Minus bei den Parkplätzen fällt niedriger aus als erwartet

"Besser als geplant"

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Die drei städtischen Parkplätze werfen noch immer keinen Gewinn ab. Zu hoch sind die Unterhaltskosten.

Füssen – Rund 1000 Parkplätze stellen die Stadtwerke Füssen an der Morisse, in der Sparkassen-Tiefgarage oder dem Parkplatz Achmühle am Festspielhaus Einheimischen und Gästen ganzjährig zur Verfügung. Doch dieser Service kostet die Stadtkasse viel Geld.

Allein im vergangenen Jahr betrug das Minus der Parkplätze knapp 271.000 Euro. Das Gesamtdefizit summiert sich somit auf annähernd 3,7 Millionen Euro. Nach Jahren des Draufzahlens sei mittlerweile aber „Licht im Tunnel“ zu sehen, wie Werkleiter Helmut Schauer am Dienstag im Werkausschuss ankündigte. 

Tatsächlich lesen sich die am Dienstagabend den Stadträten vorgestellten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr deutlich erfreulicher als in den vergangenen Jahren. So beträgt das Defizit in 2014 zwar rund 271.000 Euro. Allerdings waren die Verantwortlichen bei den Stadtwerken und in der Stadtkämmerei ursprünglich von einem planmäßigen Verlust in Höhe von 413.800 Euro ausgegangen. 

Hauptgründe dafür sind nach Angaben von Werkleiter Schauer und Stadtkämmerer Tobias Rösler niedrigere Ausgaben für den Unterhalt der Sparkassen-Tiefgarage (89.400 Euro) und Einsparungen bei den Zinsen (51.400 Euro). Darüber hinaus konnten im abgelaufenen Jahr 31.400 Euro mehr eingenommen werden als zunächst einkalkuliert. „Die Einnahmen aus der Benützung der Parkplätze und der Tiefgarage entwickelten sich besser als geplant“, berichtete Schauer. Demzufolge wurden an der Morisse und der Achmühle insgesamt 26.430 Euro und in der Sparkassen-Tiefgarage knapp 5000 Euro mehr eingenommen als prognostiziert.

 "Licht im Tunnel" 

In diesem Jahr liegt das Defizit bislang (Januar bis August) bei rund 75.500 Euro und somit deutlich niedriger als vor Jahresfrist. „Einsparungen in Höhe von 102.500 Euro sind besonders im Materialaufwand gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen“, erläuterte Schauer und verwies in diesem Zusammenhang auf die Sanierung der Sparkassen-Tiefgarage im vergangenen Jahr. Laut Wirtschaftsplan soll das Jahr 2015 insgesamt mit einem Minus von rund 171.000 Euro abschließen. Für das kommende Jahr rechnen Schauer und Rösler in ihrem Wirtschaftsplan mit einem Minus in Höhe von 100.000 Euro. „Es ist wieder Licht im Tunnel“, so Werkleiter Schauer.

 Davon wenig beeindruckt zeigte sich SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth, die wie bereits im vergangenen Jahr das „strukturelle Defizit“ beklagte und eine Sondersitzung zu diesem Thema forderte. „Es ist eine sehr gute Entwicklung bei den Stadtwerken zu erkennen, aber das wird konterkariert durch das Defizit bei den Parkplätzen“, sagte sie. Schauer erwiderte, dass zuletzt vor allem die Sanierung und Schließung der Sparkassen-Tiefgarage viel Geld gekostet und somit die Bilanz verhagelt habe. „Ich sehe das etwas rosiger“, so der Werkleiter. „Die Verluste werden nach unten gehen.“ 

Blick nach vorne 

Das sah auch Niko Schulte (CSU) so, der sagte: „Es war zuletzt kein Jahr, in der wir keine baulichen Probleme mit unseren Parkplätzen hatten. Das ist jetzt abgehakt!“ Dem hielt Deckwerth entgegen, dass auch in Zukunft womöglich wieder etwas saniert werden müsse. „Eine Tiefgarage oder Parkhaus zu betreiben, hat Unwägbarkeiten“. Betonte sie. „Es ist immens, was wir da aus dem Kernhaushalt reinpumpen.“ Unterstützung erhielt sie von Grünen-Stadtrat Jörg Umkehrer, der sich Deckwerths Forderung nach einer Sondersitzung zu dem Thema anschloss und dem Wirtschaftsplan als einziger seine Zustimmung verweigerte. 

Eine solche Sondersitzung könnte aber frühestens im kommenden Frühjahr stattfinden, verwies Bürgermeister Paul Iacob (SPD) auf die derzeit hohe Belastung von Stadtverwaltung und Stadtrat durch die derzeit zahlreichen Sitzungen. Vorher, so die Forderung von Niko Schulte, solle aber ein Parkraum-Konzept erstellt werden. „Erst dann kann ich über etwas diskutieren“, sagte der Zweite Bürgermeister.

Matthias Matz

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