Weniger Einsätze für die Bergwacht

Wenig Schnee und die Corona-Krise sorgen für ein ruhigeres Jahr bei der Pfrontener Bergwacht

Einsatzkräfte der Bergwacht Pfronten üben den Ernstfall an der Breitenbergbahn.
+
Übungen zusammen mit der Breitenbergbahn gehören zum A und O der Bergretter.

Pfronten – Da der Skibetrieb in der Saison 2020 wegen des Schneemangels nur an einzelnen Tagen möglich war, musste die Bergwacht Pfronten nicht einen einzigen klassischen Skifahrer-Einsatz zu absolvieren. „Das gab es noch nie“, berichtete jetzt Bereitschaftsleiter Franz Dopfer in der Mitgliederversammlung. Diese fand aufgrund der aktuellen Corona-Beschränkungen allerdings online statt.

Ohnehin mussten die Pfrontener Bergretter im vergangenen Jahr weit weniger häufig ausrücken als gewöhnlich: insgesamt 53 Einsätze im vergangenen Jahr stehen 77 in 2019 gegenüber. Neben dem Wetter war es vor allem die Corona-Krise, die der Bergwacht dabei in die Karten spielte: fast alle Sportveranstaltungen, die die Bergwachtler sonst betreuen, fielen 2020 aus. Unter den Einsätzen gab es auch keinen, der direkt mit Corona zu tun hatte, berichtete Bereitschaftsleiter Dopfer.

Der Bereitschaftsleiter begrüßt seine Bergwachtkameraden zur Mitgliederversammlung heuer aufgrund der Corona-Beschränkungen zu Hause vor dem Handy oder Computer. Aktuell hat die Bergwacht 72 Mitglieder. Davon sind 39 Aktive Einsatzkräfte, elf Anwärter und 22 Inaktive. Aufgrund der letztjährigen Einschränkungen konnten auch nur fünf Versammlungen abgehalten werden.

Dopfer erinnerte daran, dass am 16. März 2020 der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Davon betroffen war auch die Bergwacht. Da eine Eskalation der Lage drohte, wurde ein Krisenstab eingerichtet und einsatzfähige Bergwachtler mussten gemeldet werden. Zu Beginn waren kaum Masken und Schutzkleidung für die Einsatzkräfte verfügbar. Es musste auch für die Bergwacht ein Hygiene-Konzepte erstellt werden. Außerdem musste der Übungsbetrieb zeitweise eingestellt und viele interne Veranstaltungen wie das Grillfest, das Vereinsschießen, das Bergwachtklettern und die Ehrungsfeier abgesagt werden.

Trotz allen Einschränkungen, freute sich Dopfer, dass der Depot-Umbau fertiggestellt werden konnte, ein neuer Ofen in der Bergwachthütte eingebaut wurde und eine Ausstellung am Bahnhof in Pfronten-Ried eingerichtet werden konnte.

Kaum Übungen

Übungsleiter Michael Trenkle erläutert den Ausbildungsbericht von 2020 und erläuterterichte, dass nur fünf Ausbildungstermine abgehalten werden konnten. Durch den Katastrophenfall war zeitweise kein oder ein nur eingeschränkter Übungsbetrieb möglich.

Trotzdem besuchten die Pfrontener doch einige Aus- und Weiterbildungen in der Region Allgäu. Dabei waren vor allem die Anwärter sehr aktiv und erfolgreich, blickte Trenkle zurück. Er freut sich auf die Übungen im kommenden Jahr und hofft auf eine Besserung der aktuellen Lage mit weniger Einschränkungen.

Bei den anschließenden Neuwahlen legte Alois Zweng sein langjähriges Amt als Revisor nieder und Martin Haslach gab den Posten des 1. Stellvertreters ab. Dopfer dankt beiden für ihre Arbeit und Engagement in den vergangenen Jahren. Zu Haslachs Nachfolger wählten die Stimmberechtigten Sascha Zein.

kb

Der Vorstand:

Bereitschaftsleiter: Franz Dopfer

1. Stellvertreter: Sascha Zein

2. Stellvertreter: Christof Trenkle

Kassier: Sabrina Haslach

Ausbildung: Michael Trenkle und Xaver Schäfer

Technik: Luis Huber und Klaus Rehle

Medizin: Christoph Mayer

Öffentlichkeitsarbeit: Leni Trenkle und Andrea Böck

Hüttenwart: Markus Scheerschmitt

Funk: Werner Münchenbach

Schriftführer: Christoph Angerer

Einsatz: Roger Filleböck

Naturschutz: Willi Kiechle

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenzen nähern sich der 100er-Grenze
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenzen nähern sich der 100er-Grenze
Riskantes Überholmanöver: Minifahrerin bedrängt Mofafahrer beim Abbiegen
Riskantes Überholmanöver: Minifahrerin bedrängt Mofafahrer beim Abbiegen
Stadt Füssen plant neuen Parkplatz vor Hopfen - BUND kündigt Widerstand an
Stadt Füssen plant neuen Parkplatz vor Hopfen - BUND kündigt Widerstand an
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30

Kommentare