Harald Vauk und die ÖDP: Zu unterschiedliche Ansichten

Harald Vauk will doch nicht Rathauschef von Füssen werden

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Harald Vauk

Füssen – Harald Vauk wird nun doch nicht als Bürgermeisterkandidat der ÖDP oder als ÖDP-Stadtratskandidat in die Kommunalwahl im kommenden März gehen. Interne Meinungsverschiedenheiten im ÖDP-Ortsverband Füssen-Altlandkreis haben dazu geführt, dass Vauk seine Kandidatur zurückgezogen hat.

Nicht davon betroffen ist allerdings seine Kandidatur auf Kreistagsebene. Offen ließ Vauk zudem, ob er mit einer anderen Gruppierung in die Kommunalwahl in Füssen gehen werde. Demnach laufen derzeit Gespräche. 

Als scharfer Kritiker von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und der Füssener Stadtverwaltung hat sich Harald Vauk mit seinen „Aktiven Bürgern Füssen“ in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen gebracht. Nachdem er bei der Kommunalwahl 2008 mit der FDP gescheitert war, wollte er im kommenden März einen erneuten Versuch starten. 

Dieses Mal mit der ÖDP – und als Bürgermeisterkandidat. Doch daraus wird nun nichts. Nachdem Vauk im Mai schwer erkrankt war, sei es ihm nicht mehr gelungen, eine „gut vorbereitete Kerntruppe“ für die Nominierungsliste zur Kommunalwahl 2020 aufzustellen, erklärte er auf Nachfrage des Kreisbote. „Stattdessen musste ich feststellen, dass sich während meiner krankheitsbedingten Abwesenheit unter einigen der Füssener ÖDP-Mitgliedern eine wenig zielführende Eigendynamik und ein Gerangel um die Spitzenplätze auf der Nominierungsliste entwickelt hatte“, so Vauk. 

Schlechte Vorbereitung?

Die Nominierung sei daraufhin in den November verschoben worden, um Mitglieder oder Kandidaten für die Nominierungsliste zu gewinnen. „Leider wurde die Zeit nicht genutzt, um sich so auf das Ehrenamt vorzubereiten, wie ich es von mir erwartet habe“, sagte der Stadtkritiker. „Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass es der Kerntruppe nicht mehr darauf ankam, mit einem gut vorbereiteten Programm ins Rathaus einzuziehen, sondern nur noch, wie man für Labinot Rexha den Listenplatz eins sichern könne.“ 

Zudem seien all seine Ideen als bloßes „Wahlkampfgeplänkel“ abgetan worden. Daneben gab es auch Unstimmigkeiten, was die Rechtsvorschriften bei der Nominierungsversammlung betraf. „Auch würde ich meinem Anspruch nicht gerecht werden, den ich an mich und die möglichen ÖDP-Stadträte stelle“, so Vauk. 

Deshalb zog er seine Kandidatur zurück und schlug vor, dass der ÖDP-Ortsverband keinen Wahlvorschlag einreichen, sondern wie auf Bayernebene außerparlamentarisch am kommunalpolitischen Geschehen teilnehmen sollte, um in sechs Jahren gestärkt in den Wahlkampf gehen zu können. 

Auch wenn Vauk selbst dann aus Altersgründen nicht mehr als Bürgermeister kandidieren darf. Doch dieser Vorschlag lehnten die Mitglieder mehrheitlich ab, so Vauk. 

ÖDP-Kreis- und Ortsvorsitzender Roland Brunhuber sieht die Sache dagegen etwas anders. „Herr Vauk war mit der Anzahl der Listenkandidaten und seinen Erfolgsaussichten nicht zufrieden“, erklärte er auf Nachfrage des Kreisbote. „Deshalb wurde bereits mehrmals die Nominierung verschoben. Letztendlich hat er für sich persönlich die Entscheidung getroffen nicht anzutreten.“ 

Und diesem Beispiel folgten auch einige von Vauks Bekannten, so Brunhuber. „Zudem sind durch einige Disharmonien im Vorfeld der Listenaufstellung Personen abgesprungen.“ Doch auch gerade wegen der zu erwartenden Kandidatur von Vauk seien einige nicht bereit gewesen, für die Liste der ÖDP zu kandidieren. „Die endgültige Absage von Herrn Vauk war leider zu spät platziert, dass wir hier nicht mehr reagieren konnten.“ 

Die Folge: Es kandidieren nur noch sieben ÖDP-Mitglieder für die Füssener Stadtratswahl. Auch einen Bürgermeisterkandidaten werde die ÖDP nach derzeitigen Plänen nicht aufstellen. 

Kein Bruch mit der ÖDP

Doch trotz aller Querelen hat Vauk nicht mit der ÖDP gebrochen. Von allen Parteien fühle er sich hier am wohlsten, so der Stadtkritiker – „auch wenn nicht immer alles so läuft, wie ich es mir wünschen würde. Aber das ist nun mal Demokratie.“ 

Deshalb werde er auch weiterhin auf der Liste der ÖDP für den Kreistag kandidieren. Zudem will er in den kommenden sechs Jahren mit der ÖDP und in Kooperation mit allen demokratischen Kräften in Füssen überparteilich als „APO-Opa“ am kommunalen Geschehen durch Bürgerbegehren, Bürgerwerkstätten und anderen Aktivitäten teilnehmen. 

Endgültig scheint er allerdings noch nicht das Handtuch für die Kommunalwahlen geworfen zu haben. Derzeit führe er nach eigenen Angaben Gespräche mit einer anderen Gruppierung. Welche das sei, könne er derzeit allerdings noch nicht sagen. Die AfD sei es aber nicht.

Katharina Knoll

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