Die Wiege des Lautenbaus

Im Museum bekamen die Besucher jüngst Einblicke in die Kunst des Lautenbaus. Foto: Claus

Anlässlich des 450-jährigen Jubiläums der Lautenmacherzunft in Füssen führte der Meister seiner Zunft, der in Füssen beheimatete Urs Langenbacher, Interessierte durch die Abteilung Lautenbau im Museum der Stadt Füssen. Themen dabei waren unter anderem die Herkunft der Laute, Lautenformen und der Bau der Laute.

Karge Einnahmen in der Winterzeit, niedrige Investitionen bezüglich der Rohstoffe wie das Holz der Bergwälder, die direkt vor der Haustüre wuchsen und eine günstige strategische Lage waren entscheidend für die Entstehung der Lautenmacherzunft in Füssen. Hinzu kam der kulturelle Impuls durch Kaiser Maximilian (1449-1519), der dieses Handwerk entscheidend mit beeinflusste. Langenbacher wies darauf hin, dass die Laute vermutlich über das maurische Spanien, dort genannt al’ud nach Europa gelangte. In der europäischen Musikgeschichte trug die Laute entscheidend zur Entwicklung der Mehrstimmigkeit bei. Im Oktober 1493 erwirbt "Jorig Welf der lautenmacher“ das Füssener Bürgerrecht und dürfte damit als eine der Wurzeln im Füssener Lautenbau gelten. Das älteste Instrument der Sammlung im Museum Füssen ist die Laute von Wolfgang Wolf, vermutlich ein Nachfahre des Georg Wolf, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Jahr 1562 schlossen sich ortsansässige Meister in Füssen zusammen, es gab rund 20 Werkstätten im Stadtgebiet, um sich mit einer Qualitätsverordnung "von Dilettanten im Umland" abzugrenzen. Lehrlinge wurden nur angenommen, wenn sie "ehelich geboren und ehrbar" waren. Ein weiterer Grund für den Zusammenschluss war auch der, dass die Zunft wirtschaftlich zusammengehalten werden sollte. Das Wissen um die Handwerkskunst des Lautenbaus wurde in festgelegter Weise an Gesellen und Lehrlinge weitervermittelt. Um als Meister anerkannt zu werden, "waren alle Teile von Hand zu fertigen und der Meisterkandidat hatte sein Meisterspiel selbst vorzuspielen". Die Geschichte des Füssener Lauten- und auch des Geigenbaus ist zugleich eine Geschichte der Arbeitsmigration. Hunderte Füssener, die dieses Handwerk ausübten, wanderten aus, um in den europäischen Kulturmetropolen und an Fürstenhöfen sowie großen Handelsstädten Werkstätten zu gründen und ihr Handwerk erfolgreich auszuüben. Überliefert ist auch, dass die ausgewanderten Lautenmacher, obwohl sie in der Fremde sehr schnell Fuß fassten, den Kontakt zur Heimat nicht abreißen ließen. ed

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