Hilfe für Afrika

Inge Herz und Hermine Kraft wollen die Menschen im Senegal unterstützen

+
Über ihren Vortrag zur Situation im Senegal informieren Inge Herz (links) und Hermine Kraft den Bürgermeister Paul Iacob im kleinen Rathaussitzungssaal.

Füssen – Vom Allgäu aus wird Dörfern im Senegal Hilfe zur Selbsthilfe erfolgreich angeboten. Wie das funktioniert, schildert ein Fotovortrag am Freitag, 27. September, 19 Uhr, im Haus Hopfensee.

Thema ist: „Fluchtursachen und Klimaveränderung vermeiden – Entwicklung im ländlichen Raum von Senegal“.  Referentin Inge Herz stellt dabei ihr „Ein-Frau-Projekt“ vor. Der Eintritt ist frei.

Wird der Traum einer großen Reise von Hermine Kraft demnächst wahr? Die aktive Füssener Rentnerin ist fasziniert von Afrika und würde den Senegal gern besuchen. Wie sie im kleinen Rathaussitzungssal auf Nachfrage unserer Zeitung bei einem Pressetermin mit Bürgermeister Paul Iacob (SPD) zum Thema „Fluchtursachen“ sagte, sei sie durch Berichte im Abendschau-Fernsehen auf die lebensbedrohende Armut in den Dörfern in Westafrika aufmerksam geworden.

Gezeigt wurde neben den nichts beschönigenden Bildern auch, wie vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe dank eines von Inge Herz gestarteten Projekts funktionieren könne. „Ich bin im Ruhestand und habe also Zeit, um Verbindungen herzustellen“, betont die Füssenerin. „Ich habe mit Frau Herz telefonisch Kontakt aufgenommen und mit unserem Herrn Bürgermeister“, fährt sie fort. Gemeinsam haben die drei großen Afrika-Fans jetzt eine Veranstaltung angekündigt.

Während von Bürgermeister Iacob bekannt ist, dass er schon einige Afrikareisen gemacht hat und aus privater Tasche Hilfsprojekte unterstützt, ist den beiden Frauen gemeinsam: Sie waren noch nie im Senegal, wohin die Spenden gehen. Das überrascht im Fall von Inge Herz, die das bisher als Ein-Frau-Projekt bekannt gewordene Unterfangen „aus christlicher Nächstenliebe“ alleine stemmt. Warum sie sich von hier aus für senegalesische Dorfbewohner – oft alleinerziehende Frauen und Senioren, die Männer sind ausgewandert – so massiv einsetzt, klärte sich allerdings sehr schnell auf.

Sie hat mit ihrem Mann einen jungen Senegalesen mit Bleiberecht bei sich im Haus aufgenommen. „Er wird Elektriker.“ Gemeinsam versuchen sie, mit dem wenigen Geld, das ihnen zur Verfügung steht, möglichst viel im Senegal zu erreichen. „Ich bin Schwäbin“, betont Inge Herz.

Anstoß geben

„Unser Traum ist, armen Menschen zu helfen, damit sie in ihrem Land leben können und nicht wegen Zukunftsängsten ihr Land verlassen“, betont sie. Ihr gewählter Ansatz, der keinen Krösus als Sponsor braucht, ist es, einen Anstoß zu geben und gleichzeitig die arbeitslosen Dorfbewohner mit ihren Fähigkeiten einzubinden, wenn Brunnen gebaut werden oder Felder bestellt.

Fast unglaublich, dass – wie Inge Herz inzwischen aus Erfahrung und Rückmeldungen weiß – schon ein großer Schein aus Europa reichen kann, um die Lebensumstände ganz wesentlich zu verbessern. Wichtige Bildung „Im Januar 2018 habe ich mit 100 Euro ein Projekt begonnen, das mit Hilfe von weiteren Spendengeldern zahlreichen Menschen im Senegal neuen Lebensmut gibt.“ Das Projekt bekämpfe Hunger, Arbeitslosigkeit und setze auf Bildung. So wurde zum Beispiel eine Schule für 700 Kinder aus drei Dörfern eröffnet. Den Lehrer gab es schon, aber keine Stifte und keine Schulmöbel, die jetzt aus Naturmaterial gebaut wurden.

„Im Dorf wurden viele Bäume gepflanzt“, berichtet Inge Herz weiter. „Die Bäume sind für den Klimaschutz von großer Bedeutung.“ Hermine Kraft und Inge Herz machten auch deutlich, dass mit einer Vereinsgründung endlich auch Spendenquittungen ausgestellt werden könnten. „Bislang ist dies nicht möglich, weil das Projekt Hilfe für Senegal mein privates Projekt ist.“ Auf Nachfrage stellte sich dann heraus: Ein gebrauchtes Handy stellt den regelmäßigen Kontakt in die inzwischen sechs von Inge Herz betreuten Dörfer im Senegal her.

cf

Auch interessant

Meistgelesen

Der Kreisbote Füssen veranstaltet einen exklusiven Kinotag für seine Zusteller
Der Kreisbote Füssen veranstaltet einen exklusiven Kinotag für seine Zusteller
Pfarrer Joachim Spengler wird mit viel Applaus in den Ruhestand verabschiedet
Pfarrer Joachim Spengler wird mit viel Applaus in den Ruhestand verabschiedet
Schwangauer Faschingsverein bereitet sich mit der 46. Generalversammlung auf die Fünfte Jahreszeit vor
Schwangauer Faschingsverein bereitet sich mit der 46. Generalversammlung auf die Fünfte Jahreszeit vor
Syrer überwacht und stalkt Ex-Freundin in Füssen
Syrer überwacht und stalkt Ex-Freundin in Füssen

Kommentare