Kriminalität im südlichen Ostallgäu

Im Fokus der Einbrecher

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Stark angestiegen ist 2016 die Zahl der Wohnungseinbrüche, machte Edmund Martin, Chef der Polizeiinspektion Füssen, bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2016 für das südliche Ostallgäu bekannt.

Füssen – „Keine Insel der Glückseligkeit“ ist Füssen in puncto Kriminalität, erklärte jetzt Edmund Martin, Chef der Polizeiinspektion Füssen.

Zusammen mit dem Ermittlungsbeamten Hansjörg Schneidberger und Thomas Zeidler von der Pfronten Polizei stellte er die Kriminalitätsstatistik 2016 für das südliche Ostallgäu vor. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Gesamtzahl der kriminellen Straftaten aber von 1902 auf 1828 „etwas zurückgegangen“, unterstrich Martin. „Bei der Aufklärung sind wir sensationell gut.“ 

„Bei uns gibt es alles“, sagte Martin. Damit meinte er, dass im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Füssen, wozu auch die Polizeistelle Pfronten gehört, neben Diebstahldelikten und Straßenkriminalität unter anderem auch Sexualstraftaten konstatiert wurden.

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Gesamtzahl der kriminellen Straftaten allerdings von 1902 auf 1828 „etwas zurückgegangen“, unterstrich Martin. Das liege vor allem daran, dass 2016 viel weniger Flüchtlinge am Grenztunnel oder in der Ziegelwies aufgegriffen wurden als 2015. Deshalb ging auch die Aufklärungsquote von 75 auf 69 Prozent zurück. Denn jeder aufgegriffene Illegale stelle ein gelöster Fall dar. 

Trotzdem: „Bei der Aufklärung sind wir sensationell gut“, sagte Martin. 

Osteuropäische Banden

In diesem Zusammenhang lobte der Polizeichef seinen Kollegen Schneidberger ganz besonders. Dieser lobte vor allem mit Blick auf die starke Zunahme von Wohnungseinbrüchen im vergangenen Jahr (24 im Vergleich zu acht in 2015), dass die Bürger in diesem Punkt „sensibler geworden“ seien und der Polizei schneller „ungewöhnliche Vorkommnisse“ melden würden. 

Wohnungseinbrüche stellten aber ein erhebliches Problem dar, das zunimmt. Dabei werde der Betroffene nicht nur materiell geschädigt. Ein Einbruch bedeute immer auch „eine wahnsinnige psychologische Belastung“ für die Geschädigten, sagte Martin. Werde dabei doch jedes Mal „ein privater, intimer Bereich massiv gestört“. Dabei gehe es oft „ruckzuck“.

 Demzufolge benötigten die Einbrecher, die häufig aus Osteuropa stammen und bandenmäßig organisiert sind, meist nur ein paar Minuten, um in erster Linie „Bargeld und Schmuck“ zu stehlen, wie Schneidberger unterstrich. Von den 24 Wohnungseinbrüchen 2016 in Füssen seien jedoch immerhin 54,2 Prozent geklärt worden, machten Martin, Zeidler und Schneidberger klar. 

„Auffallend steigend“ sind laut Martin 2016 auch die Fälle von einfachem Diebstahl (von 322 in 2015 auf 380 in 2016), Widerstand gegen Polizeikräfte (keine in 2015; vier in 2016) sowie Sexualdelikten (von sieben in 2015 auf 18 in 2016) gewesen. 

Dabei habe es mehrere Missbrauchsfälle gegeben, wobei allerdings „keine Vergewaltigung im öffentlichen Raum“ vorgekommen sei, wie Martin feststellte. Dabei beschäftige die Polizei zunehmend „Vergewaltigungen, die keine waren“, so Schneidberger. Im Laufe der Ermittlungen stelle sich in diesen Fällen heraus, dass der Vorfall komplett erfunden oder der Geschlechtsverkehr einvernehmlich war. Das Motiv: Angst vor dem Freund oder der Familie, so Zeidler. 

Zugenommen haben auch die Rauschgiftdelikte (von 110 in 2015 auf 153 in 2016), was vor allem auf verstärkte Kontrollen zurückzuführen sei, und Gewaltdelikte (von 53 auf 62). Beim besonders schweren Diebstahl seien die Zahlen dagegen stark zurückgegangen. Mussten die Beamten 2015 noch 172 Fälle bearbeiten, waren es 2016 nur noch 136 Fälle. Insgesamt ermittelten die Beamten 1017 Tatverdächtige. 

Davon waren 797 Männer und 220 Frauen. 35 Prozent davon waren Ausländer. Dass dieser Anteil so hoch ist, liege aber vor allem daran, dass die Gegend eine Touristenregion sei. 

Leute sensibilisieren

Unisono machten Martin, Zeidler und Schneidberger klar, dass sich bei einer Aufklärungsquote von 69 Prozent „unser Ergebnis sehen lassen“ könne. Martin merkte allerdings auch an, dass die Arbeitsbelastung der Polizei „sicherlich sehr hoch“ sei. 

Schließlich sei man „eine bürgernahe Polizei“. Das solle auch in Zukunft so bleiben, versicherte der Füssener Polizeichef, der eine „Stärkung des Sicherheitsgefühls durch noch mehr polizeiliche Präsenz im öffentlichen Raum“ versprach. Dabei werde man unter anderem zunehmend „ganzheitliche Verkehrskontrollen“ durchführen und die Bevölkerung „durch gezielte Präventionsmaßnahmen“ zu sensibilisieren versuchen.

lex

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