Bauausschuss kritisiert Antrag zur Erweiterung von Bettenhaus

"Das ist eine Absteige"

+
Das Bettenhaus in der Augustenstraße steht bereits. Wie sich die Parkplatzsituation vor Ort gestaltet, will sich der Bauausschuss erst vor Ort anschauen, bevor er eine Entscheidung fällt.

Füssen – „Das ist nicht das, was wir für den Tourismus wollen“, kommentierte Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) am Dienstag im Bauausschuss den Tekturantrag eines Bauwerbers für sein geplantes Bettenhaus in der Augustenstraße.

Dieser will statt der genehmigten zwölf Zimmern mit 29 Betten, jetzt 13 Zimmer mit insgesamt 37 Betten errichten. Auch die meisten anderen Stadträte kritisierten den Antrag. Manche fühlten sich sogar hintergangen. Eigentlich stand an der Stelle einmal ein Wohnhaus, jetzt soll dort ein Bettenhaus hin, erklärte Iacob. Entsprechend eng geht es zu. Bereits im ersten Entwurf gab es Probleme mit den Stellplätzen. 

Die waren damals zwar in ausreichender Zahl vorhanden, aber zu kurz (der Kreisbote berichtete). Jetzt kann der Bauwerber fünf auf dem eigenen Grundstück und zwei auf dem Nachbargrundstück nachweisen. Mit seinem Tekturantrag will er nun aber noch ein Wäschelager anbauen, wodurch ein Parkplatz wegfällt. Gleichzeitig braucht er durch das zusätzliche Zimmer aber einen weiteren Stellplatz, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. Er muss also zwei zusätzliche Parkplätze nachweisen. Einen hat er bereits abgelöst, der zweite fehlt. 

Ein weiteres Problem ergibt sich bei der Zufahrt. Die ist durch die Augustenstraße möglich. Doch weil Lieferanten des Hotels Schlosskrone diese oft blockieren, so der Bauwerber, müsse er über die Schießhausgasse zu seinem Gebäude gelangen können. Doch diese Gasse hat die Stadt einst als Rad- und Fußweg gewidmet. Nur die Gäste des Hotels Schlosskrone dürfen ein kurzes Stück befahren, um zur Tiefgarage des Hotels zu gelangen – ein Zugeständnis, das die Stadt damals dem Hotel gewährt hat, so Angeringer. 

Doch das soll nicht allgemein gültig werden. Anders sieht das der Bauwerber. Der argumentiert laut Angeringer, dass ein anderer Anwohner früher auch die Schießhausgasse befahren durfte. Ein Tor zur Gasse zeige dies. Der schriftliche Beweis sei jedoch verloren gegangen. Doch anscheinend nicht nur dort. Denn auch „die Stadtverwaltung hat nichts schriftliches gefunden“, so der Bauamtsleiter. 

Als „obskure Argumentation“, bezeichnete das Dr. Martin Metzger (BFF). Hier werde ein „Verwirrspiel“ betrieben, damit die Stadträte dem Antrag zustimmen. „Wir müssen uns nicht auf Dinge einlassen, die nicht schriftlich nachgewiesen sind“. Auch Magnus Peresson (UBL) sah das so. „Wir müssen dem einen Riegel vorschieben.“ Sonst kommen andere Anwohner, die ebenfalls diese Gasse befahren wollen. Doch dafür seien hier zu viele Fußgänger und Radler unterwegs. 

Anderer Meinung war jedoch Dr. Christoph Böhm (CSU). Man sollte hier „alle gleich behandeln“. Außerdem zeige das Tor, dass man dort früher durchfahren durfte. Stärker störte Dr. Anni Derday (FW) jedoch der Ausbau der Betten. „Das ist für mich ein typischer Fall, in möglichst wenig Raum möglichst viele Betten reinzupferchen. Das ist nicht das, was wir im Tourismus anstreben“. Auch die Ablöse von Stellplätzen in der Hotellerie sah sie kritisch. Das sollte eigentlich verboten werden, meinte sie. 

Auch der Rathauschef war von dem Tekturantrag nicht begeistert. „Das ist eine Absteige, die mit einem Hostel nichts mehr zu tun hat“, meinte Iacob. Zudem fühlte sich Michael Schmück (CSU) vom Bauwerber hintergangen. Der wusste schließlich schon beim ersten Antrag, dass er ein Wäschelager brauche, so Schmück. Mit diesem Schachzug habe er sich „Stück für Stück reingemogelt“ in die Genehmigung. So überlegte sich das Gremium den Antrag ganz abzulehnen. Schließlich seien nicht genug Parkplätze vorhanden. Die könnten zwar abgelöst werden, so Angeringer. Das sei jedoch eine „Ermessensentscheidung“. 

Doch so weit wollte die Räte dann doch nicht gehen. Einstimmig beschlossen sie, sich erst vor Ort die Parkplatzsituation anzuschauen bevor sie eine Entscheidung fällen.

Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Spezieller Jahrgang macht den Direktor stolz
Spezieller Jahrgang macht den Direktor stolz
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro

Kommentare