"Wie die Welt ist, so darf sie nicht bleiben"

Ein umfassendes Plädoyer zum Erhalt von Mooren im Besonderen sowie für eine Veränderung der menschlichen Ethik im Allgemeinen, um der Klimaerwärmung auf der Erde entgegenzuwirken, hielt jüngst im Colloquium des ehemaligen Klosters St. Mang der Träger des Alternativen Nobelpreises, Prof. Dr. Michael Succow. Vor rund 100 interessiert seinen ungefähr eineinhalb Stunden lang dauernden Ausführungen zum Thema „Grundsätze künftiger Moornutzung“ lauschenden Besuchern machte der emeritierte Dozent der Universität Greifswald dabei zudem klar, dass die Zeit reif sei, „zu sagen, wie die Welt ist, so darf sie nicht bleiben.“

„Moorpapst“ im Colloquium: Prof. Dr. Michael Succow sprach über „Grundsätze künftiger Moornutzung“. Foto: lex Im Zuge dessen fordere er verstärkt den „Schutz der Natur um unserer selbst willen.“ Wobei es gelte, „global zu denken und lokal zu handeln.“ Auf Einladung des Landschaftspflegeverbandes Ostallgäu und der „Allgäuer Moorallianz“ bezog der vom Pfrontener Bürgermeister und Vorsitzenden des Landschaftspflegeverbandes Ostallgäu, Beppo Zeislmeier, in dessen Begrüßung als „Moorpapst Deutschlands“ bezeichnete Succow eindeutig für den „Schutz der Moore bei tragfähiger Nutzung“ Position. Ihm gleich tat es zuvor aber auch der Projektmanager der „Allgäuer Moorallianz“, Günter Riegel, der den Besuchern versicherte: „Wir wollen den Moorschutz vorantreiben.“ Womit er auf ein vom Landschaftspflegeverband Ostallgäu sowie von der „Allgäuer Moorallianz“ gemeinsam betriebenes Projekt Bezug nahm, mit dem man laut Zeislmeier „Zeichen setzen“ will. Außerdem, so erklärte Zeislmeier weiter, versuche man, „acht bis zehn Millionen Euro“ an speziellen Fördermitteln ins Allgäu zu bekommen, „weil es im Allgäu ganz besondere Moore gibt.“ Daher stieß Prof. Succow mit seinen Ausführungen wohl bei den meisten Zuhörern dieses Abends sozusagen auf sehr fruchtbaren Boden. So als er etwa dazu aufrief, den Stoffhaushalt der Natur zu erhalten, wobei Moore „eine besondere Rolle“ hätten. Nach Succow gehe es in diesem Zusammenhang vor allem „darum, alle Moore, die noch bestehen, nicht anzutasten und Nutzungsformen zu finden, die nichts mit Entwässerung zu tun haben.“ Da „die Regelung unseres Stoffwechsels mit der Natur immer mehr zur Schicksalsfrage“ für die Menschheit werde, sei es sehr wichtig, diesbezüglich „angepasste Nutzungsformen“ zu finden, „ohne die Landschaft zu schädigen.“ Als zukünftige alternative Moornutzungen schlug Succow hierbei schließlich die Pflanzung von Wasserwäldern, Wasserrieden, Wasserwiesen sowie Regenmooren vor. lex

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