Die junge Künstlerin Mia Müller stellt derzeit ihre Werke in der Commerzbank aus

Schritt ins Dreidimensionale

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Künstlerin Mia Müller und Philipp Einsiedler, Filialdirektor der Commerzbank, besichtigen gemeinsam Müllers Ausstellung in der Commerzbank-Filiale.

Füssen – Wer der hektischen Füssener Luitpoldstraße entfliehen will, der kann sich jetzt vor der Bilderwelt von Mia Müller erholen und einen ungetrübten Kunstgenuss im Gedächtnis speichern.

Diese ist bis Mitte September in der Füssener Commerzbank zu sehen. Anders als viele ihrer Künstlerkollegen es tun, gibt Mia Müller ihren Gemälden in Mischtechnik einfache Titel. So heißt ein Bild „Hase“. 

Der Besucher muss bei einem Rundgang durch die Geschäftsräume in der Luitpolstraße 5 auch nicht lange suchen, bis ihn ein Meister Langohr treuherzig anschaut. Das von Philipp Einsiedler, Filialdirektor der Commerzbank, auf einem Kreativmarkt in der Region entdeckte Talent ist jedoch keine x-beliebige Tier- oder Naturmalerin. Sie zeichnet nicht nach, was man draußen so alles über die Felder hoppeln oder auf einer Plantage wachsen sieht. 

Die nach Skizzen geschaffenen Gemälde haben neben ihrem dekorativen Charakter in stilistisch gelungener Formgebung eine weitere Dimension, die sich für den Betrachter nicht sofort erschließen lässt. Die Autodidaktion aus Petersthal, die in Kempten als Selbstständige in einem Tätowierstudio arbeitet, entpuppt sich als eine fantasievolle Erbin der Surrealisten. 

Da sie als Mädchen „immer gemalt“ habe, wie sie dem Kreisbote erzählte, bringt Mia Müller trotz ihrer erst 25 Lebensjahre reichlich Erfahrung als Bildende Künstlerin mit. Auch den riskante Schritt in die Dreidimensionalität gelingt ihr. In Füssen, wo zeitgenössische Kunst kaum ausgestellt wird, ist es der Commerzbank hoch anzurechnen, dass hier Wände als Galerie für handliche Formate dienen. Der „Hase“ in Mia Müllers erster eigenen Ausstellung sollte – anders als beispielsweise „Die Ananas“ oder „Der Pfau“ – den Weg zurück in Müllers Wohnung bei Oy-Mittelberg finden. „Das Bild gehört in unseren Flur“, so Müller.

Sie und ihre Mitbewohnerin könnten den Verlust des Gemäldes wohl nur dann verschmerzen, wenn es sich bei dem Käufer um einen ganz besonders liebenswürdigen Menschen handeln würde. Ein Bild, so informiert Banker Einsiedler, sei sofort verkauft worden. „Das Interesse an dieser Ausstellung ist schon kurz nach derEröffnung groß.“ Den Betrachtern dieser Bilderwelt kann ein Satz von Herbert Marcuse mit auf den Weg gegeben werden: 

Der Künstler stelle dar, „was wirklicher ist als die Wirklichkeit selbst“, schreibt Marcuse, inspiriert von der ästhetischen Theorie des Theodor Adorno, in seinem Werk „Die Permanenz der Kunst“ (1977). 

cf

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