Verbindliche Regeln für Märkte

Ausschuss empfiehlt die Erlassung einer Markt- und Marktgebührensatzung

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Der Wochenmarkt an der Morisse.

Füssen – Um ein verbindliches Regelwerk für die Märkte in Füssen zu haben, hat der Finanzausschuss jetzt dem Stadtrat einstimmig empfohlen, eine Markt- und Marktgebührensatzung zu erlassen.

Darin wird nicht nur festgelegt, wo und wann die Märkte stattfinden dürfen, sondern auch welche Fristen zu beachten sind und was dort verkauft werden darf.

Was in anderen Allgäuer Kommunen bereits Usus ist, soll es jetzt auch in Füssen geben: Eine Marktsatzung und eine Marktgebührensatzung. Die Stadt brauche diese um zu klären, was bei Märkten zugelassen sei, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) „Sonst haben wir keine Handhabe“. Gelten sollen sie für den Wochenmarkt, jährlich drei Jahrmärkte und bis zu sechs Spezialmärkte. Nicht mit aufgenommen werden beispielsweise der Adventsmarkt oder der Nikolausmarkt.

„Wir haben uns auf die Märkte beschränkt, die seit vielen Jahren stattfinden“, erklärte Markus Gmeiner von der Stadtverwaltung. Mit dieser Satzung habe die Stadtverwaltung eine „vernünftige Regelung gefunden ohne den Rahmen zu sprengen“, ist er überzeugt. 

Einen Änderungsvorschlag hatte Peter Hartung (CSU) aber trotzdem. So kritisieren viele Hopfener, dass der Töpfermarkt an der Uferpromenade zu groß geworden sei, sagte Hartung. „Er kollidiert mit dem Badebetrieb.“ Solche Märkte dürften dort im Sommer nicht stattfinden. Denn „die Uferpromenade wird grundsätzlich bis Oktober stark frequentiert.“ 

Mit diesem Argument überzeugte Hartung wohl seine Stadtratskollegen. Sie sprachen sich einstimmig dafür aus, dass ab 2019 nur noch maximal drei Märkte von 1. September bis 31. Mai an der Uferpromenade stattfinden dürfen. Denn für 2018 seien die Verträge schon unterschrieben, so Gmeiner. 

Günstige Gebühren?

Daneben regte Herbert Dopfer (Füssen-Land) an bei der Neuanlegung des Von-Freyberg-Parks im Zuge des neuen Zentralen Omnibusbahnhofs eine entsprechende Fläche für Märkte auszuweisen. Diese Nutzung sollte bei der Gestaltung berücksichtigt werden, meinte auch Hartung. „Wir wissen noch nicht, wie der Garten angelegt wird“, warf Iacob ein. Das müsse der Stadtrat noch diskutieren. Ein anderes Thema beschäftigte Wolfgang Bader (SPD). Die neue Marktgebührensatzung sieht für Stände auf dem Wochenmarkt 1,20 Euro am Tag je angefangener Meter Frontlänge (inklusive Strom), für Stände auf dem Jahrmarkt 6,30 Euro am Tag je angefangener Meter Frontlänge (inklusive Strom) und für die Spezialmärkte wie beispielsweise den französischen oder italienischen Markt 250 Euro pro Tag und Markt (ohne Strom) vor. 

Gerade für die Spezialmärkte sei das „relativ günstig“, fand Bader. Schließlich seien das „geschlossene Gruppen.“ „Die kommen günstiger weg als Jahrmärkte.“ „Die Gebührensätze haben sich bewährt“, meinte dazu Gmeiner. Darüber hinaus verlange jede Kommune „komplett unterschiedliche“ Gebühren. Zudem wolle die Stadt die Standbetreiber „nicht überfordern“, meinte Iacob. Das sei schließlich „eine schöne Angelegenheit.“ Auf den Spezialmärkten würden qualitativ sehr gute Produkte verkauft. „Sie sind vom Preis aber so, dass kein Massenumsatz entsteht“, so der Rathauschef. „Wenn wir zu viele Gebühren verlangen, dann haben wir sie plötzlich nicht mehr.“

Katharina Knoll

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