Wenn der "letzte Ritter" einmarschiert

Die historischen Festumzüge ließen am letzten Augustwochenende die Ära des Kaisers Maximilian I. in der Füssener Altstadt aufleben. Dann zogen unter anderem Edelleute, Ritter, Landsknechte und Handwerker durch die Straßen und historische Gruppen aus der Region bauten ihre Zelte beim sogenannten Lagerleben im Baumgarten auf. Fotos: ab

Zahlreich strömten am Samstag und Sonntag Touristen wie Einheimische in die Altstadt von Füssen - angelockt von den historischen Festumzügen, die die Ära des Kaisers Maximilian I aufleben ließen. Fanfarenzüge und Trommlergruppen zogen durch die Füssener Altstadt, Tanzauftritte und Theateraufführungen wurden an verschiedenen Plätzen aufgeführt.

So zeigte die Tanzgruppe des Füssener Consort verschiedene Varianten englischer, italienischer und französischer Gruppentänze, „Schelmenblut" gaben Aufführungen von Hans Sachs zum Besten. Die Musikband „LaMarotte" aus Quedlinburg zog mit ihrem Crossover aus Mittelalter, Folk, Klassik, Rock und Jazz viele Besucher des Mittelaltermarkts am Kaiser-Maximilian-Platz in ihren Bann. Dabei zeigten sie ihr Können nicht nur auf Gavul, Schalmei, Teufelsbass, Geige und Laute. An den liebevoll historisch anmutenden Ständen wurden unter anderem Schmuck und Gefäße, (Holz-)Schwerter und Bögen sowie Kugelflöten aus Ton (Ocarinas) feilgeboten. „G'rupfte Sau", also Schweinehals, der zwischen 16 und 18 Stunden geräuchert wurde, gab es ebenso wie Verschiedenes aus der „Hanf-Beckerey". Der „Augsburger Freundeskreis der Renaissance" verzauberte nicht nur die Kinder mit seinen Tricks und Geschichten. Den leuchtenden Abschluss des Samstagabend boten auf dem Kaiser-Maximilian-Platz zwei Feuerspucker, denen der heftige Regen nichts auszumachen schien. Ein Höhepunkt an beiden Tagen war der Festumzug, bei dem Hunderte von Teilnehmern von der Lechhalde über Brotmarkt und Schrannenplatz zum Stadtbrunnen zogen. Dort wurden sie vom Herold allen Anwesenden vorgestellt, bevor es weiter zum Baumgarten am Hohen Schloss ging. Die Gruppen präsentierten sich in ihren Gewändern, wie sie in Hoch- und Spätmittelalter ebenso wie in der Renaissance getragen wurden. „Die Kaiser Maximilian Ritter zu Füssen" stellten zusammen mit dem „Fanfarenzug Weissenau", dem „Füssener Consort" und den „Foetibus-Rittern" das Gefolge von Kaiser Maximilian I, genannt der „letzte Ritter" und Kaiserin Bianca Maria Sforza (Helmut und Emilia Agnes Huttenloher), beide hoch zu Ross, dar. Gefecht am Stadtbrunnen Der Habsburger Regent, der um 1500 fast 40-mal mit seinem Hofstaat in der Stadt weilte, brachte seinerzeit Glanz in die Stadtmauern Füssens. Den heutigen Kostümen haftet noch heute ein Hauch davon an. Nach einer feierlichen Schwertübergabe an den Kaiser zogen die Bürger und Edelleute weiter, übrig blieben Truppen vom Bund oberschwäbischer Landsknechte (BOL). Sie lieferten sich mit ihren Lanzen und Schwertern eine kleine Schlacht am Stadtbrunnen. Musketenschützen sorgten für eine „knallige" Atmosphäre. ab

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