"Es wird spannend bleiben" - Neuer Pächter gesucht

Kommt nach der Entscheidung zum Strandbad Weißensee nun ein Bürgerbegehren?

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Die Weißenseer Vereinsvertreter wollen nun beraten, wie sie weiter hinsichtlich der Zukunft des örtlichen Strandbades vorgehen wollen.

Füssen – Nach dem Stadtratsbeschluss vom Dienstagabend, weiter den Neubau des Weißenseer Strandbades zu planen, wollen die Vereine nun ihr weiteres Vorgehen beraten.

Die Stadtverwaltung hat derweil nach Informationen unserer Zeitung die Instandhaltungskosten für das bestehende Strandbad ermitteln lassen und will einen neuen Pächter suchen. Bereits unmittelbar nach der Sitzung am Dienstag (siehe eigener Bericht auf Seite 3 dieser Ausgabe) machte die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens gegen den Neubau des Strandbades durch die Weißenseer die Runde. 

Das wollten auf Nachfrage des Kreisbote zwar weder Ralph Söhnen vom Tourismusverein noch der Weißenseer Stadtrat Christian Schneider (Füssen-Land) bestätigen. Gleichwohl werde man sich aber zusammen setzen und das weitere Vorgehen diskutieren, hieß es. „Ich glaube nicht, dass die Weißenseer Ruhe geben werden“, sagte Söhnen am Mittwoch. „Es wird spannend bleiben!“ 

Schließlich gehe es um weitaus mehr als nur um die Frage eines Kiosk. „Hier geht es um eine städtebauliche Entwicklung!“ Seiner Ansicht nach hätten die Entwicklung des ehemaligen Gemeindehauses und des Strandbads in einem Guss erfolgen müssen. „Der Kiosk ist im Prinzip die Ortsmitte von Weißensee.“ Bis ein solches Konzept stehe, hätte der derzeitige Bestandsbau erhalten und von den Vereinen betrieben oder selbst verpachtet werden können, so der Wunsch des Vorsitzenden des örtlichen Tourismusvereins. 

Vom Ergebnis der Stadtratssitzung sei er enttäuscht, bekannte er. Gleichwohl habe er die Argumentation sowohl der Gegner als auch der Befürworter des Antrags zum Stopp des Neubaus als „sehr sachlich“ empfunden. 

„Geflasht“ vom großen Rückhalt in der Weißenseer Bevölkerung und deren Unterstützung war am Mittwoch nach eigenen Angaben Christian Schneider, Stadtrat aus Weißensee und als Vorsitzender der Musikkapelle Motor des Widerstandes. „Die Stadträte, die sich gegen den Antrag ausgesprochen haben, stellen sich meines Erachtens gegen die Vereine“, sagte er im Gespräch mit dem Kreisbote. Er betonte, dass die Vereine und Bürger keinen Neubau auf der Liegewiese wollen. Stattdessen sollten die bestehenden Gebäude erhalten und der Betrieb verpachtet werden. 

Pächter wird gesucht

Kritik übte er an der „Stimmungsmache im Vorfeld“. Vor allem gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit, den der mögliche Investor zuvor in einer E-Mail an Stadträte laut Schneider erhoben haben soll, wehre er sich, betonte er. Auch andere Stadträte hatten am Dienstag das Niveau besagter E-Mail kritisiert. Unterdessen hat die Stadtverwaltung offenbar die Instandhaltungskosten für den Bestandsbau durch die beiden Architekten Andreas Harbich und Alexander Beck untersuchen lassen. 

Nach Informationen des Kreisbote sollen die Ergebnisse am Dienstagabend im nichtöffentlichen Teil vorgestellt worden sein. Demnach könne vieles in Eigenleistung gemacht werden, sodass wohl nicht mehr als maximal 20.000 Euro investiert werden müssten. Gleichzeitig soll sich das Gremium auf Eckdaten für einen neuen Pachtvertrag für dieses Jahr verständigt haben. „Es ist klar, dass der Betrieb im Sommer stattfinden muss“, so ein Beteiligter. Deshalb solle schon bald per Ausschreibungs-Annonce ein Pächter für diese Saison gesucht werden. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht erreichbar.

Matthias Matz

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