Landratsamt soll geplante Hotelerweiterung in Hopfen überprüfen

Stimmen die Zahlen?

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Mit einem Bebauungsplan wollen Stadtverwaltung und Stadtrat dem Wildwuchs in Hopfen am See Einhalt gebieten. Bevor der Plan Gültigkeit erlangt, wollen einige Hoteliers ihre Umbau- und Erweiterungspläne jetzt noch durchbekommen.

Füssen – Die geplante Erweiterung eines Hopfener Hotels sorgt weiterhin für erheblichen Diskussionsbedarf im Stadtrat.

Zwar hat das Gremium einer Bauvoranfrage des Bauwerbers bereits sein kommunales Einvernehmen erteilt. Da die Stadträte aber mittlerweile überzeugt sind, auf Grundlage womöglich falscher Angaben zugestimmt zu haben, soll nun das Landratsamt noch einmal genauer hinschauen. 

Hat sich der Stadtrat beim Erteilen seines Einverständnisses zu einer Hotelerweiterung in Hopfen vom Bauwerber durch mutmaßlich falsche Zahlen täuschen lassen? 

Diesem Verdacht soll nun gemäß einstimmigem Beschluss das Landratsamt nachgehen. Beantragt hatten das Herbert Dopfer (Füssen-Land), Bernhard Eggensberger (Füssen-Land), Michael Schmück (CSU) und Dr. Martin Metzger (BfF). Denn aus Sicht der Vier spricht einiges dafür, dass der Bauwerber möglicherweise falsche Angaben zu den Stellplätzen gemacht hat, um so das kommunale Einvernehmen für seine Pläne zu bekommen. 

Unter anderem soll das genannte Gästehaus in der Uferstraße um neun Suiten erweitert werden. Da der Bebauungsplan „Uferstraße Nord“ aber gerade erst aufgestellt wird (der Kreisbote berichtete), hatten die Gremien in der Vergangenheit keine Möglichkeit, die Erweiterung baurechtlich zu stoppen. Das sah bislang auch die Baubehörde im Landratsamt so. 

Und da der Bauwerber – zumindest auf dem Papier – die erforderlichen Stellplätze nachweisen konnte, erteilte der Stadtrat dem Vorhaben nach langen Diskussionen und mehreren Planänderungen sein Einvernehmen, obwohl es den Zielen des neuen B-Plans teilweise entgegensteht. Sämtliche Fristen, das Einvernehmen wieder zurückzuziehen, sind mittlerweile verstrichen.

Mittlerweile scheint sich aber der Verdacht zu erhärten, dass die Stellplätze womöglich nur auf dem Papier existieren. Zwar könne das Hotel auf dem Plan 43 statt der nach Stellplatzsatzung erforderlichen 41 Stellplätze nachweisen, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer berichtete. Doch nach Ansicht einiger Stadträte handle es sich dabei lediglich um Augenwischerei. 

Fehlen Stellplätze? 

So erklärte Dr. Metzger, dass sein Informant nur 23 Stellplätze gezählt habe – und das, obwohl das Restaurant in der Vergangenheit Stück für Stück erweitert worden sei. „Das Restaurant hat keinen einzigen Stellplatz!“, sagte auch Herbert Dopfer. 

Als vermeintlichen Beweis hatte er ein Foto mitgebracht, das die Tiefgarage ausschließlich als Parkmöglichkeit für Hotelgäste ausweist. „Wir machen ja so einen Antrag nicht aus Jux und Dollerei!“ Mit-Antragsteller Michael Schmück ergänzte: „Die Plätze sind nicht vorhanden.“

Und CSU-Fraktionskollege Andreas Eggensberger meinte: „Elf Plätze fehlen definitiv!“ Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Bauamtsleiter Angeringer zeigte sich überrascht. „Uns liegen keine Erkenntnisse über eine Erweiterung des Restaurants vor“, sagte Angeringer. Iacob ergänzte: „Möglicherweise ist da erweitert und umgebaut worden, ohne dass das uns gemeldet wurde. Das sind Informationen, die wir nicht haben“, gab er zu. 

Dass die Bauverwaltung zu blauäugig mit Bauanträgen umgehe, stritt er aber ab. „Wir müssen auch auf die Ehrlichkeit der Bürger bauen“, sagte er. Jeden von vorneherein unter Verdacht zu stellen, gehe nicht. „Wir müssen von dem ausgehen, was im Plan dargestellt wird“, ergänzte Angeringer. 

Bürgermeister Iacob war es schließlich, der das weitere Vorgehen beantragte. Demnach soll nun das Landratsamt die Angelegenheit noch einmal genau überprüfen, da der Stellplatznachweis jetzt als nicht erfüllt angesehen werden müsse. „Hätten wir damals die Erkenntnis gehabt, hätten wir das Ganze schon damals zurückgewiesen“, so Iacob.

Matthias Matz

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