Werkausschuss stimmt höheren Tarifen der Forggenseeschifffahrt zu

"Sehr moderate Erhöhung"

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Besonders die sommerlichen Abendfahrten sind bei Touristen und Einheimischen beliebt. Ab der kommenden Saison werden aber auch sie teurer.

Füssen – Wer im kommenden Sommer mit der „MS Füssen“ oder der „MS Allgäu“ über den Forggensee schippern möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als bisher.

Denn mit der Saison 2018 werden die Preise steigen. Dafür hat sich am Dienstag der Werkausschuss einstimmig ausgesprochen. An dieser Entscheidung änderten auch die Einwände von Ursula Lax (CSU) und Brigitte Riedlbauer (SPD) nichts, die hier Familien entlasten wollten.

 Die Städtische Forggenseeschifffahrt steht derzeit gut da: 2016 fuhr sie in ihrem 59-Betriebsjahr ein Rekordergebnis bei den Fahrgastzahlen ein, wie Helmut Schauer, Leiter der Städtischen Forggenseeschifffahrt erklärte. Dennoch schlug er dem Werkausschuss eine Erhöhung der Fahrpreise vor. Das sei zum letzten Mal 2008 passiert, so Schauer. Die Anpassung sei „wirklich notwendig“, da die Preise in den vergangenen zehn Jahren in allen Bereichen gestiegen seien – auch bei den Betriebskosten.

Daneben werden künftig wohl einige Kosten auf den Städtischen Eigenbetrieb zukommen, so Schauer. Schließlich sei die MS Allgäu 40 Jahre und die MS Füssen auch schon 20 Jahre alt. „In den letzten Jahren wurden verstärkt Reparaturmaßnahmen notwendig, die durch die zunehmende Komplexität der Technik nur von einem Fachpersonal durchgeführt werden kann“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Deshalb soll der Erwachsenenpreis für die große Rundfahrt von elf auf 13 Euro steigen, Kinder bis 14 Jahre sollen statt sechs Euro 6,50 Euro zahlen und die Familienkarte soll statt 29 Euro künftig 33 Euro kosten. Ähnlich gestaltet sich die Preisentwicklung bei der kleinen Rundfahrt. Trotz dieser Erhöhung sei die Forggenseeschifffahrt aber „noch wesentlich günstiger“ im Vergleich zu der bayerischen Seeschifffahrten mit Königssee, Tegernsee, Ammersee und Starnberger See, erklärte Schauer. So müsse ein Erwachsener beispielsweise 16 Euro zahlen, wenn er über den Königssee schippern möchte. Um trotzdem für eine kleine Entlastung zu sorgen, schlug Schauer vor einen „Seniorenmontag“ einzuführen. Denn viele Fahrgäste seien über 60 Jahre alt und der Montag sei „der eher schwächere Tag“ der Betriebstage. Dann müssten Erwachsene über 65 Jahren nur zehn Euro für die große und sieben Euro für die kleine Rundfahrt bezahlen. 

Lax will Signal

An sich hatten die Stadträte nichts gegen die neuen Fahrpreise. „Das muss sein, gar keine Frage. Das ist moderat“, meinte Uschi Lax dazu. Aber: „Ich würde den Kinderpreis nicht erhöhen. Ich würde das als Signal sehen.“ Anders sah das Schauer. „Wir machen schon viel diesbezüglich“, erklärte der Leiter der Schifffahrt. Neben einem Sondertarif für Schulklassen stelle die Schifffahrt auch 20 Freikarten für Kindergärten zur Verfügung. „Wir haben schon Signale aus Sicht der Schifffahrt.“ 

Unterstützung bekam Schauer dabei von Niko Schulte (CSU): „Wir tun unheimlich viel für unsere Kinder vor Ort. Das ist eine sehr moderate Erhöhung.“ Das sah zwar auch Brigitte Riedlbauer (SPD) so, sie sprach sich aber trotzdem für eine Entlastung der Familien aus. „Familien müssen wirklich aufs Geld schauen“, so Riedlbauer. Deshalb schlug sie vor den Preis für die Familienkarte beispielsweise um 1,50 Euro zu reduzieren und dafür den Preis der Abendfahrten um 50 Cent zu erhöhen.

Aber auch dem Vorschlag konnte Schauer nichts abgewinnen. Man habe die neuen Preise so kalkuliert, dass der Eigenbetrieb die Aufwendungen, die kommen werden, stemmen könne. „Wir müssen deckungsgleich arbeiten. Jeder Euro tut dem Unternehmen gut und jeder nicht eingenommene Euro tut weh. Diese Preise führen zu einem kostendeckenden betriebswirtschaftlichen Ergebnis.“ Zudem sei der neue Tarif noch „wesentlich günstiger“ als die Familienkarte (36,50 Euro) der Tegernseerundfahrt oder die für den Königssee (44,50 Euro). 

Auch Lothar Schaffrath (SPD) wollte nichts an den neuen Preisen ändern. „Wir sind endlich mal in den schwarzen Zahlen. Wenn wir in roten wären, würde das jeder absegnen. Ich bin froh, dass wir Rücklagen bilden können.“ Gleicher Meinung war da Bürgermeister Paul Iacob (SPD): „Wir müssen auch in die Zukunft schauen. Wir haben immer wieder Ausfälle in der Technik. Wir müssen am Aussehen (der Schiffe – Anmerk. d. Red.) was machen. All diese Sachen werden in den kommenden Jahren auf uns zu kommen.“ Davon anscheinend überzeugt lehnten die Räte mehrheitlich Lax und Riedlbauers Vorschläge ab und gaben grünes Licht für die Preiserhöhung, die die Verwaltung vorgeschlagen hatte.

Katharina Knoll

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