Antonia von Romatowski und Walter Sirch glänzen in Hohenschwangau

Konkurrenz für den Nockherberg

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Prinz Luitpold von Bayern begrüßt seine zahlreichen Gäste im Hohenschwangauer Schlossbräustüberl.

Schwangau – Wenn das so weiter geht, dann könnte der Starkbieranstich im Hohenschwangauer Schlossbräustüberl seinem großen Pendant am Münchner Nockherberg eines Tages einigermaßen Konkurrenz machen.

Immerhin fuhren die Veranstalter des jüngsten Ritterbockanstichs durch den Schwangauer Bürgermeister Stefan Rinke kürzlich sozusagen ganz schön großkalibrige Unterhaltungskunst in bester bayerischer Derbleckermanier auf.

Deren hohes Niveau dürfte schließlich sogar die Hausherren der Familie Wittelsbach um Prinz Luitpold und Prinzessin Beatrix von Bayern überrascht haben. Die Wittelsbacher labten sich, wie die rund 200 geladenen Gäste, nicht nur körperlich an dem neun Prozent Alkohol enthaltenden Hopfengetränk, sondern an den witzigen Auftritten von Walter Sirch alias Hausmeister und Antonia von Romatowski als Angela Merkel auch geistig.

Nachdem Bürgermeister Rinke mit nur einem Schlegelhieb das 30-Liter-Eichenholzfass aus dem Hause der Schlossbrauerei Kaltenberg routiniert angezapt hatte, sang Prinz Luitpold aber zunächst noch das Hohelied auf das bayerische Reinheitsgebot, das „Bier zum Kulturträger in Bayern“ mache.

 Braten und Knödel

 Anschließend dauerte es gut eine Dreiviertelstunde, in der sich die Besucher jedoch auch bei Schweinsbraten mit Blaukraut und Knödel bestens verlustiert haben dürften, bis die Nockherberg erprobte Bundeskanzlerin-Darstellerin Antonia von Romatowski vor allem gegen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und dessen Finanzminister Markus Söder kräftig vom Leder zog und schließlich versicherte: „Wir schaffen da, da, da(s).“

Kritik an Hotel

 Mehr Zeit nahm sich anschließend „der Hausmeister“ Sirch, um den teilweise versammelten Vertretern der Kommunalpolitik sowie dem Adel gehörig die Leviten zu lesen. Etwa, als er erklärte, dass der Wittelsbacher Ausgleichsfonds den Bauantrag für ein neues Hotel nur aus Gutmütigkeit eingereicht und der Schwangauer Gemeinderat diesen abgelehnt habe (der Kreisbote berichtete).

Unter anderem deshalb, weil die Flüchtlingsheime der Firma Hubert Schmid im Vergleich zur geplanten Hotelfassade „die reinsten Barockgebäude“ seien.

Hohn und Spott

 Ihr Fett bekam aber auch unter anderem die Schwangauer Feuerwehr ab, in deren neues Feuerwehrauto zwar alles reinkomme, was sie sich wünsche. Allerdings: „Das geht ja gar nicht, denn da, wo die Kaffeemaschine rein soll, ist schon die Stereoanlage drin.“

Und auch einen Vergleich des Dorfes der Königsschlösser mit der Nachbarstadt Füssen stellte Walter Sirch an. Demnach habe die Lechstadt ganz im Gegensatz zu Schwangau so viele Boote auf dem Forggensee, dass der im Sommer schnell randvoll sei. Ganz ungeschoren kamen aber auch die zahllosen ausländische Touristen in Schwangau und Füssen nicht davon – allen voran die Chinesen. Für die würden jetzt 26 Toiletten-Häuschen gebaut, da man herausgefunden habe, dass sie mehr kaufen, wenn sie kostenlos bieseln dürfen, was eine alte chinesische Tradition sei, so Sirch.

lex

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