Bauausschuss stimmt Antrag zu

Einzeldenkmal in der Füssener Altstadt soll saniert werden

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Das über 400 Jahre alte Gebäude in der Franziskanergasse soll saniert werden.

Füssen – Über 400 Jahre alt ist das „Wohn- und Geschäftshaus Baur“ in der Franziskanergasse. Färber, Buchdrucker, Lautenmacher, Floßer, Kalkbrenner und Bedienstete des Klosters St. Mang wohnten im Laufe der Jahrhunderte in dem Gebäude.

Zwischenzeitlich diente es auch als Pfarrhof. Und nun soll es im neuen Glanz erstrahlen. Ein Bauherr möchte das Einzeldenkmal sanieren. Hier sollen künftig Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen, berichtete Bauamtsleiter Armin Angeringer vergangene Woche im Bauausschuss. 

Die Stadträte freuten sich zwar über die Belebung des historischen Gebäudes, hatten aber Verbesserungsvorschläge für einige Fenster und Dachgauben. „Es ist ein günstiger Umstand, dass die Sanierung stattfindet“, erklärte Angeringer. 

Dadurch werde ein wichtiger Punkt in der Altstadt attraktiver gemacht. Im Erdgeschoss des Gebäudes soll Gewerbe und im Obergeschoss Wohnungen entstehen. Beides Nutzungen, die es schon einmal in dem Häuserkomplex gab, so der Bauamtsleiter. Die nötigen Stellplätze und Garagen werden im Hinterhof angesiedelt. „Die Zahl der Stellplätze sind ausreichend. Es bedarf noch einer anderen Situierung, aber das geht wohl.“ Zwei Fenster sollen zwar etwas größer werden, aber: „Die Denkmalpflege hat zu beurteilen, ob die Größe der Fenster okay ist.“ 

Die geplante Dachgaube gehe allerdings in ihrer Größe und Breite nicht in Ordnung. Vor Ort habe die Verwaltung bereits angeregt sie satzungskonform in zwei bis drei Gauben zu unterteilen. Kommt der Bauwerber dem nach und passe zudem die zwei großen Fenster in Größe und Sprossenführung an die übrigen Fenster in der Fassade an, „dann wäre das richtig schön. Dann könnte man sagen ,Feuer frei‘“, sagte Bernhard Eggensberger (FÜS-Land). 

„Die großen Fenster passen einfach nicht rein“, kritisierte auch Magnus Peresson (UBL), der ebenfalls die Unterteilung der Dachgaube anregte. Ansonsten könne man dem Plan nur zustimmen. „Es ist toll, wenn jemand sowas macht!“ 

Ruf nach Kompromiss

Ähnlich sah das Dr. Christoph Böhm (CSU). Nur gehe es hier nicht um eine Frage des Geschmacks, sondern darum, was das Gesetzt sagt, erklärte der CSU-Stadtrat und verwies auf die Altstadtsatzung als Gestaltungssatzung. Es gehe darum einen Kompromiss zu finden zwischen der Wohnbarmachung eines alten Gebäudes, „worüber wir uns alle freuen“, und einer gefälligen Bewahrung der Altstadt, wegen der schließlich die Touristen nach Füssen kommen, meinte Böhm. 

Dabei sollte man allerdings beachten, dass der Bauherr viel Geld in die Hand nehme, um das Haus zu sanieren, wandte Niko Schulte (CSU) ein, der als Zweiter Bürgermeister die Sitzung leitete. Der Bauherr werde sicherlich eine Lösung für Gauben und Fenster finden. „Ganz toll ist, dass ein Gebäude, dass ein absolutes Schmuckstück in Füssen ist, hergerichtet wird.“ 

Doch nur weil jemand viel Geld ausgebe, bedeutet das nicht, dass für ihn die Gesetze nicht gelten, wandte Böhm ein. „Wie Sie jedes Mal abgehen, ist in meinen Augen vollkommen falsch“, konterte Schulte. Zu negativ war Jürgen Doser (FWF) die ganze Diskussion. Diese spiegle nicht die Situation bei der Ortsbesichtigung wider. Wegen der Fenster und Gauben sollte man reden. Dann habe man gemeinsam ein Toppaket geschaffen, meinte er. 

Zustimmung mit Auflage

Am Ende segneten die Räte einstimmig den Antrag mit der Auflage ab, die Gauben und Fenster mit dem Landesamt für Denkmalpflege abzustimmen. Doch das werde sowieso gemacht, erklärte der beauftragte Architekt. Dieser schilderte auf Anregung von Heinz Hipp (CSU) die Situation. Denn der CSU-Fraktionsvorsitzender hatte zu bedenken gegeben, dass die Einzelgauben bei starkem Schneefall zum Problem werden könnten. 

Die Schleppgaube diene tatsächlich dazu eine „schnelle Schneelast zu vermeiden“, erklärte der Architekt den Stadträten. Daneben brauchen die Arbeiter die großen Fenster, um in das Turmhaus reinzukommen. Aber: „Jedes Fenster ist abzustimmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Die Gestaltung der Fenster wird noch abgestimmt.“

kk

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