15 Jahre für alle

Kehrt im beschaulichen Wasenmoos bei Füssen nun endlich Frieden ein? Foto: Archiv

Füssen – Im seit Jahrzehnten schwelenden Streit über Schwarzbauten im Wasenmoos vor den Toren Füssens könnte sich ein Ende anbahnen. Offenbar haben sich die Bewohner mit Landrat Johann Fleschhut auf eine Restnutzungszeit ihrer Häuser von 15 Jahren für alle geeinigt. 

 Ein Gespräch im Februar hat laut Schäfer den Durchbruch gebracht: Auch die Besitzer von Wochenend-Häusern dürfen ihre Bauten 15 Jahre lang stehen lassen. Entsprechende Einverständniserklärungen hätten sie unterschrieben. Für Fleschhut ist die Causa jedoch noch nicht unter Dach und Fach, denn einen Haken hat die Sache: Alle verbliebenen Hausbesitzer – laut Schäfer sind es 30 – müssen mitziehen. Weicht auch nur einer ab, sind die 15 Jahre null und nichtig. Die Verträge sollen Ende Juli verschickt werden, sie seien sehr kompliziert und „auf jeden Hausbesitzer individuell zugeschnitten“, begründete der Landrat die Verzögerung. Kommen tatsächlich alle Verträge unterschrieben zurück, dürfte sich das Schwarzbautenproblem bis 2026 erledigt haben – denn die Frist gilt ab 2011, als erstmals die öffentlich-rechtlichen Verträge angeboten wurden. Zwar seien die Einverständniserklärungen von allen unterzeichnet worden, aber neben der Nutzungsdauer regelt der Vertrag etwa auch das Maß der Instandhaltungen, die in den kommenden Jahren noch vorgenommen werden dürfen. Auch denen müssen die „Moosianer“ noch zustimmen. Weitere Bauwerke errichten dürfen sie aber nicht, „alles was einen Bauantrag erfordern würde,“ ist laut Fleschhut nicht mehr gestattet.

Was die Betroffenen um Hannes Schäfer, die zuletzt 20 Jahre gefordert hatten, zum Kompromiss bewogen haben dürfte, ist die Tatsache, das sie in erster Instanz vor Gericht gescheitert sind. Sind die Klagen in zweiter Instanz erst eröffnet, bestehe keine Chance mehr, unter den öffentlich-rechtlichen Vertrag zu schlüpfen, so Fleschhut. Vor dem Verwaltungsgericht „würde es doch nur zu einen Kompromiss kommen“, erklärte Schäfer gegenüber dem Kreisbote. Er freut sich nach eigenen Angaben vor allem darüber, dass Hauptwohnsitz- und Wochenendhäuschenbesitzer nun gleich behandelt werden. Er rechnet den Kompromisserfolg vor allem den beiden Füssener Stadträten Jürgen Doser (FW) und Dr. Hans Martin Beyer (CSU) an, die engagiert vermittelt hätten und dankt allen Stadträten, die die Wasenmoos-Bewohner unterstützt haben. Über Jahrzehnte hatten die Häuslebauer im Wasenmoos schwarz gebaut, auch nachdem durch das so genannte Rosenbauer-Moratorium in den Achtziger Jahren ein Baustopp galt. Doch auch die Behörden schliefen – eine Lösung wurde nicht erarbeitet. Vor einigen Jahren nun, schlug Landrat Johann Fleschhut den Wasenmoos-Bewohnern öffentlich-rechtliche Verträge vor, laut denen sie ihre Häuser nach 15 Jahren abreißen müssten, wenn sie dort leben. Für Wochenend-Nutzer galt eine Frist von zehn Jahren. Während alle „Hauptwohnsitzler“ die 15 Jahre mittlerweile akzeptiert haben, klagten mehrere Wochenendnutzer. Sie wollten zuletzt eine Nutzungsdauer von 20 Jahren durchsetzen, die auch der Petitions- ausschuss des bayerischen Landtags, der vor Ort war, empfohlen hatte.ps

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