehen.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Den Entwurfs- und Zeitplan mit Kostenberechnung für den Umbau des Bahnhof-, Luitpold- und Augustenstraße sowie Prinzregentenplatzes hat jetzt der Stadtrat abgesegnet.

Der Bebauungsplan W43 ist rechtskräftig, die Pflastersteine sind ausgesucht. Und nun steht auch der Kosten- und Zeitplan für den Umbau der Bahnhof-, Luitpold- und Augustenstraße sowie des Prinzregentenplatzes: Um den Verkehrsfluss auf diesen neuralgischen Straßen zu verbessern, soll unter anderem der Luitpoldkreisverkehr ausgebaut werden.

Zwei Fahrspuren werden vor dem Kreisverkehr in Richtung Prinzregentenplatz entstehen, damit sich der Verkehr frühzeitig in die Linksabbiegerspur Richtung Augsburgerstraße und in die Geradeausspur Richtung Sebastianstraße einordnen kann (der Kreisbote berichtete). Dafür wird der Mitteldurchmesser des Kreisverkehrs reduziert, es werde jedoch eine begrünte Mittelinsel bleiben, erklärte der Experte vom beauftragten Büro Steinbacher Consult.

Provisorische Ampel wird fest installiert

Im Zuge der Arbeiten wird auch die provisorische Ampel in der Luitpoldstraße fest installiert und barrierefrei ausgebaut, so der Plan. Außerdem ist eine feste Polleranlage mit Ketten geplant, die die Fußgänger von der Bahnhofstraße dorthin leiten wird. In der Bahnhofstraße wird die geplante Bushaltestelle bis zur Tiefgaragen-Einfahrt zurückgeschoben, damit der Haupteingang des Luitpoldparkhotels frei bleibt und es dort keine Probleme mit dem Hoteldach gibt.

Ein Bushalt für Touristenbusse und ein Pkw-Stellplatz wird es künftig zudem in der Augustenstraße geben. Dort und in der südlichen Luitpoldstraße sei vor allem die Frostschutzschicht so schlecht, dass sie voll ausgebaut werden müssen, erklärte der Experte. Im besseren Zustand sind dagegen die Bahnhof- und die nördliche Luitpoldstraße sowie der Prinzregentenplatz. Hier reicht eine Sanierung.

Umbau in Abschnitten

Da es sich bei diesen beiden aber um Hauptdurchgangsstraßen handelt, ist bei den Umbauarbeiten Fingerspitzengefühl gefragt. „Wir wissen mit diesen ganz Einschränkungen umzugehen“, sagte Simon Fröhling von Steinbacher Consult. Es lasse sich aber trotzdem nicht vermeiden, dass es laut und staubig wird – und zu Behinderungen kommt. Denn für die Arbeiten müssen die betroffenen Straßen komplett gesperrt werden.

Um die zentralen, touristischen Bereiche möglichst wenig einzuschränken, werden die Bauarbeiten aufgeteilt. Läuft alles nach Plan, dann beginnen sie noch vor den Osterferien in der Bahnhofstraße. Danach folgt der nördliche Bereich des Kreisverkehrs, dann sein südlicher Bereich und der Prinzregentenplatz. „Wir werden den Prinzregentenplatz vor den Sommerferien abschließen“, kündigte Fröhling an. Während der Sommerferien, der touristischen Hochsaison, wird die Augustenstraße saniert, damit die Hauptverkehrsroute frei bleibt. Anschließend folgt die Luitpoldstraße. Ende Oktober soll schließlich alles fertig sein.

Hohe Förderung

Der gesamte Umbau inklusive Polleranlagen und Lehrrohrverlegung für Glasfaserkabel wird rund zwei Millionen Euro kosten. Die Stadt Füssen kann aber mit Geldern aus der GVFG-Förderung und der Städtebauförderung rechnen. Die Erfahrung zeige, dass Städte bei der GVFG mit einer 50- bis 60-prozentigen Förderung rechnen können. Die Städtebauförderung liege in der Regel über diesem Satz, so der Fachmann des Planungsbüros.

Diese Auskunft reichte Jürgen Doser (FWF), um die Pläne zu befürworten. Schließlich doktert die Stadt seit über zehn Jahren an diesem Projekt herum. „Wir müssen mal zu dem Punkt kommen, dass es weitergeht. Es sind so viele davon betroffen.“ Ganz seiner Meinung war Niko Schulte (FÜS-Land). „Wir haben unheimlich viele Sachen durchgespielt. Wir müssen das endlich mal nach fast 20 Jahren auf den Weg bringen.“ Auch die CSU-Fraktion begrüße das Projekt und spreche sich für eine zügige Umsetzung aus, sagte Fraktionsvorsitzender Peter Hartung.

Schutzstreifen für Fahrradfahrer?

Mit der Situation in der Luitpoldstraße war dagegen Dr. Martin Metzger (BfF) unzufrieden. „Radfahrer müssen zumindest auf der östlichen Seite geschützt werden. Dieses Problem müssen wir endlich abschaffen“, forderte er. Doch der Fachmann des Planungsbüros erteilte ihm eine Absage. Die Straße sei mit einer Breite von 6,5 Metern zu schmal, um einen separaten Schutzstreifen für Fahrradfahrer einzurichten. Diese Forderung trotzdem durchzusetzen hielt er gar für heikel und gefährlich. Metzger beharrte jedoch auf seinem Standpunkt und wollte schließlich einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung einreichen. Über diesen wird das Kommunalparlament voraussichtlich in seiner Sitzung am Dienstag, 13. Juli, diskutieren und entscheiden.

Kritik von der SPD

Überhaupt nicht einverstanden mit der Planung zeigte sich dagegen die SPD-Fraktion. Für sie ging diese Entwicklung hin zu einer „autogerechten“ Stadt in die falsche Richtung, betonte erneut Erich Nieberle. „Das ist nicht der Wurf in der Stadtentwicklung, den wir hätten machen können. Andere Städte haben das besser gemacht. Wir werden da nicht mitgehen“, betonte er. Nieberle und Ilona Deckwerth (SPD) stimmten deshalb gegen die Pläne, genau wie Wolfgang Bader und Anna-Verena Jahn von den Grünen. Die Mehrheit der Stadträte billigten jedoch den Entwurf, so dass die Stadtverwaltung nun die entsprechenden Förderanträge bei der Regierung von Schwaben einreichen kann. Anschließend werden die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben.

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