SPD will Verkehrsbefragung

Bundestagsabgeordneter Heinz Paula (v.l.), Stadträtin Ilona Deckwerth, Bürgermeister Paul Iacob und Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert diskutieren die B310-Verlängerung. Foto: privat

Sich für eine Verlängerung der B310 einsetzen, die den Füssener Ortskern zwischen B16 und B17 entlastet, das wollen die Abgeordneten Heinz Paula und Dr. Paul Wengert sowie Bürgermeister Paul Iacob und Stadträtin Ilona Deckwerth, die als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins ein Gespräch darüber angeregt hatte. Das SPD-Quartett fordert im Vorfeld aber belastbare Verkehrsdaten, ohne die eine weitere Trassen-Diskussion nur Makulatur sei. Zudem solle die mögliche Umfahrung wirtschaftlich sein.

Um überhaupt eine Chance auf Realisierung zu haben, muss das Projekt wieder in den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan rücken, der aber frühestens 2015 fortgeschrieben wird. Es sei, so Deckwerth sinnlos, über Trassen zu spekulieren, bevor nicht Klarheit über Herkunft und Ziele der Fahrzeuge bestehe, die Füssen vor allem in den Sommermonaten stark belasten. Deshalb halten die Gesprächspartner eine Verkehrs- befragung seitens des Straßenbauamts für dringend erforderlich. „Wir müssen einfach wissen, wo die Leute hinwollen. Erst dann kann darüber nachgedacht werden, welche Umgehungsstraße die größte Verkehrswirksamkeit entfaltet“, erklärte Dr. Paul Wengert. Im KREISBOTEN-Interview Anfang Mai dieses Jahres hatte er das Thema Umfahrung sogar noch skeptischer gesehen. „Es gibt dringendere Nadelöre in Bayern, um die wir uns kümmern müssen“, gab er seinerzeit an. „Das löst in Füssen sicher keine Freude aus, aber man muss sich überlegen, ob 12.000 bis 13.000 Fahrzeuge am Tag in der Hochsaison nicht zu akzeptieren sind“, erteilte er den Plänen damals aus seiner Sicht eine Absage. Nun versprachen er und und sein Bundestagskollege Paula, sich für die Aufstufung des Projekts im Bundesverkehrswegeplans einzusetzen. Ein Sinneswandel? Das sei nicht der Fall, erklärte er jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung, betonte aber zugleich seine Forderung nach belastbaren Verkehrsdaten, die Vorbedingung für weitere Überlegungen sein müssen. „Die Diskussion, die seit Beginn dieser Stadtratsperiode läuft beruht auf Annahmen, die spekulativ sind“, gab er an. Er fordere eine qualifizierte Verkehrsbefragung, aus der hervorgeht, wo die Autofahrer, die Füssen durchqueren herkommen und hinwollen und die muss nicht zwangsläufig die Idee einer Ortsumfahrung stützen, denn „möglicherweise haben wir mehr Ziel- und Quell- als Durchgangsverkehr“. Zudem stellte er klar: „Der volkswirtschaftliche Nutzen einer Umgehung muss höher sein als die Kosten“. Als Tourismushochburg sei Füssen Ziel vieler Urlauber und deren Zahl müsse man kennen, um die richtige Trasse zu finden und die Verkehrswirksamkeit und das Nutzen-Kosten-Verhältnis einer neuen Straße berechnen zu können, so das Quartett in einer Pressemitteilung nach dem Treffen. Belastbares Zahlenmaterial sei auch deswegen notwendig, weil letztlich der Freistaat entscheide, welche Projekte er für die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf dem Bund vorschlage, so Bundestagsabgeordneter Paula. Beide Abgeordnete versicherten dem Bürgermeister und Stadträtin Deckwerth, sich auf der jeweiligen Ebene für die Aufstufung einzusetzen. Die Hürde sei allerdings sehr hoch, denn zum einen müsse ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis nachgewiesen werden, zum anderen befinde man sich in einem Bereich mit hohem ökologischen Risiko, unterstrichen Paula und Wengert. Zudem sei der Etat des Bundes für Bundesfernstraßen mehr als doppelt überzeichnet. Über diese Erschwernisse dürfe man die Bürgerinnen und Bürger nicht im Unklaren lassen.

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