Wiesenegg abgewatscht

Es war eine Klatsche für den amtierenden Rathauschef – Nur 23,55 Prozent der Wähler haben bei der Wahl am Sonntag Bürgermeister Helmut Wiesenegg ihre Stimme gegeben. Dietmar Koler (Gemeinsam für Reutte ) kam auf 42,71 Prozent, Alois Oberer, Kandidat des „Team Leben“, heimste 33,74 Prozent der Stimmen ein. Bei der Frage, wer ins Reuttener Rathaus einzieht, steht demnach nur eines fest – Helmut Wiesenegg wird es nicht mehr sein.

Die Wahl wurde zur Abwahl für den ehemaligen Nationalratsabgeordneten. Die Gründe dafür sieht Wiesenegg nach eigener Aussage jedoch nicht in seiner Arbeit als Bürgermeister. „Offenbar haben die Bürgerinnen und Bürger von Reutte die 12 Jahre meiner Arbeit nicht goutiert“, erklärte er. Im Gespräch mit dem KREISBOTE pochte er darauf, er habe die Bezirkshauptstadt zu einem der bedeutendsden Orten Österreichs gemacht. Die Schuld an der Wahlniederlage gab er dem allgemeinen Tief der SPÖ, das ihn mit runtergezogen habe. Für die Sozialdemokraten war die Kommunalwahl in Tirol allerdings keineswegs ein Desaster. „Sehr erfolgreich“ ist sie aus Sicht von Tirols SPÖ-Vorsitzendem Hannes Gschwentner verlaufenen. Sechs Bürgermeister haben die Sozialdemokraten hinzugewonnen. An der Abwahl Wieseneggs gibt er der ÖVP die Schuld. Die habe mit enormem Mitteleinsatz alles daran gesetzt, Wiesenegg aus dem Rathaus zu befördern. Wiesenegg aber erklärte, dass die SPÖ-Kandidaten überall dort verloren hätten, wo sie auch mit dem Kürzel SPÖ im Listennamen angetreten seien. Neben dem Posten des Rathauschefs hat die Liste Wieseneggs auch ganz fünf Mandate im Gemeinderat verloren und kommt nur noch auf drei. Das Team Leben, das bisher zwei Gemeinderäte stellte, ist damit an der SPÖ vorbeigezogen und darf nun vier Räte entsenden. Stärkste Kraft im Gremium ist nun die ÖVP mit acht Sitzen. Die Grünen um Margit Dablander hielt ihre zwei Mandate. Keinen Sitz gab es für die FPÖ. Wer nun künftig die Geschicke Reuttes leitet, entscheidet sich am Sonntag, 28. März, wenn die Reuttener Bürger erneut an die Wahlurnen gerufen werden. Trotz des Vorsprungs von Dietmar Koler hat er das Rennen noch lange nicht für sich entschieden. Denn sein Vorsprung auf Oberer beträgt nur rund 250 Stimmen. Über 700 Wiesegg-Wähler müssen sich, sofern sie erneut an die Wahlurne gehen, neu entscheiden. Wiesenegg kündigte gegenüber dem KREISBOTE an, eine Wahlempfehlung aussprechen zu wollen, allerdings erst, nachdem er und seine Listenkollegen sich am Mittwoch beraten haben – nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe. Dann wolle er auch bekanntgeben, ob er dem neuen Gemeindeart angehören werde. seine Wahlempfehlung werde nicht nach parteipolitischem Kalkül, sondern „nur für Reutte“ fallen, so der scheidende Rathauschef.

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