Macher des "Allgäuer Dorfes" suchen Betreiber und Geldgeber

Der Vorsitzende des Zweckverbands Allgäuer Land, Paul Iacob, (2.v.r.) stellte die Pläne mit Projektentwickler Erwin Trimmel (2.v.l.), Landrat Johann Fleschhut (rechts) und dem Geschäftsführer des Zweckverbands, Andreas Rist, vor. Foto: Schuster

Füssen – Ein Marktplatz, typische Allgäuer Handwerker, zwei Hotels: Wie das „Allgäuer Dorf“ aussehen soll, ist schon weit gediehen. Wer es bezahlen und betreiben soll, steht noch nicht fest. Projektentwickler Erwin Trimmel und der Zweckverbands Allgäuer Land sind aber optimistisch. 

„Das Allgäu repräsentieren vom Bodensee bis hier“, das soll laut Paul Iacob, dem Vorsitzenden des Zweckverbands Allgäuer Land, das „Allgäuer Dorf“ das in den kommenden Jahren in Füssen entstehen soll. Nicht nur das Gelände im Winkel zwischen B310 und B16 in Füssen steht fest, sondern auch das Konzept. Im Schloss zu Hopferau stellten die Verantwortlichen um Projektentwickler Erwin Trimmel ihre Pläne nun vor. Das „Allgäuer Dorf“ soll demnach eine Anlage werden, in der Gäste das Allgäu in Form eines kompakten typischen Dorfes erleben können. Kitsch soll es nicht geben, Handwerk, Kultur und Gastronomie sollen sich authentisch präsentieren.  Sennern, Bäckern, Kunstschnitzern und anderen typischen Allgäuer Berufen soll der Gast über die Schulter schauen können. Die sollen keine Animateure sein, sondern echte Handwerker, die sowohl ihre Ware herstellen und verkaufen, als eben auch ihre Arbeit präsentieren. Unter anderem sind es diese Handwerker, die Trimmel und Co noch suchen. Bewerber können sich unter www.allgaeuerdorf.commelden.  


Anfang des Jahres erste Unterschriften


Einen Bauernhof in der begrenzen Anlage soll es nicht geben, „das wäre Kitsch“, so Trimmel, stattdessen sollen die Bauern aus der Region eingebunden werden. Zwei Hotels sind geplant, eines – so heißt es in der Imagemappe zum Projekt – „mit richtigem Brauhausflair“ und ein Kinder- und Familienhotel. 

Geldgeber stehen laut Trimmel noch keine fest, „Wir haben verschiedene Gespräche geführt mit Investoren aus Deutschland und Mitteleuropa“, gab er an. Dabei sei eben der Anspruch der Authentizität ein Hemmnis. „Wir wollen kein Disneyland, dadurch wird die Überzeugungsarbeit doppelt so hart“. Dafür habe er sich noch nie so leicht getan, einen Standort zu erklären. Die Zahl der Investoren soll sich auf „mehrere bis einzelne beschränken“, so Trimmel. 

Was die Betreiber angehe, so wolle er bis Ende Januar mehre sogenannter „LOIs“ (Letters of Intent) – eine Art Absichtserklärung – unterschrieben vorliegen haben. Bei der Suche nach Handwerkern will Trimmel über die Homepage „mit dem Allgäu kommunizieren“. Die sollen zwar ganz normale  Metzger, Schnapsbrenner, oder Imker sein, müssen sich aber gewissen Verpflichtungen beugen, wenn sie sich im „Allgäuer Dorf“ ansiedeln wollen. So gelten bestimmte Öffnungszeiten und sie müssen Workshops und Shows anbieten.  

Der Rückhalt in der Bevölkerung fehle zwar etwas, das verstehe er aber. „Der Allgäuer sagt, 'wozu brauche ich ein Allgäuer Dorf? Ich wohne doch schon in einem Allgäuer Dorf'“, meinte der Projektentwickler. Aber es handle sich eben um  eine touristische Anlage. Das „Allgäuer Dorf“ „wird neue Gäste ins Land bringen, was anderswo händeringend gesucht wird“, hatte kurz zuvor Landrat Johann Fleschhut erklärt. Er sieht das Vorhaben im Einklang mit etwa der KönigsCard, der Wandertrilogie und anderen Angeboten, die die Region für Gäste attraktiver machen soll. Und ebenso als wirtschaftliche Großinvestition ähnlich etwa dem erst kürzlich eingeweihten Fendt-Traktorenwerk.

Ob auch das Füssener Festspielhaus in Verbindung mit dem Allgäuer Dorf eine Rolle spielen wird, steht noch nicht fest. „Ich kann nicht über etwas reden, über das ich keinen Zugriff habe“, erklärte Trimmel. Im Bebauungsplan, der in knapp einem Jahr fertig sein soll, ist jedoch die Möglichkeit einer Unterführung unter der B16 zu dem Veranstaltungshaus am Forggense vorgesehen. ps

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