Das bäuerliche Erbe lebendig halten

Eindringlich warnt Diplom-Ingenieur Walter Hauser vom Bundesdenkmalamt Tirol vor „Luxussanierungen von historischer Bausubstanz“. Foto: ed

Roßhaupten – Dem Thema „Weiterbauen am Land" hat sich kürzlich eine Wanderausstellung im Dorfmuseum „Pfannerhaus“ in Roßhaupten gewidmet. Begleitend dazu referierte Diplom-Ingenieur Walter Hauser vom Bundesdenkmalamt Tirol. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verband „Auerbergland”.

Dabei ging es um den Verlust und Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft in den Alpen mit Schwerpunkt „Erhalt historischer Bausubstanz bei gleichzeitiger Modernisierung”. Der Vortrag verstand sich als Recherche über den Umgang mit dem bäuerlichen, kulturellen Erbe. In der Ausstellung, die nur eine Woche präsent war, wurden architektonische Musterprojekte – vom „sanft saniertem Bauernhof“ bis hin zum „entkernten Luxus Stall“ mit Bild und ausführlicher Beschreibung gezeigt. 

Seit nunmehr 20 Jahren steht die Entwicklung der Dörfer mit dem Ziel einer lebenswerten Heimat im Zentrum der interkommunalen Aktivitäten in den 13 Auerbergland-Gemeinden im Ostallgäu. Zusammen mit dem Bezirk Landeck führt der Verein Auerbergland ein Projekt durch, das sich unter anderem mit dem Erhalt von historischen Handwerkstechniken und der Erfolgskontrolle der bisherigen Dorferneuerung im Auerbergland befasst. Kerninhalt des vom EU Programm „Interreg“ geförderten Projekts ist die Weiterentwicklung und der lebendige Erhalt der vom Leerstand bedrohten Ortskerne bei den Projektpartnern. Um in diesem Bereich zu sensibilisieren, haben die Tiroler Projektpartner die Ausstellung „Weiterbauen am Land” entwickelt. 

Keine Photovoltaikanlagen auf historischen Bauten 

Hauser zeigte in seinem Vortrag auf, wie es gehen kann, das von den „Ahnen” Übergebene zu erhalten und in eine gute Zukunft zu führen. Das Ganze sei natürlich kein 08/15-Projekt, sondern müsse unter dem Aspekt „Auf Wiedersehen das Alte – Willkommen das Neue” gesehen werden. „Die Dörfer verlieren nach und nach den Charakter – und das tagtäglich", so Hauser. Die Architektur würde manipuliert und oft auch missbraucht. So entstehe unwiederbringlicher Verlust durch eine fragwürdige Erhaltung. Differenziert betrachtete er die Nutzung von Solarenergie. Sie sei eine wichtige Erfindung, „aber bitte nicht auf historischen Bauten”, so der Diplom-Ingenieur. Man wolle mit der Ausstellung und dem dazu erstellten Katalog den „Kosmos der Probleme” aufgreifen und den Betroffenen Vorschläge unterbreiten. ed

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Die Freiheit eines Christen
Die Freiheit eines Christen
Mehr Betten
Mehr Betten

Kommentare