Widersprüchliche Signale

Das ehemalige TSV-Gelände in der Meilinger Straße im Sommer: Das ganze Jahr über war es das Streitthema in Pfronten. Seine Zukunft ist weiterhin unklar. Foto: Archiv

„Wir haben es nicht nötig, das Gelände zu verkaufen“, das hatte Armin Meyer, Geschäftsführer der Firma Eco Bau, der das ehemalige TSV-Gelände in der Meilinger Straße gehört, wenige Tage vor dem Pfrontener Bürgerentscheid im November erklärt. Wenig später verhinderten die Pfrontener Bürger an der Wahlurne, dass Eco dort einen Supermarkt bauen und an Feneberg verpachten kann. Mittlerweile werden die Pläne des Arbeitskreises Bebauungsplan 35, (AK 35), der dort ein Seniorenzentrum errichten will, konkreter. Doch ist Meyer mittlerweile bereit, das Gelände herzugeben und den Weg dafür frei zu machen? Ja, sagt AK35-Sprecher Reinhard Claves, der sich Anfang Januar zusammen mit seinem Mitstreiter Heinz Brodmann mit Meyer traf. Nein, erklärte hingegen der Eco-Geschäftsführer auf Nachfrage des KREISBOTE, das habe er auch Claves so gesagt.

Von einem produktiven Gespräch mit Meyer berichtete Claves kürzlich dem KREISBOTE. Er habe dem Gelände-Eigner auch einen konkreten Plan für die Bebauung des Areals vorgelegt. Der sieht drei miteinander verbundene Gebäude vor. Sie sollen unter anderem 40 seniorengerechte Wohneinheiten, Praxen für Ärzte und Physiotherapeuten, einen Frisör und ein Kommunikationszentrum beherbergen. Eine Tiefgarage soll für die nötigen Parkplätze sorgen. Claves Resümee aus dem Gespräch mit Meyer: „Er würde verkaufen“, wie er nach dem Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten erklärte und vergangene Woche dem KREISBOTE bestätigte. Nicht nur das, Meyer würde nach Claves Aussage sogar in Erwägung ziehen, das Gelände mit Investoren selbst zu bebauen. Das klingt aus dem Mund von Armin Meyer jedoch ganz anders. Es habe sich um ein rein formelles Gespräch gehandelt, „um die Vorstellungen dieser Leute näher kennenzulernen“. Er habe Claves gesagt, dass ein Verkauf nicht zur Debatte steht. Das Gelände habe einen gewissen Wert, und wenn ein Interessent genug biete, könne sich diese Haltung auch ändern, aber: „Wir haben im Moment keine Veranlassung, es zu verkaufen“, und das Claves auch mitgeteilt. Auf die Möglichkeit, dass Eco das Gelände behält und in Kooperation mit Investoren selbst bebaut, gingen die Diskutanten laut Meyer nicht näher ein, denn das mache ohnehin keinen Sinn. Denn statt das Projekt auszuschreiben und die günstigste Baufirma zu engagieren, müssten sich die Investoren dann an die Firma Eco als Partner binden, die dann auch den Preis bestimmt. Dass Eco selbst als Bauherr einspringt, hat Meyer nach eigener Aussage auch gegenüber Claves und Brodmann verneint. „Eco wird dieser Investor nicht sein“. Denn bereits vor Jahren hatte die Firma geplant, Seniorenwohnungen auf dem ehemaligen TSV-Gelände zu bauen, das Projekt aber wegen fehlender Kauf-Interessenten nicht realisiert. Investoren für das Seniorenzentrum, dessen Kosten Claves auf acht bis elf Millionen Euro schätzt, hatte der Kopf des AK35 nicht parat. „Die Gemeinde Pfronten wird das wohl nicht stemmen wollen“, so seine Einschätzung.

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