Zügiger Ausbau gefordert

Zeitgleich mit der Vorstellung der neuen Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Ostallgäu, Dr. Susanne Schlichtner, wurden seitens des Fördervereins des Füssener Krankenhauses Zahlen und Fakten präsentiert. Und Stellung bezogen zu Gerüchten über private Träger und einen Ausverkauf der medizinischen Versorgung im Altlandkreis Füssen.

Wer die Gerüchte um Gespräche zwischen dem Ostallgäuer Landrat und einem privaten Träger aufgebracht hat und damit für erhebliche Diskussionen und Ängste in Füssen gesorgt hat, ist unerheblich. Die politisch Verantwortlichen, allen voran der Landratsstellvertreter Hubert Endhart und die Kreistagsvorsitzende Uschi Lax wussten nichts über derartige Pläne. Wären sie doch auch ein Armutszeugnis, wo man seitens des Fördervereins und der Ärzteschaft Zahlen vorlegen konnte, die das Haus Füssen zu einem Vorzeigestück machen. Wie gut die Arbeit in Füssen ist, das konnten die hier tätigen Ärzte nicht nur anhand von Fällen belegen, sondern auch mit harten Fakten und Zahlen. So wurde die Belegung im Haus in den Jahren 2005 bis 2009 von knapp 60 auf über 90 Prozent (die Nummer Zwei der fünf Ostallgäuer Krankenhäuser, Marktoberdorf, liegt bei 77,6%) gesteigert, die Zahl der chirurgischen Eingriffe stieg auf 1700 und auch die Zahl der Geburten stieg in diesem Zeitraum signifikant an. Dabei aber betonten die Ärzte wie auch Gerda Bechteler, die Vorsitzende des Fördervereins, die Notwendigkeit dieser medizinischen Arbeit. Und wandten sich energisch gegen jedweden Abbau und Ausverkauf dieser Versorgung. Es sei schlichtweg undenkbar, so Dr. Behrends, der führende Gynäkologe in Füssen, diese Abteilung, (mit rund 300 Geburten pro Jahr) einfach zu schließen. Im Umkreis von 50 Kilometern gebe es keine entsprechende Abteilung mehr. Und man könne einer Schwangeren in den Wehen auch eine Fahrt über diese Distanz nicht zumuten. Füssen ist im Einzugsgebiet für etwa 30000 Menschen im Altlandkreis Füssen zuständig, dazu kommen noch mehr als 1,5 Millionen Gäste, die das südlichste Ostallgäu jährlich besuchen. Und die hier auch die Dienste der Chirurgie etwa Anspruch nehmen. Hier konnte man im Vergleich zum Vorjahr auch eine Steigerung um fast 20 Prozent der Fälle verzeichnen. Wobei betont wurde, dass eine Steigerung von zwei Prozent normal wäre, 20 Prozent aber nur bestätigen würden, welch gute und überzeugende Arbeit das Team leisten würde. Was sowohl die neue Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu, Dr. Susanne Schlichtner, als auch Karl Spindler, bisheriger Interimsvorsitzender der Häuser, bestätigten. Dr. Susanne Schlichtner, die sich an diesem Abend den Füssenern vorstellte, erläuterte auch ihre Ziele, wobei sie hervorhob, überall die Grund- und Notfallversorgung gewährleis- ten zu wollen und jedem Haus Schwerpunkte zugestand. Man brauche eine breite Palette an Angeboten aber nicht jeder Standort müsse alles leisten, so Dr. Schlichtner, die über 20 Jahre in diversen medizinischen Häusern gearbeitet hat. Gerda Bechteler erinnerte aber daran, dass man seinerzeit bei der Gebietsreform den Füssenern auch viel versprochen hatte, dann aber vieles, allen voran die Arbeitsplätze nach Marktoberdorf abgezogen wurden. Im Rahmen des Abends wurde eine Resolution verabschiedet, unterzeichnet von aktuell 113 Bürgern von Füssen, die sich für den Erhalt des Hauses unter einem öffentlichen Träger als Haus der Grundversorgung einsetzen. Und für einen zügigen Ausbau sowie Modernisierung des Füssener Hauses. Die aktuelle Diskussion, so Gerda Bechteler, sei unverständlich, da sie dem Ansehen des Hauses sehr schade. Private und kommunale Leistungen seien nicht Vereinbar, insbesondere, da das Haus Füssen für jeden Investor eine feine Sache wäre, angesichts der positiven zahlen.

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