Wenn "Kichererbsen" und "Bauschutt" sporteln

Die Kinder zeigen viel Fantasie bei der Namensgebung: Mit als erstes Team waren die „Kichererbsen“ (rechts) in den Klosterhof zur Eröffnung gekommen. Foto: cf

Die „Kichererbsen“ sind sportlich fit. Sie gehörten zu den ersten an den „22. Füssener Sporttagen“ teilnehmenden Teams mit insgesamt 518 (Nachwuchs-)Sportlerinnen und Sportlern, deren Delegationen mit Kapitänen am vergangenen Donnerstag in den Klosterhof einmarschierten. Hier sorgte DJ Blöscher für rhythmische Unterhaltung, bis das große Gewitter zurück kam und alle überraschte.

Gerade noch hatten die Mannschaften auf den vom „Sportstudio-Team“ aufgestellten Bierbänken Platz genommen und Füssens Bürgermeister Paul Iacob setzte zu seiner Begrüßungsrede an, da war es auch schon mit der Gemütlichkeit vorbei. Der auf die Köpfe und Schirme prasselnde Regen führte zur Flucht unters schützende Klosterdach, wo die Auslosung stattfinden konnte. Die Teilnehmer sind inzwischen seit sechs Tagen am Start: „Schwimmen“ und damit die Halbzeit im Sechs-Kampf liegt hinter ihnen. Junge und jung gebliebene Leute aus der Region messen sich in der Mannschafts- und Einzelolympiade in unterschiedlichen Disziplinen, wobei hier nicht die Siege, sondern eindeutig der gemeinsame Spaß und die Begegnungen im Mittelpunkt der „Füssener Spiele“ stehen solle, wie auch der Sportbeauftragte Markus Gmeiner es sieht. Im Team allerdings will man dann zumindest nicht die rote Laterne feiern müssen, wenn am kommenden Samstag die mehrstündige Siegerehrung im Festzelt beim Sportstudio über die Bühne geht und danach die lange „Players Night“ mit DJ Tomix steigt. Etwas Ehrgeiz ist immer dabei: auch beim ältesten Teilnehmer: der 73-jährige Siegfried Ellmauer, der zu den Füssener Sporttagen gehört wie die „Mis Amigas“ oder das legendäre „Team Bauschutt“, stieg als einer der ersten ins Ruderboot. Gut wie stets gekleidet - nicht in einem Dress trat er erneut als Olympionike an. In der Gruppe der 13 Einzelkämpfer war Thomas Arnold eine besonders auffällige Erscheinung: seinen weißen Bademantel streifte er auf dem Forggensee erst kurz vor dem Start Richtung Bananeninsel ab und legte danach mit Power mächtig los. Bekanntlich ist die erste Disziplin bei der Einzelolympiade immer das Rudern. Hier ließ Thomas Arnold Worten Taten folgen. „5,50. Das ist bisher die beste Zeit“, gab der neue Rennleiter Jörg Ferdinand am von Zuschauern bevölkerten Bootshafen bekannt. Gestoppt hatte diese gute Zeit einmal mehr Sabine Schneider. „Ich wollte unter sechs Minuten bleiben“, so Thomas Arnold, der sich feiern ließ. Reaktiviert hatte sich Margit Muche, die „nach einer langen Pause“ mutig in den Mehrkampf einstieg und dabei auf drei motivierte Konkurrentinnen traf. Am Sonntag um 9 Uhr erfolgte schon der Anpfiff des Fußballturniers der Männer. Eine Stunde später begannen im Weidach auch die Frauen zu kicken. Im Kleinfeld ging es auf dem TSG-Platz für insgesamt 20 Männer-Mannschaften, die auf vier Gruppen verteilt waren, um den Einzug ins Viertelfinale. Dieses Ziel strebten auch die „Mis Amigas“ in ihrer Gruppe an. Es gab reichlich Frauenfußball: elf Teams in drei Gruppen. Unter der Spielleitung von Werner Hoffmann trafen oft gleichstarke Mannschaften der Männer aufeinander. Im Endspiel hatte Team Bauschutt gegen Armin`s Sporthäusle mit 1:0 die Nase vorn. Torschütze: Matthias Günes. Ebenfalls mit 1:0 setzte sich bei den Frauen das Team Rookies gegen Bogans durch. Schon beim Fieseln einen Tag zuvor hatte das Publikum viel Spaß. Die „Young Stars“ holten sich im Endspiel mit einem 2:1 gegen „Kaschperltheater“ den Turniersieg. Begeistert von den Spielen auf dem Asphaltplatz war die Füssenerin Marlis Adam, die nach insgesamt 20 Sporttage-Teilnahmen jetzt die passive der aktiven Rolle vorzieht.

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