Zirkus "Charles Knie" lockt die Füssener am Wochenende auf den Volksfestplatz

Begeisternde Premiere

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Marek Jama, Chefdresseur des Zirkus „Charles Knie“, lässt vier seiner Araber-Hengste eine Levade ausführen.

Füssen – Bereits bei der Premiere am Samstagnachmittag war die Manege auf dem Volksfestplatz fast ausverkauft. Mit dem traditionsreichen ehemaligen Schweizer Nationalzirkus hat der heutige „Charles Knie“ allerdings nichts mehr zu tun.

Sascha Melnjak, der neue Zirkusdirektor, schafft es, mit internationalen Artisten dem Zirkus ein neues, modernes Gesicht zu geben. In der Manege sieht man den begeisterten Zirkus-Quereinsteiger allerdings nie. Wie im Programm angekündigt begeisterten die Artisten mit ihren waghalsigen Vorführungen das Publikum, ebenso wie die Dompteure mit ihren Tieren aus allen fünf Kontinenten. 

Zirkus Charles Knie gastiert in Füssen

Temporeich und atemberaubend zeigten sie zweieinhalb Stunden ein Zirkusprogramm, das das Publikum in Atem hielt. Selbst die kurzen Umbaupausen ließen keine Langeweile aufkommen, Dank des jungen Clown Cesari Dias – diesjähriger Preisträger des internationalen Circusfestivals von Budapest – der auch in den Pausen mit Hilfe des Publikums seine Späße machte. Bereits bei der ersten Darbietung holte sich das Rollschuh-Duo Medini einen Zuschauer zur Unterstützung. Aber auch Cesari Dias führte sein gelungenes Programm mit Hilfe eines Zuschauers vor. 

Wer einen Clown mit roter Pappnase und übergroßen Schuhen erwartete, wurde allerdings enttäuscht: Rote Weste, Fliege, Lackschuhe und Pomade im Haare – das ist der neue Clown. Und auch die Kinder in der Vorstellung kreischten vor Vergnügen. Temperament- und kraftvoll trat im ersten Programmteil das Duo Yves und Ambra auf, die ihre Figuren an Tuchbahnen bis unter die Zirkuskuppel vollführten, um im zweiten Teil zu zeigen, dass Yves auch ein herausragender Jongleur ist. 

Die brasilianische Trapez-Truppe „Flying Costas“ hatte neben dem dreifachen Salto-Mortale zum Schluss noch eine augenzwinkernde Geste ans Publikum: An den Zehen unter der Kuppel hängend entfaltete der Artist eine deutsche Flagge, obwohl das 1:7 der Brasilianer bei der Fußball-WM für die Truppe nicht leicht zu ertragen gewesen war. 

Spannung pur 

Aber auch die Darbietung der Tiere ließ Besucher die Luft anhalten: Die Watussi-Rinder mit ihren gewaltigen Hörnern beeindruckten, ebenso die scheuen Zebras, die keine Kunststücke vorführten. Schon allein, dass die unterschiedlichen Tiere in der Manege auftreten, ist eine Sensation. Marek Jama zeigte dabei den Stolz des Marstalls: edle schwarze Friesen- sowie braune und weiße Vollblut-Araber-Hengste führten in eleganten Laufbildern ihr Temperament vor und vier zweihöckrige Kamele zeigten ihren ganzen Wüstenstolz. 

Spannung pur herrschte bei der Raubtiergruppe, die Tom Dieck jun. anführte, der für seine Arbeit mit Tigern, weißen Löwen und noch größeren Ligern (Kreuzung aus Löwe und Tiger) beim Circusfestival von Monte Carlo jüngst mit dem „Bronzenen Clown“ ausgezeichnet wurde. Auch die drei über 40 Jahre alten indischen Elefantendamen Baby, Mala und jumba, deren Trainer Elvis Errani ebenfalls schon beim Circusfestival Monte Carlo für seine Arbeit ausgezeichnet wurde, begeisterten Jung und Alt im Publikum. 

Anhaltender Applaus beendete die Vorführung, zu deren Gelingen das achtköpfige Zirkus-Knie-Orchester unter der Leitung von Volodymyr Kozachuk beitrug, wie auch Enrico Zoppe, der mit seinen Lichteffekten die Dramaturgie der Vorführung unterstrich.

Johanna Lang

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