Zuerst Kosten ermitteln

Um eine verlässliche Orientierungshilfe in Bezug auf Mietpreise zu schaffen, haben die Freien Wähler in der Sondersitzung des Füssener Stadtrats am vorvergangenen Dienstag die Erstellung eines Mietspiegels gefordert. Das ist eine Übersicht über die ortsüblichen Mieten im frei finanzierten Wohnungsbau. Als Ansprechpartnerin hatte das Gremium dazu die erste Vorsitzende des Haus und Grundbesitzer Vereins, Annegret Viebig-Sandler, eingeladen. Nach einer kurzen Diskussion einigte sich das Gremium darauf, sich zuerst mit kompetenten Institutionen über die Maßnahmen und Kosten eines einfachen Mietspiegels zu beraten und dann eine mögliche Aufstellung im Haushaltsplan für das kommende Jahr zu beschließen.

„Ein einfacher Mietspiegel wäre für Füssen eine wunderbare Sache“, ist sich Viebig-Sandler sicher. Denn er lege fest, so die Vorsitzende, wann und unter welchen Bedingungen Mieten erhöht werden dürfen. Da die Mitglieder ihres Vereins „vernünftigen Wohnraum, zu einem vernünftigen Mietpreis an vernünftige Mieter“ vermieten möchten, würden sie einen Mitspiegel, der sehr viel Ärger ersparen würde, sehr begrüßen, so die Vorsitzende. Dabei gebe der Spiegel aber auch den Mietern eine Sicherheit, versicherte sie auf Nachfragen. Allerdings sei es ein sehr großer Aufwand diesen zu erstellen. Deshalb haben unter anderem auch Marktoberdorf, Oberstdorf und Weilheim keinen Mietspiegel, erklärte Ernst Meßthaler vom Liegenschaftsamt. Denn „der Nutzen steht nicht im Verhältnis zum Aufwand“ sind sie sicher. Außerdem müsste der Mietspiegel alle zwei Jahre angepasst werden. Wenn, so Meßthaler, dann käme für Füssen nur ein einfacher Mietspiegel in Frage, bei dem die Mietpreise verschiedener Wohnungsimmobilien miteinander verglichen werden. Dem stimmte auch Viebig-Sandler zu, koste doch ein qualifizierter Mietspiegel der mit wissenschaftlichen Methoden erstellt wird für eine Kleinstadt rund 60.000 Euro. Außerdem bot sie an für einen einfachen Mietspiegel eine Vermieterbefragung in ihrem Verein durchzuführen. Die Stadt könnte dann die Mietpreise mit denen des Siedlungswerks und anderen größeren Vermietern vergleichen und auswerten. In dem Mietspiegel müssten allerdings die verschiedenen Wohnqualitäten aufgelistet und die Kosten mit den entsprechenden Institutionen geteilt werden, forderte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Ursula Lax (CSU) sah in dem Mietspiegel auch eine Möglichkeit neue Investoren anzulocken und Petra Schwartz (Grüne) sprach sich dafür aus auch den Mieterschutzverein mit an den Tisch zu holen. Letztendlich sprachen sich 17 der 19 Stadträte dafür aus, mit dem Haus und Grundbesitzer-Verein und weiteren kompetenten Institutionen die Maßnahmen und Kosten für einen Mietspiegel zu ermitteln. Außerdem wollen sie dann eine mögliche Aufstellung für den Haushaltsplan 2013 beschließen.

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