"Wir wollen gemeinsam auftreten"

Annette Hippeli-Kreutzer und Barbara Reiners möchten als "Omas gegen Rechts" in Füssen aktiv werden

+
Barbara Reiners (l.) und Annette Hippeli-Kreutzer engagieren sich in Füssen als „Omas gegen rechts“.

Füssen – Es hat nicht erst der kürzlichen Anschläge von Halle bedurft, um das Fass nach Meinung von Annette Hippeli-Kreutzer und Barbara Reiners zum Überlaufen zu bringen.

Vor Kurzem organisierten sie ein erstes, informatives Treffen, zu einer möglichen Formierung einer Füssener Gruppe „Omas gegen rechts“. 

Denn die Psychiaterin Hippeli-Kreutzer und die ehemalige Lehrerin Reiners sind seit längerem schon der Meinung: „Es reicht!“ Hippeli-Kreutzer und Reiners, beide 66 Jahre alt, wollen in Zukunft, möglichst mit Unterstützung anderer älterer Frauen, aktiv werden. Nach dem Vorbild der 2017 in Österreich gegründeten Initiative möchten sie deutlich und öffentlich Stellung gegenüber „gefährlichen Problemen und Fragestellungen der heutigen Zeit“ beziehen. 

Damit zitieren die beiden Frauen den sogenannten Grundsatz von Laverne, der auf der Homepage für die mittlerweile deutschlandweite Bewegung der „Omas” zu lesen ist. Bei ihrem ersten Treffen im „Hotel Hirsch“ in Füssen haben sie sich mit einigen weiteren Frauen unter anderem darüber ausgetauscht, wie man der zunehmenden „Verrohung der Sprache“ und den immer lauter werdenden „Rechten” begegnen könne. Themen, die ihnen Sorgen machen würden. Für einen solchen Austausch möchten sie sich „weiter vernetzen“, wie Reiners erklärte. „Wir wollen gemeinsam auftreten.“

Schließlich würde sie sich als Vertreter ihrer Generation in der Verantwortung sehen, dass es nicht wieder zu Zuständen „wie vor 80 Jahren” komme. Die Füssener „Omas“ möchten laut Hippeli-Kreutzer gegen den Abbau der Demokratie aussprechen. Vielmehr solle das Wissen darüber gestärkt werden, was Demokratie ausmacht und es wäre ihr wichtig, dass die Gruppe ihren Standpunkt öffentlich formuliert. Im Sinne des Grundsatzes der Initiative, würden sie für „die Erhaltung der parlamentarischen Demokratie in einem gemeinsamen Europa“ eintreten und sich „für die gleichen Rechte aller in Deutschland lebenden Frauen, Männer und Kinder“ einsetzen, erklärte die Psychiaterin. 

Dabei gehe es um den Respekt und die Achtung gegenüber anderen Mitbürgern, unabhängig von ihrer Religion und ethnischer Zugehörigkeit. Schließlich würden die „Omas“ bedrohlichen Entwicklungen wie Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Faschismus einen Riegel vorschieben und gemeinsam politischen Widerstand leisten wollen. Die beiden Frauen sind überzeugt, dass „Omas gegen rechts“ sich für eine demokratische, rechtsstaatlich organisierte, freie Gesellschaft einsetzen können. Sie möchten die Entwicklungen aufzeigen und öffentlich machen.

lex

Auch interessant

Meistgelesen

Schleierfahnder stellen neun Kilo Kokain auf der A7 bei Nesselwang sicher
Schleierfahnder stellen neun Kilo Kokain auf der A7 bei Nesselwang sicher
Kommunalwahl: CSU Füssen mit 42% Frauenanteil
Kommunalwahl: CSU Füssen mit 42% Frauenanteil
Füssener Bürgermeister-Kandidat Eichstetter: "Ich bin der Mann im Vordergrund"
Füssener Bürgermeister-Kandidat Eichstetter: "Ich bin der Mann im Vordergrund"
Berufsorientierungsmesse am Montag, 18. November 2019 in Füssen
Berufsorientierungsmesse am Montag, 18. November 2019 in Füssen

Kommentare