Neubau in der "Hinteren Gasse": Landratsamt Ostallgäu soll noch einmal nachbessern

Neue Hoffnung bei Peresson

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Vor allem die Gestaltung der Fassade des geplanten Wohnhauses stören Magnus Peresson. Nun hat er sich deshalb ans Landratsamt gewandt.

Füssen – Als Hobby-Historiker und Vorsitzender des Vereins Alt-Füssen ist es Magnus Peresson gewohnt, in Archiven zu wühlen. Was er nun in den Akten des Füssener Bauamtes ausgegraben hat, dürfte ihm jedoch besonders gefallen haben.

In den Unterlagen zum „Füssener Loch“/Neubau in der Hinteren Gasse/Luitpoldstraße stieß er auf eine Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege (LfD), das das Bauprojekt in seiner damals geplanten Form rundheraus ablehnt. Peresson hat nun auf dieser Basis beim Landratsamt Ostallgäu beantragt die Baugenehmigung zu überarbeiten.

Wie Peresson vergangene Woche im Bauausschuss mitteilte, sei er beim Aktenstudium auf die Stellungnahme des LfD vom 15. Mai 2014 gestoßen. „Wenn das tatsächlich so gebaut wird, wie dort dargestellt, dann gibt es eine Katastrophe“, schimpfte er. Er habe daher beim Landratsamt Ostallgäu beantragt, das dieses sich für eine Überarbeitung des Bauantrages einsetze. Verwundert zeigte er sich auch darüber, dass seinerzeit eine Baugenehmigung erteilt wurde, obwohl das LfD nach eigenen Angaben zuvor nicht beteiligt worden sei.

Tatsächlich kritisierten die Fachleute vom LfD vor zwei Jahren das Bauvorhaben zwischen Luitpoldstraße und Hinterer Gasse heftig. Neben der Zerstörung des oberirdischen Teils der mittelalterlichen Stadtmauer durch den Abriss des vorherigen Gebäudes spreche schon die schiere Größe des Baukörpers sowie die Fassadengestaltung gegen ein Einfügen des Gebäudes in das Stadtbild. „Eine weitreichende Überarbeitung ist aus denkmalpflegerischer Sicht unbedingt erforderlich“, heißt es dazu.

Kritik an Fassaden 

Aus „denkmalpflegerischer Sicht“ müsste das Areal mit zwei giebelständigen Häusern bebaut werden. Außerdem forderten die Denkmalschützer seinerzeit, das nördliche Gebäude auf zwei Geschosse mit ausgebautem Dachgeschoss zu reduzieren, „um damit die nachgewiesene historische Höhenentwicklung des Straßenzuges aufzugreifen“. Vor allem aber forderte das LfD vor zwei Jahren eine andere Fassadengestaltung. „Sämtliche Fassaden sind aus denkmalpflegerischer Sicht als verputzte Lochfassaden mit einfachen, senkrechten Fensteröffnungen auszuführen, auf Rücksprünge wie Loggien oder ähnliches ist zu verzichten, ebenso auf großflächige Verglasungen wie sie etwa in den Giebeln vorgesehen sind“, heißt es in der Stellungnahme.

Solche Elemente seien völlig untypisch in der historischen Altstadt. „Sie stören das Erscheinungsbild des Ensembles massiv.“ Darüber hinaus wünschen sich die bayerischen Denkmalschützer, dass beide Gebäude jeweils eine Haustüre bekommen und die Erdgeschosszonen weniger Fenster.

Amt in der Pflicht?

 Peresson sieht sich dadurch in seiner jahrelangen Kritik an dem Bauvorhaben bestätigt. Er hofft nun auf ein Einlenken der Behörden und des Bauherren. Deshalb habe er sich ans Landratsamt in Marktoberdorf gewandt. „Für mich ist die Genehmigungsbehörde zuständig“, sagt er. Darüber hinaus fragt sich der Vorsitzende des Vereins Alt-Füssen, wieso das LfD seinerzeit beim Genehmigungsverfahren nicht einbezogen wurde.

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Bauamtsleiter Armin Angeringer erklärten vergangene Woche, dass die Stellungnahme der Denkmalbehörde erst nach der Erteilung der Baugenehmigung eingegangen sei. „Die Genehmigung ist in einem gewissen Widerspruch zu der Stellungnahme erteilt worden“, räumte Bauamtsleiter Angeringer im Bauausschuss ein.

Gespräche laufen 

Auf Nachfrage des Kreisboten bestätigte er dies. Nun müsse man schauen, was noch getan werden könne. „Die Feinabstimmung läuft gerade“, teilte er mit. „Es geht darum, Details zu klären.“ Dazu sei das Bauamt in Gesprächen mit den Planern des Projekts. „Ich würde nicht sagen, dass gar nichts möglich wäre“, sagte er. Viel hänge jetzt jedoch vom guten Willen des Bauherren und des Landratsamtes ab. Auch Bürgermeister Iacob sicherte Peresson im Bauausschuss zu, sich der Sache noch einmal anzunehmen.

 Bauherr Alfred Möst wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung zu dem Thema nicht mehr weiter äußern. Die Baugenehmigung stehe und sei mit der Unteren Denkmalschutzbehörde so abgestimmt worden. Dabei bleibe es.

Die Baubehörde im Landratsamt Ostallgäu war bis Redaktionsschluss dieser Kreisboten-Ausgabe für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Matthias Matz

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