HAK Reutte nimmt derzeit eine große Befragung unter Jugendlichen vor

"Nicht im stillen Kämmerlein"

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Ein Projektteam der HAK Reutte um Jessica Preindl (v.l.), Verena Ennemoser, Sonja Gasser und Gernot Sprenger beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Situation Jugendlicher im Bezirk Reutte.

Reutte/Pflach – Ein Projektteam der Handelsakademie (HAK) Reutte nimmt derzeit eine große Jugendbefragung vor. Die Ergebnisse fließen in die regionale Entwicklungsstrategie Außerfern 2014 bis 2020 ein.

Um zukünftig wieder auf EU-Förderungen der ländlichen Entwicklung zugreifen zu können, müssen sich Regionen mit einer Entwicklungsstrategie um den Status einer so genannten Lokalen Aktionsgruppe (LAG) bewerben. Der Bezirk Reutte war in der nun auslaufenden Programmperiode zusammen mit sieben anderen Tiroler Regionen, darunter die Bezirke Imst, Landeck und Lienz, eine solche LAG. Bis Ende Oktober haben Regionen nun Zeit, eine Entwicklungsstrategie zu erstellen und beim Sozialministerium in Wien einzureichen. 

Die Regionalentwicklung Außerfern (REA) in Pflach arbeitet bereits seit mehreren Monaten unter Einbindung vieler regionaler Entscheidungsträger an dieser Strategie. Dabei muss diesmal auch das Thema Jugend gesondert behandelt werden. Für REA-Geschäftsführer Günter Salchner steht fest: „Das Jugendkapitel unserer Entwicklungsstrategie entsteht nicht im stillen Kämmerlein sondern unter Einbindung der Betroffenen“, betont er. REA gab daher ein entsprechendes HAK-Maturaprojekt in Auftrag. 

Seit März beschäftigt sich Salchner gemeinsam mit dem Projektteam, bestehend aus Verena Ennemoser und Jessica Preindl (Tannheim), Sonja Gasser (Biberwier) und Gernot Sprenger (Berwang), mit der Situation Jugendlicher im Außerfern. Intensiv eingebunden sind auch Andreas Nigg und Carola Lageder von der mobilen Jugendarbeit (MOJA) Reutte, das Team des Jugendzentrums „Smile“ sowie weitere Organisationen, die in der einen oder anderen Form mit Jugendlichen zu tun haben und natürlich Jugendliche selbst. In einem ersten Workshop wurden bereits Zielaussagen formuliert. Diese Aussagen sind über den Facebook-Auftritt der MOJA-Reutte veröffentlicht und können kommentiert werden. 

Zwei Seiten Fragen 

Herzstück der Jugendstrategie ist eine umfangreiche Befragung im Bezirk Reutte zu den Themen Ausbildung/Arbeitsmarkt, Freizeit und politisches Mitgestalten. Das Projektteam gestaltete einen zweiseitigen Fragebogen und zog Stichproben aus allen Schulklassen ab der 9. Schulstufe von Gymnasium, HAK, HLW, HAS, Berufsschule für Handel und Büro sowie der Polytechnischen Schule. Bisher nahmen 231 Jugendliche an der Befragung teil, 65 Prozent waren Mädchen. Nun werden auch die größeren Lehrbetriebe und das Jugendzentrum „Smile“ in die Befragung eingebunden, um den Anteil von Burschen und von Jugendlichen mit nichtdeutscher Muttersprache entsprechend ihres Anteils in der Bevölkerung zu erhöhen. 

Sobald die Gesamtergebnisse vorliegen, werden diese zusammen mit ersten Maßnahmenvorschlägen der Öffentlichkeit vorgestellt. „Wir erhoffen uns, über diesen Strategieprozess eine breite Bewusstseinsbildung zu den Bedürfnissen von Jugendlichen im Außerfern auszulösen“, erklärt REA-Geschäftsführer Salchner. „In der regionalen Entwicklungsstrategie Außerfern 2014-2020 werden Projekte mit und für Jugendliche jedenfalls viel stärker ihre Verankerung finden als dies bisher der Fall war“, fasst Salchner zusammen.

ed

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