Initiative aus Füssen Tourismus und Marketing, Hoteliers und Autohäusern wollen Elektroautos aus der Nische holen

Interesse für Elektroautos wecken

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Hoteliers und Autohäuser stellen ihre Elektroautos im Klosterhof Füssen vor.

Füssen – Der Klosterhof als 1a-Parkplatz in der Altstadt? Zumindest am Donnerstag war dort ein großer Fuhrpark zu sehen.

Und eines haben die nagelneuen Modelle gemeinsam: Sie sollen als Elektrofahrzeuge den Straßenverkehr der Zukunft umweltschonender machen. Eine lokale Initiative – ausgehend von Füssen Tourismus und Marketing (FTM), Hoteliers und Autohäusern – verfolgt jetzt das Ziel, „das Elektroauto“ aus der Nische zu holen. 

Die Zukunft stellt sich vor

Nach offiziellen Angaben stagniert der Anteil der Elektrofahrzeuge in Deutschland weiterhin bei einem Prozent. Um dies zu ändern, sei der Urlaub gut geeignet: Im Alltag nehme sich kaum einer die Zeit dafür, um ein Elektroauto zu testen, hieß es bei der Schau im Klosterhof, die Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier einleitete. 

Dieser unterstrich mit Blick auf die idyllische Landschaft das Bewusstsein für den Umweltschutz. Touristen nutzten gern den öffentlichen Nahverkehr, aber eine große Gruppe wolle doch lieber für einen Ausflug das Auto nutzen. Dies wird mit Elektroautos – auch den mit der Bahn angereisten Gästen – heute immer stärker ermöglicht, hieß es in der Experten-Runde. 

Heike Eggensberger brachte es wenig später auf den Punkt: „Wir haben als Gastgeber eine Türöffnerfunktion.“ Das heißt: Schon vor einigen Jahren hatte ihr Mann Andreas Eggensberger eine Vorreiterrolle übernommen. Er hatte einen im Vergleich zu heutigen Modellen kurios aussehenden Elektromobil-Zweisitzer angeschafft. Wie er stellt auch der Füssener Hotelier Wolfgang Sommer den Gästen und Mitarbeitern Elektroautos und Ladestationen zur Verfügung. 

20 Ladestationen

Auf dieser Schiene bewegen sich zudem die Elektrizitätswerke Reutte (EWR). Geschäftsführer Dr. Christoph Hilz wies auf die Pläne hin, in Tirol und „darüber hinaus im Altlandkreis Füssen in den nächsten Jahren insgesamt 20 öffentliche Ladestationen zu bauen“. 

E-Autos testen

Die Gelegenheit ihre Autos und Konzepte zur E-Mobilität vorzustellen, nutzten die Füssener Autohäusern Heuberger, Medele und Mendler in kurzen Statements.

Für Nachfragen standen als Gesprächspartner Alexander Berndt, Carsten Wojtzek und Maximilian Eichstetter zur Verfügung. Dabei wurde nochmals deutlich: Eingebunden in die gestartete Allianz unter dem Motto „Füssen goes Electric“ verfolgen die Teilnehmern dieser Initiative das Ziel, die Pkw-Fahrer für den Einsatz von Elektroautos zu gewinnen. 

Dafür stehen unterschiedliche Leihfahrzeuge bereit. Denn es muss nicht die ebenfalls im Klosterhof parkende Luxusmarke Tesla sein, die als Kultobjekt und Statussymbol gilt. Die weiterhin zu beobachtende Zurückhaltung gegenüber dem Elektroauto habe insbesondere damit zu tun, dass große Unsicherheit darüber herrsche, wie und wo Ladestationen genutzt werden könnten und für wie viele Kilometer der Strom reiche. Darüber herrschte Einigkeit. 

Infofluss verbessern

Deshalb soll der Informationsfluss verbessert werden. Tourismusdirektor Fredlmeier machte außerdem deutlich: „Die Stadt Füssen leidet mehr als die Nachbarkommunen unter der ständigen Verkehrsbelastung und den dadurch verursachten Immissionen. 

Deshalb wollen wir ein Signal für nachhaltige Mobilität setzen.“ Inzwischen hat FTM selbst ein Elektroauto. „Wir hoffen, dass weitere Betriebe offensiv in die Elektromobilität einsteigen“, unterstrich der Tourismusdirektor im Gespräch mit dem Kreisbote. Er freue sich, dass die E-Bikes gut ankommen. „Im Pkw-Bereich wollen wir jetzt nachziehen“, so Füssens Tourismuschef Stefan Fredlmeier. 

Chris Friedrich

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