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Warum eine Buchloer Ärztin trotz positivem Corona-Schnelltest arbeiten durfte

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Von: Kai Lorenz

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Krankenhaus Buchloe aus der Luft
In der Notaufnahme des Buchloer Krankenhaus musste eine Ärztin trotz positivem Corona-Test jetzt ihren Dienst weiter verrichten. © Klinikverbund Ostallgäu-Kaufbeuren

Buchloe - Eine Ärztin im Buchloer Krankenhaus wird vor Dienstbeginn positiv auf das Corona-Virus getestet. Warum sie trotzdem arbeiten durfte.

Was tun, wenn eine Ärztin in der Zentralen Notaufnahme am Abend ihren Dienst antreten will und dort beim obligatorischen Corona-Test positiv getestet wird? So geschehen im Krankenhaus in Buchloe. Eigentlich sollte sich die betroffene Person zu Hause in Quarantäne begeben. So sieht es das Infektionsschutzgesetz eigentlich vor (siehe Infokasten).

Nicht so bei einem Fall im Krankenhaus Buchloe, der sich Ende Januar ereignet hat. Dort blieb die Ärztin im Krankenhaus und verrichtete ihren Nachtdienst, wenngleich isoliert und nur als Back-Up, um Patientenakten zu bearbeiten oder Befunde freizugeben.

Der Kreisbote hat beim Klinikverbund Ostallgäu-Kaufbeuren nachgehakt, warum die Ärztin in der Klinik bleiben durfte.

Doch der Reihe nach: Besagte Ärztin wollte am 24. Januar ihre Nachtdienst in der zentralen Notaufnahme im Buchloer Krankenhaus antreten. Sie wurde dann bei der routinemäßigen Testung vor Dienstbeginn per Schnelltest positiv getestet. Auch der in solchen Fällen übliche zweite Schnelltest fiel positiv aus. Das bestätigte eine Kliniksprecherin dem Kreisbote.

Was tun bei einem positiven Schnell-Test?

Wer ein positives Ergebnis eines Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 erhält, muss möglichst alle Kontakte vermeiden und das sofort.

Wurde bei Ihnen durch Fachpersonal zum Beispiel in der Arztpraxis oder im Testzentrum ein PCR-Test oder ein Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus durchgeführt und Sie erhalten danach die Information, dass dieser Test positiv war, dann gilt:

•Sie sind verpflichtet, sich unverzüglich in Isolation zu begeben. Das Gesundheitsamt wird Sie kontaktieren, unterrichtet Sie über das weitere Vorgehen und trifft alle notwendigen Anordnungen.

•Was mache ich, wenn mein Selbsttest positiv ist?

•Auch wer daheim oder unterwegs einen Selbsttest auf das Coronavirus durchführt und dabei ein positives Ergebnis erhält, sollte sich sofort isolieren und Kontakte zu anderen Menschen so weit wie möglich vermeiden. Denn auch hier besteht der Verdacht, dass Sie hochansteckend sind.

Falls Sie den Test nicht zu Hause durchgeführt haben, begeben Sie sich auf direktem Weg in Ihre Wohnung. Achten Sie auch auf die Abstands- und Hygieneregeln.

Vereinbaren Sie umgehend über Ihren Hausarzt, oder den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Telefonnummer 116 117 einen PCR-Test, um das Ergebnis des Selbsttests zu bestätigen. Dort erhalten Sie auch alle Informationen zum weiteren Vorgehen.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Nach interner Rücksprache sei dann entschieden worden, die symptomfreie und vollständig geimpfte Person unter Maßgabe der im Krankenhaus etablierten Hygienemaßnahmen in einem Isolationszimmer als Back-Up für so genannte Konsilleistungen einzusetzen (Patientenakten bearbeiten und Bilder befunden). „Mögliche Patientenkontakte wären somit ausgeschlossen gewesen. Dieses Vorgehen ist konform mit dem Infektionsschutzgesetz“, teilte die Sprecherin der Klinik mit.

Doch was wäre gewesen, wenn an diesem Abend Notfälle ins Krankenhaus gekommen wären?

„Für den Fall, dass während der Nacht Patienten in der Not­aufnahme vorstellig geworden wären, wäre ein sich ebenfalls in der Klinik aufhaltender Oberarzt in die Notaufnahme gerufen worden“, erläuterte die Klinik-Sprecherin. Zudem hätte man zusätzlich auch noch auf den Hintergrunddienst, der sich ebenfalls in Buchloe aufhielt, zurückgreifen können. „Da es in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar jedoch zu keinen Patientenkontakten in unserer Notaufnahme kam, ist dies nicht nötig gewesen.“

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