"Nicht ausreichend"

Zahl der privat angebotenen Ferienwohnungen in Füssen steigt und steigt

+
Eindeutige Statistik: Die Zahl der Anbieter von privaten Ferienwohnungen steigt seit Jahren kontinuierlich an.

Füssen – Weil ihm belastbare Zahlen und Fakten zur tatsächlichen Situation auf dem Füssener Wohnungsmarkt fehlen, hat CSU-Fraktionsvorsitzender Heinz Hipp den Erlass einer Zweckentfremdungssatzung zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt.

Mit Hipp stimmte die Mehrheit des Stadtrates gegen die Satzung.  Erst wenn eine Bestandsaufnahme vorliege, könne eine Entscheidung getroffen werden, lautete die Argumentation. Diese Analyse hat die Stadtverwaltung mittlerweile vorgenommen – mit eindeutigen Ergebnissen. 

Laut des zwölfseitigen Verwaltungs-Papiers, das dem Kreisbote vorliegt, fehlt es in Füssen an bezahlbaren Wohnungen. Eine Erhebung des Bayerischen Landesamtes für Statistik weist zum 31. Dezember 2017 ein rechnerisches Defizit von 316 Wohnungen für die Lechstadt aus. 

Betroffen davon ist vor allem der bezahlbare Wohnungssektor für niedrigere Einkommen. Sozialwohnungen sind derzeit 155 im Angebot, fast ausschließlich vom Siedlungswerk Füssen und alle vermietet. Dessen Fazit fällt eindeutig aus: „Unsere Sozialwohnungen sind allesamt vermietet. Die Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum ist in Füssen sehr hoch. Wir haben inzwischen Wartelisten von über 200 Wohnungssuchenden. Ein Großteil der Bewerber fällt unter die einkommensorientierte Förderung“, heißt es in einer Stellungnahme des Wohnbau-Unternehmens dazu. „Das Angebot an Sozialwohnungen ist in Füssen nicht ausreichend.“ 

Doch auch die anderen Sektoren des Wohnungsmarktes in der Lechstadt sind davon betroffen. „Es fehlen auch noch weitere Wohnungen“, sagte Füssens Hauptamtsleiter Peter Hartl gegenüber unserer Zeitung. 

Mehr Einwohner

 Ein Grund für den Mangel an Wohnraum ist laut der Erhebung des Rathauses, dass zwischen 2014 und 2017 die Zahl der Einwohner prozentual stärker gestiegen ist als die Zahl der vorhandenen Wohnungen. Während die Einwohnerzahl von 14.881 in 2014 auf 15.558 in 2017 stieg – ein Zuwachs von fünf Prozent –, wuchs die Anzahl an Wohnungen lediglich von 8039 auf 8246 (plus 2,5 Prozent). Im gleichen Zeitraum gingen die Baugenehmigungen von 34 (29 Wohnungen) in 2014 auf 14 (12 Wohnungen) in 2017 zurück. Auffällig ist auch: Während 2014 bei sieben Baugenehmigungen insgesamt 38 Wohnungen fertig gestellt wurden, waren es drei Jahre später trotz 30 Baugenehmigungen unterm Strich nur 41 Wohnungen (plus drei Prozent).

Ein weiterer Grund für das Fehlen von Wohnungen sind tatsächlich die derzeit kontrovers diskutierten privat angebotenen Ferienwohnungen. Hier kennt die Entwicklung laut der Erhebung der Stadtverwaltung seit 2009 nur noch eine Richtung – nach oben. Allein zwischen 2014 und 2018 stieg die Zahl der privat angebotenen Ferienwohnungen von 394 auf 409. Wobei angemerkt werden muss, dass 2017 sogar 410 dieser Wohnungen auf dem Markt waren. 

Waren etwa 2009 keine 250 Anbieter von privaten Ferienunterkünfte registriert, belief sich die Zahl der Vermieter 2018 Jahr bereits auf 293. 

Steigende Zahlen

Die Anzahl der angebotenen Betten stieg im gleichen Zeitraum von 1000 auf 1237. Das alles ist laut Hartl zwar „kein dramatischer Anstieg“, dennoch ist das Niveau konstant hoch. Auffällig in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Zahl der Betten in gewerblich angebotenen Ferienwohnungen nach einem Höchststand in 2013/2014 nach einem Einbruch ein Jahr später wieder kontinuierlich – wenn auch deutlich unter dem Niveau der privat angebotenen – ansteigt. Gleiches gilt für die gewerblich angebotenen Ferienwohnungen.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Tourismus bleibt stabiler Wirtschaftsfaktor in Wertach
Tourismus bleibt stabiler Wirtschaftsfaktor in Wertach
Füssener Künstlerin bringt Bilderbuch über Corona-Pandemie heraus
Füssener Künstlerin bringt Bilderbuch über Corona-Pandemie heraus
Wandertrilogie bietet digitalen Wanderpass an
Wandertrilogie bietet digitalen Wanderpass an
Schwangau installiert eine neue Außenbeleuchtung für Schloss Neuschwanstein
Schwangau installiert eine neue Außenbeleuchtung für Schloss Neuschwanstein

Kommentare