Stadtverwaltung hat selbst Anzeige erstattet

Unterschlagung im Füssener Bauhof? Polizei hat Vorermittlungen aufgenommen

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Ging im Füssener Bauhof alles mit rechten Dingen zu? Selbst im Rathaus scheint man daran mittlerweile Zweifel zu haben. Die Polizei hat jedenfalls Vorermittlungen aufgenommen.

Füssen – Die Füssener Polizei hat Vorermittlungen wegen des Verdachts der Materialunterschlagung und des Betrugs im städtischen Bauhof aufgenommen. Entsprechende Informationen des Kreisbote bestätigte Füssens Polizeichef Edmund Martin auf Nachfrage.

Dabei handle es sich derzeit um einen Anfangsverdacht, dem nachgegangen werde. „Wir sind gerade in den Vernehmungen“, sagte Martin. Gegen wen sich der Verdacht richte, dazu wollte er sich nicht äußern. 

Sobald die Befragungen abgeschlossen seien, werde die Polizei die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft in Kempten weiterleiten. Diese habe dann darüber zu entscheiden, ob ein Verfahren offiziell eingeleitet wird.

Hintergrund ist nach Informationen unserer Zeitung, dass ein ehemaliger Hausmeisterservice im Dienste der Stadt im Verdacht stehen soll, bis etwa 2015 Streusalz des städtischen Bauhofs unter der Hand an private Hausverwaltungen verkauft zu haben. Dabei sollen beispielsweise auch Briefköpfe der Stadt missbräuchlich genutzt worden sein.  

Anzeige erstattet hat die Stadtverwaltung selbst, wie Pressesprecher Felix Blersch auf Nachfrage bestätigte. Darüber hinaus wolle sich die Verwaltung zu der Angelegenheit aber nicht äußern. 

Bereits vor zwei Jahren hatte der 2012 geschasste Bauhofverwalter Werner Miller gegenüber dem Kreisbote behauptet, dass jahrelang von dem ein oder anderen Bauhofmitarbeiter Streusalz an bekannte und befreundete Hausmeister und Hausverwaltungen verkauft und dabei in die eigene Tasche gewirtschaftet worden sei. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und der damalige Hauptamtsleiter Andres Rist sollen laut Miller davon gewusst haben. 

Bürgermeister Iacob hat das gegenüber unserer Zeitung stets bestritten. Allerdings hatte er seinerzeit erklärt, dass bis 2016 tatsächlich – allerdings legal - Streusalz an Hausverwaltungen von größeren Wohnkomplexen verkauft worden sei. Dann habe man diese Praxis aber beendet.

Erst vor wenigen Woche war bekannt geworden, dass die Stadtverwaltung die Strukturen des Bauhofs in der Kemptener Straße durch externe Berater durchleuchten lassen will.

Update: In einer ersten Version des Artikels hieß es irrtümlich, dass gegen Mitarbeiter der Stadt Vorermittlungen laufen. Das ist falsch. Es handelt sich um ehemalige externe Mitarbeiter. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen! 

Matthias Matz

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