Fit für die Zukunft

SPÖ-Soziallandesrat Gerhard Reheis (v.l.), Reuttes Bürgermeister Alois Oberer und der Direktor der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Reutte, Peter Mittermayr, diskutieren mit der Außerferner Bevölkerung über die Zukunft der Altenpflege im Bezirk Reutte. Foto:privat

Bis zum Jahr 2022 wird die Tiroler Bevölkerung voraussichtlich um 10,5 Prozent wachsen, der Anteil der über 85-Jährigen hingegen um 83 Prozent ansteigen. Deshalb möchte sich das Land Tirol mit dem Strukturplan Pflege, den SPÖ-Soziallandesrat Gerhard Reheis auf den Weg gebracht hat, auf diese Situation vorbereiten, wie die SPÖ-Landesgeschäftsführerin Dr. Christine Mayr berichtete. Bei einer öffentlichen Diskussionsrunde in Breitenwang wurde dieses Vorhaben kürzlich mit der Bevölkerung erörtert.

„Allein diese zwei Zahlen zeigen, wie groß der Handlungsbedarf für die Politik ist, um die Pflege und Betreuung von alten und älteren MitbürgerInnen in den nächsten zehn Jahren sicherzustellen“, meinte Reheis. Mit dem Strukturplan Pflege soll das Sozialbudget mit den Anforderungen mitwachsen. Der Strukturplan wurde den Systempartnern bereits präsentiert und sieht vor allem bei den mobilen Diensten eine Leistungssteigerung vor: Bis 2022 soll es 40 Prozent mehr Leistungsstunden geben. Aber auch Heimplätze sollen geschaffen, alternative Wohnformen, Tagesbetreuung, Über- gangs- und Kurzzeitpflege sollen ausgebaut werden. So soll es zukünftig im Bezirk Reutte 14.300 Stunden mehr in die mobile Pflege investiert werden und zusätzlich 34 Heimplätze geschaffen werden. Das bedeutet auch, so die SPÖ, dass mehr finanzielle Mittel in die Ausbildung von Arbeitskräften in den Gesundheitsberufen investiert werden sollen. „In der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Reutte wurde bereits in den vergangenen zehn Jahren das Ausbildungsvolumen verdoppelt und wir brauchen eine solche Verdoppelung auch in den kommenden zehn Jahren“, meint der Direktor der Schule, Peter Mittermayr. „Damit das gelingen kann, muss die Zahl der Praktikumsplätze mitwachsen, denn mit diesen sind wir derzeit am Limit.“ Allerdings nehmen 85 Prozent der Diplompfleger nach ihrer Ausbildung einen Job im Krankenhaus an. „Junge Leute drängen nicht in die Altenpflege, deshalb setzen wir verstärkt auf Wiedereinsteiger- Innen“, so Mittermayr. Eine bessere Bündelung der mit der Pflege befassten Kräfte forderte zudem der Reuttener Bürgermeister Alois Oberer. „Sprengel und Heime dürfen nicht in Konkurrenz zueinander stehen.“ Außerdem sollten seiner Meinung nach auch beide Außerferner Heime unter einer gemeinsamen wirtschaftlichen Führung stehen. „Manche Gemeinden bezahlen keinen Investitionsbeitrag für ihre BürgerInnen, wenn diese nicht im Verbandsaltersheim untergebracht werden können. Das führt dann dazu, dass BewohnerInnen ein zweites Mal übersiedeln müssen, wenn dort ein Platz frei wird – für alte Menschen eine Zumutung“, so der Reuttener Bürgermeister. In der anschließenden Diskussion mit den Breitenwanger Bürgern stand vor allem der oft mangelhafte Informationsfluss im Mittelpunkt. Zum Schluss waren sich alle einig, dass ein sogenanntes „Care- oder Casemanagement“ zu einer Verbesserung führen würde.

Meistgelesen

Derblecken auf hohem Niveau
Derblecken auf hohem Niveau
Rückzug mit Ansage
Rückzug mit Ansage
Außerferner Sozialdemokraten stellen ihre Pläne für die Zukunft vor
Außerferner Sozialdemokraten stellen ihre Pläne für die Zukunft vor
Ein "ordentlicher Haushalt"
Ein "ordentlicher Haushalt"

Kommentare