Ein Schwimmbad für alle?

Zweckverband Allgäuer Land denkt über den Bau eines Lehrschwimmbades nach

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Vor allem für Schüler fehlt ein Lehrschwimmbad im südlichen Ostallgäu. Ein solches zu bauen, wäre eine künftige Aufgabe für den Zweckverband Allgäuer Land, so die Überzeugung von Füssens Bürgermeister.

Füssen – Nachdem alle Gewerbeflächen im Gewerbepark Allgäuer Land verkauft sind, „laufen derzeit nicht mehr ganz so viele Sachen“, stellte Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) vergangene Woche in der ersten Sitzung des Zweckverbandes Allgäuer Land (ZVAL) in der neuen Amtsperiode fest.

Um so wichtiger sei es, sich über künftige Projekte Gedanken zu machen. Neben gemeinsamen Grundstückskäufen, dem Breitbandausbau, der Digitalisierung der Kommunen und einer Zusammenarbeit der verschiedenen Bauhöfe brachte Eichstetter auch den Bau eines gemeinsamen Lehrschwimmbades ins Spiel. 

Damit die Stadt und die anderen Kommunen im ZVAL künftig wieder einen „gescheiten Schwimmunterricht“ für Kindergartenkinder und Schüler anbieten können, sollten sie zusammen ein Lehrschwimmbad bauen, schlug Eichstetter seinen Bürgermeister-Kollegen vor. Dafür habe er auch schon ein Grundstück einige Kilometer westlich von Füssen im Auge; erste Gespräche habe es mit dem Eigentümer bereits gegeben. 

Bei den anderen Rathauschefs kam diese Idee gut an – vorausgesetzt es werde kein Schwimmbad, das den bereits bestehenden Konkurrenz mache. „Es wäre vernünftig das zusammen zu machen“, meinte Pfrontens Bürgermeister Alfons Haff (Pfrontner Liste). Schließlich habe keine Gemeinde auch nur einen Euro zu viel in der Tasche. Auch Rudi Achatz (Freie Wählergemeinschaft), Bürgermeister der Gemeinde Hopferau, fand die Idee gut. Allerdings wünschte er sich einen Standort, der näher an Füssen liege. Denn viele Schulen stehen in der Lechstadt. Zudem sollte das künftige Bad einen gewissen Abstand zu anderen Bäder einhalten, um diesen nicht Konkurrenz zu machen. 

„Das ist nur eine erste Idee. Wir werden mehrere Standorte prüfen“, stellte Eichstetter klar. Markus Berktold (CSU), Bürgermeister der Gemeinde Seeg, war dagegen der Ansicht, dass das südliche Ostallgäu als Tourismusregion durchaus noch ein Bad vertragen könne, das über die Größe des Alpspitz-Bade-Centers in Nesselwang hinausgehe. „Das muss sich nicht beißen“, meinte er. 

Etwas anders sah das jedoch Nesselwangs Bürgermeister Primin Joas (CSU). Da die Gemeinde langfristig in ihr ABC-Bad investieren wolle, wäre es gut, „wenn nicht ein separates Bad entsteht“, so Joas. Weniger den touristischen als viel mehr den pädagogischen Nutzen hatte Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) im Blick. „Ein Lehrschwimmbecken, egal wo es steht, wäre schon gut“, meinte er. Derzeit lernen die Schwangauer Grundschüler in der Kristalltherme das Schwimmen, was allerdings nicht ideal sei, erklärte er. 

Eine weitere Zusammenarbeit sei auch bei der Digitalisierung der Kommunen möglich, so Eichstetter weiter. So möchten sich Füssen und Schwangau für das Förderprogramm „Smart City“ bewerben. In dem Zug wollen sie die Hochschule Kempten mit einer Studie zum autonomen Fahren zwischen dem Bahnhof Füssen und Hohenschwangau beauftragen.

Dabei könnten auch alle Parkplätze digitalisiert werden, sodass Gäste und Einheimische online künftig zeitgleich mit einem Ticket für die Königsschlösser auch ihren Parkplatz buchen könnten. Im gleichen Zug würden die Gemeinden auch die Anzahl ihrer Parkplätze erfassen und erfahren, wie hoch die Auslastung zu welchem Zeitpunkt ist. „Wer will, kann sich mitdranhängen“, warb Eichstetter. Denn: „Je mehr interkommunal wir arbeiten, desto schlagkräftiger sind wir und desto eher bekommen wir die Förderung.“ 

Digitales Konzept

Die erste Studie der Hochschule Kempten werde rund 20.000 Euro kosten. Die Digitalisierung der Parkplätze werde weitere 230.000 bis 240.000 Euro kosten. Was jedoch tatsächlich umgesetzt werde, hänge von der Höhe der Förderung ab. „Herausstreichen können wir immer noch.“ Schon dran seien Schwangau und Füssen dagegen beim digitalen Verkehrskonzept. Das soll alle Ampeln zwischen der Autobahnausfahrt A7 und Schwangau so vernetzen, dass die grüne Welle am Kaiser-Maximilian-Platz funktioniere, erklärte Eichstetter. Der Verkehr bleibe damit zwar gleich, fließe aber besser ab (der Kreisbote berichtete mehrfach). 

Eine mögliche Zusammenarbeit sah Roßhauptens Bürgermeister Thomas Pihusch (FWG) auch beim 5G-Mobilfunkausbau. Bereits beim Ausbau der A7 habe sich der Zweckverband mit dem Mobilfunk beschäftigt und einen entsprechenden Gutachter beauftragt, der das Thema gut vermitteln konnte, so Pihusch. Da dieses Thema in der Bevölkerung immer wieder hitzig diskutiert werde – gerade bei der Frage, wo Mobilfunkmasten hinkommen sollen –, sei es wichtig, gut gerüstet zu sein, wenn 5G aktuell werde. 

Und das könnte schon bald der Fall sein. So berichtete Rückholz` Bürgermeister Franz Erl, dass O2 in seinem Gemeindegebiet schon auf Standortsuche sei. Gleiches berichtete Eisenbergs Bürgermeister Manfred Kössel (Überpart. Wem.). Hier sei Vodafone am Suchen. „Das ist ein wichtiges und dringendes Thema“, das die beteiligten Kommunen besprechen sollten, schloss Eichstetter den Gedankenaustausch.

kk

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