Kritische Töne beim Neujahrsempfang der WK

Luft nach oben

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Auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2015 stoßen WK-Obmann Michael Baldauf (v.l.), WK-Präsident Dr. Jürgen Bodenseer, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf, Reuttes Bürgermeister Alois Oberer, Moderatorin Alexandra Wachter und Dr. Reinhard Schretter, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol, an.

Reutte – „Der Bezirk Reutte – mittendrin statt Außer(n)fern“ war das Motto für den Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer (WK) in der Arena auf Ehrenberg, bei dem es eine Premiere gab: Hatte die Veranstaltung bisher immer in der WK stattgefunden, fand sie heuer zum ersten Mal in der Arena statt.

Rund 300 Unternehmer und ihre Angehörigen waren der Einladung dorthin gefolgt. Große Beachtung fand ein Imagefilm über den Bezirk, der die prägnanten Punkte des Außerferns vor Augen führte. 

Wirtschafts-Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf dankte allen Unternehmern, die bis auf den heutigen Tag dazu beisteuern, die heimische Wirtschaft zu gestalten und zukunftsfähig zu machen. „Nicht jammern, sondern handeln“ sei angesagt. Zoller-Frischauf plädierte dafür, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik näher zusammenzubringen. Investitionen in den Hochbau und die Wasserkraft müssten weiter forciert werden. Hier habe das Land Tirol gegenüber den anderen Bundesländern bereits einen großen Vorsprung. In wirtschaftlicher Hinsicht, so WK-Obmann Michael Baldauf, gelte es, die Funktion als Drehscheibe zu nutzen. 

Der Bezirk Reutte befinde sich zwar am nordwestlichen Rand Tirols und der Fernpass sei oftmals mehr als eine Verkehrshürde zu Innertirol. „Rein wirtschaftlich gesehen liege das Außerfern aber im Zentrum von starken Regionen“, so der Obmann. Den Bezirk als Drehscheibe zwischen dem Allgäu, dem Werdenfelser Land, Vorarlberg und Tirol zu positionieren und zu nutzen, sei eine der wichtigsten Herausforderungen für die nächsten Jahre. Dass der Wirtschaftsraum pulsiert, zeige die überdurchschnittliche Dichte an Betrieben im Hightech- und Kreativsektor. 

Ruf nach Lösungen 

Eine weitere Herausforderung für Wirtschaft und Bevölkerung sei die Verkehrssituation im Bezirk. Dringender Handlungsbedarf sei speziell auf der Fernpassroute gegeben. „Der Wirtschaftskammer Reutte liegt es daran, dieses Thema zu entpolitisieren und mit Verkehrsexperten bei der Bildung einer Lösung zusammenzuarbeiten“, so Baldauf und er fügte hinzu: „Die Vortragsreihe ‚UNI goes Reutte’ soll zu einer Plattform für eine seriöse Verkehrsdiskussion ausgebaut werden.“ 

Kritik am Bund 

Verärgert über das Desinteresse des Bundes bezüglich dieser Thematik zeigte sich Tirols WK-Präsident Dr. Jürgen Bodenseer: „Die Streichung des Tschirganttunnels aus den Planungen ist das Ende politischer Handschlagqualität“, sagte er. Der Tschirganttunnel war ein geplanter Tunnel in Tirol im Zuge der Verbindung von der A12 Inntal Autobahn zur Fernpassstrecke und in Folge zur A7 bei Füssen. Für Präsident Bodenseer stellen der Tschirgant- und der Fernpassscheiteltunnel nach wie vor die beste Gesamtlösung dar. 

Der Bundespolitik warf er weiter vor, dass der herrschende Stillstand besorgniserregend sei. Er forderte mehr aktives Handeln, wenn man neue Trends und Strömungen nutzen wolle. „Wer sich dagegen wehrt, hat von Anfang an verloren“, sagte Dr. Bodenseer. Positiv sieht er die wichtigen Impulse der Tiroler Landesregierung wie den Breitbandausbau, die Arbeitsmarktförderung sowie die Förderungen bei Lkw-Umrüstungen. 

„Jedoch ist speziell im Bereich Bürokratie noch viel Luft nach oben“, sagte er weiter. Das Wirtschaftsplus 2014 von 0,5 Prozent nannte er ein „Bonsai-Wachstum“. Derzeit sei die Investitionsbereitschaft gebremst und dass Wachstum entwickle sich verhalten.

ed

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