Wälder für Klimawandel rüsten

Ein klassisches Beispiel für die Notwendigkeit von Rückewegen. Hier am neuen Jagdbergweg hat der Wind einen Baum umgeworfen. Bislang konnte man dieses Holz nicht entnehmen, so Robert Berchtold (Mitte) und Revierförster Dietmar Prantl (rechts), der für den Wald bei Schwangau zuständig ist. Foto: gau

Die ersten Maßnahmen, um die Bergwälder fit für den Klimawandel zu machen, sind nun auch in der Gemeinde Schwangau abgeschlossen. Dort trafen sich kürzlich Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaften und Forsten gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde und der Waldkörperschaft, um sich ein Bild der neuen Wege zu machen.

Stellt man außer Frage, dass der Klimawandel kommt, müssen rechtzeitig geeignete Maßnahmen getroffen werden. Etwa im Bergwald, dieser soll weg von den vorherrschenden Monokulturen zu einem gesunden und widerstandsfähigen Mischwald umgebaut werden. Doch dazu müssen die Waldbauern auch in die Areale vordringen können. Erste Stufe hierzu ist das Anlegen von Rückewegen, von denen aus Windwurf und Holzernte zu den Forststraßen gebracht werden kann. Bislang gab es vorwiegend finanzielle Mittel nur für den Staatswald, so der Füssener Forstdirektor Robert Berchtold. Mit der Einführung des Klimaprogramms Bayern 2020 und der damit einhergehenden Bergwaldoffensive erhalten nun vor allem die Privat- und Körperschaftswälder eine Förderung, die noch die nächsten Jahre laufen soll. Allein im Ostallgäu wurden acht Projekte damit angegangen, so Berchtold, neben Halblech, Füssen und Pfronten auch die Wälder in Schwangau. Dort wurde drei Rückewege mit rund 155.000 Euro gebaut, wobei die Waldbesitzer knapp 31.000 Euro selber übernehmen mussten. Vor allem rund um den Jagdberg und am Zwirnkopf entstanden die drei Wege, die mit Kies aus dem Tristallbach nahe dem Adlerhorst in Schwangau gebaut wurden. Dafür hatte die Forstverwaltung die Vilser Erdbaufirma Triendl gewonnen, die, so wurde gelobt, mit viel Sachwissen und Spezialgerät die insgesamt 1270 Meter Wege am Berg anlegten. Während Forststraßen mit LKW befahrbar sind, sind die Rückewege nur für Schlepper geeignet, die mit kleine Hängern das Holz aus dem Wald fahren. Wie wichtig diese sind, die auch seitens des Naturschutzes begrüßt wurden, so Dietmar Prandl, Revierförster am Jagdberg, sah man etwa am neuen Jagdbergweg. Vor allem Wind- oder Schneewurfholz musste liegenbleiben, auch Schälschäden durch das Wild hatten den Wald hier beeinträchtigt. Einzige Möglichkeit der Holzbringung: mit dem Hubschrauber. Nun aber können die Waldbauern mit ihren Traktoren in den Wald vordringen und die notwendige Pflege, vor allem auch im Hinblick auf die Waldverjüngung, selbst vornehmen. Dabei hatte der Wegebau viel Staub aufgewirbelt, so Prantl, nutzte man doch die trockene Witterung des vergangenen Herbstes für den Bau. Die neuen Wege sind aber lediglich die Vorarbeit für die Bergwaldoffensive, die mit Beratung, gezielter Förderung und einem Bündel an Maßnahmen den Wald sanieren und verjüngen will.

Auch interessant

Meistgelesen

Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Die Freiheit eines Christen
Die Freiheit eines Christen

Kommentare