Familien Trost spenden

Zur-Ruhe-Bettung: Interessengruppe setzt 39 still geborene Kinder bei

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Der katholische Pfarrer Martin Maurer (2. v.r.) und sein evangelischer Kollegen Jörn Foth (2. v.l.) gestalten die Zur-Ruhe-Bettung. Magnus Böck (rechts) hob das Grab aus und Facharzt Clemens Braselmann (links) bestattet den Kindersarg.

Füssen – Innerhalb eines halben Jahres wurden im Füssener Land 39 still geborene Kinder gezählt. Die gemeinsame Zur-Ruhe-Bettung fand jetzt in einer ökumenischen Feier mit einem kleinen Teilnehmerkreis vor der Gedenkstätte für totgeborene Kinder auf dem Sebastianfriedhof statt.

Mit gemeinsamen Gebeten begann auf dem Sebastianfriedhof die von Pfarrer Martin Maurer und seinem evangelischen Kollegen Jörn Foth gestaltete Zur-Ruhe-Bettung der innerhalb von sechs Monaten „still geborenen“ Kinder. Halbjährlich wird hier bei der Gedenkstätte für die totgeborenen Babys zu einer Feier eingeladen, die den trauernden Angehören Trost spenden soll. Eine kleine Interessengruppe organisiert die Zur-Ruhe-Bettung, deren Sprecherin viele Jahre Beate Kowoll war. Kowoll verstarb im vergangenen Jahr, weshalb die Aufgaben heuer neu verteilt wurden. 

Dies gelte laut Pfarrer Martin Maurer aus der Pfarreiengemeinschaft am Forggensee auch für die alljährliche Gedenkfeier, die für Samstag, 14. November, 14.30 Uhr, in der Franziskanerkirche mit anschließendem Gang zum Friedhof geplant ist. Offen sei allerdings noch, ob die Benefizveranstaltung mit Musik und Literatur, die für Sonntag, 20. September, um 17 Uhr im Vortragssaal des Franziskanerklosters geplant ist, stattfinden könne. 

Als Sponsor für die Füssener Interessengruppe, die die Pflege der Gedenkstätte aus Spenden finanziert, hatte das regionale Beerdigungsinstitut Leitenmaier, das Andrea Leitenmaier vertrat, den Kindersarg und den Blumenschmuck zur Verfügung gestellt. Clemens Braselmann, Facharzt für Gynäkologie, legte den Sarg in das von Magnus Böck ausgehobene Grab. Böck, der am Städtischen Waldfriedhof beschäftigt ist, trat damit die Nachfolge von Klaus Eichinger an, der viele Jahre ehrenamtlich für den Grabaushub gesorgt hatte. Braselmann wiederum gehört als langjährigen Aktiver zur Gruppe. 

Im Durchschnitt 

„Wir übergeben hier 39 Kinder in die liebenden Hände Gottes“, sagte Pfarrer Foth in seiner kurzen Ansprache. Vor dem Segen bat Pfarrer Maurer den überschaubaren Teilnehmerkreis – Angehörige waren dieses Mal nicht darunter – um einen „kurzen Moment der Stille“. Am Rande der Zur-Ruhe-Bettung wurde mit Betroffenheit angemerkt: die still geborenen Kinder wären zwei Kindergartengruppen gewesen. Ihre Zahl weiche aber nicht vom Durchschnittswert ab, erklärte Braselmann auf Nachfrage.

cf

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