Mehr Solidarität

Weltladen in Füssen und Pfronten unterstützt Kaffeebauer in Nicaragua

Weltladen Solawi
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Mit selbstgenähte Upcycling-Taschen aus Kaffeeverpackungen sammelt der Weltladen zusätzliche Spenden für das Projekt. Kassenführerin Andrea Bär (links) übergibt Jens Klein im Anschluss an die Projektvorstellung zur Freude von Dr. Ina Schicker den Betrag.

Füssen/Pfronten – Ein Solidarisches Landwirtschaftsprojekt (SoLaWi) will die Produzenten und den Kaffeeanbau in Nicaragua in den Mittelpunkt rücken. Jetzt stellte das Team des Weltladens das Projekt den Besuchern am Brotmarkt vor. Darunter waren auch Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU), Theresa Neumann von der Stadtverwaltung und Dritter Bürgermeister Wolfgang Bader (Grüne).

Die Idee der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) will einen Gegenentwurf zur herkömmlichen Kaffeeproduktion sein. Über die Genossenschaft Café Chavalo ist es den Weltläden Iller-Lech gelungen, direkten Kontakt mit 15 Kaffeebauern aus dem Naturreservat Miraflor in Nicaragua aufzubauen. Die Läden haben sich im Vorfeld sogenannte Ernteanteile gesichert.

Als Abnehmer treten sie hierbei mit einer vierteljährlichen Vorfinanzierung in Vorleistung, somit können die Produzenten mit regelmäßigen Einnahmen – vergleichbar mit einem Gehalt – und der vollständigen Abnahme ihres Kaffees rechnen. Der große Unterschied: Die Kaffeebauern legen im Vorfeld selbst fest, was sie an Geld benötigen, um ihre familiäre Existenz zu sichern, ihre Kinder zu schützen und ihr Land nachhaltig bearbeiten und für die Zukunft erhalten zu können.

Das Projekt unterstütze dadurch nicht nur eine zukunftsfähige Landwirtschaft und die Existenzsicherung kleiner Betriebe, sondern will zugleich einen Beitrag für Klima, Artenvielfalt und Naturschutz leisten. Die Projektpartner erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte, das kann mal etwas mehr oder auch weniger sein. „Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern können auf respektvolle, risikoarme und vor allem langjährige Handelsbeziehungen bauen”, erklärte Dr. Ina Schicker, Koordinatorin der Weltläden Iller-Lech. „Wir werden als Anteilnehmer Teil der Produktion und tragen auch das Risiko von möglichen Schwierigkeiten gemeinsam mit ihnen.“ Denn partnerschaftlich werde erstmals auch das Risiko von möglichen Ernteeinbußen oder -ausfällen gemeinsam getragen.

Vielfalt in Bio-Qualität

Die Anteilnehmer bekommen mit dem „WIR.Kaffee” Kaffeevielfalt in Bio-Qualität und haben durch kleine Videobotschaften und per E-Mail direkten Einblick und Kontakt zu den Menschen, den Anbaugebieten und der Situation auf den Hochlandplantagen.

Die erfahrenen Kleinbauern bauen bereits seit 1990 im Einklang mit der Natur auf einer durchschnittlichen Höhe von 1250 Metern ihren Kaffee an. Darunter finden sich verschiedene Arabica-Bohnen wie Caturra, Tipici, Catuai und Pacamara. In der Tasse landet schließlich ein Gourmetkaffee mit mittlerer Süße und einer feinen nussig-schokoladigen Note. Die erste gemeinsame Ernte wird jetzt zur Monatsmitte in den Läden, darunter auch die in Füssen und Pfronten, erwartet.

Dann kann jeder durch den Kauf des „WIR.Kaffees” Teil dieser gelebten Solidarität werden. Feinschmeckern wird der Nicaragua-Kaffee in 250 g Päckchen in den Sorten Espresso oder Kaffee angeboten. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, ganze Ernteanteile (vier Kilo) zu erwerben und so selber SoLaWi-Teilnehmer zu werden und den „eigenen“ Kaffee zu genießen. In dieser Form dürfte das Projekt insbesondere auch für die Gastronomie oder größere Firmen interessant sein.

Weitere Infos dazu gibt es in den beteiligten Läden. „Wir stehen jetzt erst am Anfang. Natürlich wollen wir noch weitere Kaffeebauern in die SoLaWi bringen, das kommt darauf an, wie viele Ernteanteile wir mit der Zeit vermitteln können“, so Jens Klein, Mitinitiator des „WIR.Kaffee”.

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