Werkstatt oder Treff?

Nesselwanger stellen Ideen für die Reaktivierung des Bahnhofs Kiosk vor

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Der leerstehende und marode Kiosk am Nesselwanger Bahnhof ist alles andere als eine schöne Visitenkarte für die Marktgemeinde. Doch er könnte in Zukunft zum Treffpunkt für Nesselwanger werden.

Nesselwang – Was könnte künftig aus dem maroden Bahnhofs Kiosk in Nesselwang werden? Gedanken dazu haben sich Martin Erd und Michael Schmölz gemacht, nachdem sich die Verhandlungen zwischen der Marktgemeinde Nesselwang und der Deutschen Bahn weiter hinziehen.

Die Planungen für das kleine, baufällige Gebäude stellten sie jetzt in der Sitzung des Marktgemeinderats vor. „Wir wollten aufräumen am Bahnhof“, erklärte Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart (CSU) in der Sitzung, „doch die Bahn trat trotz anfänglicher Zustimmung gewaltig auf die Bremse“. Seit zwei Vertreter der Bahn den Nesselwanger Bahnhof besucht hatten und es einen kleinen, hoffnungsvollen Ausblick auf den Abriss des Kiosks und eines weiteren Lagerschuppens gegebenhatten, war nichts passiert. 

Außer, dass sich die Zuständigkeiten aufgrund eines Fehlers in einer Liste geändert hatten, jetzt alles auf Anfang steht (der Kreisbote berichtete mehrfach) und der Markt Nesselwang erneut einen zermürbenden und langwierigen Schriftverkehr durch die Instanzen gehen muss. Ein anderes Konzept für den Bahnhofskiosk haben dagegen Martin Erd und Michael Schmölz. Die Idee dazu war den beiden bei der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr gekommen. 

Dabei hatte der Rathauschef die Planungen für das kleine marode Gebäude vorgestellt. So zeigte das Bauernhofmuseum Illerbeuren Interesse an einer Umsetzung in das Areal des Bauernhofmuseums.

 Visitenkarte des Markts 

Die beiden jungen Nesselwanger nutzten nun ihre Chance und zeigten anhand von zahlreichen Beispielen reaktivierter Bahnhöfe oder dazugehöriger Nebengebäude die Möglichkeiten auf, um das Bahnhofsareal wiederzubeleben. 

„Der Bahnhof ist die Visitenkarte des Marktes Nesselwang bei ankommenden Gästen und sollte ein attraktiver Ankunftsort sein“, meinte Michael Schmölz. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung als Städteplaner kann er auf ein breit aufgestelltes Netzwerk von Fachleuten zurückgreifen, die die Interessengruppe in ihren Planungen unterstützt. Er zeigte in einer Präsentation die vielen Möglichkeiten auf, die es bis vor wenigen Jahren in Nesselwang gegeben hatte und der älteren Generation noch bekannt sein dürften. 

Da waren die Räuberhöhle, das Rebstöckle mit den „Los Promillos” und noch einige mehr. „Es ist eine Möglichkeit zur Steigerung des sozialen und kulturellen Angebots im Ort“, sagte der Landschaftsarchitekt. 

Verhältnisse klären

Die Interessengruppe plant als ersten Zwischenschritt das marode Gebäude zu reparieren. Um sich ein Bild vom aktuellen Zustand zu machen, waren Bürgermeister Erhart, Hauptamtsleiter Helmut Straubinger sowie Erd und Schmölz bei einem Vor-Ort-Termin und hatten das Gebäude besichtigt.

„Er bietet mehr Platz als es von außen den Anschein hat“, lautete Erds Fazit. „Es lässt sich was daraus machen“. Die Reparatur des Gebäudes würde nach einer ersten Schätzung etwa 50.000 Euro kosten. Hierfür gäbe es mehrere Fördermöglichkeiten. 

Mit verschiedenen Veranstaltungen, wie es sie in anderen Kommunen bereits gibt, würden sich auch die Kosten für den Markt Nesselwang senken lassen, ist die Interessengruppe nach ihren ersten Planungen überzeugt. 

So stellten Erd und Schmölz ein grobes Konzept für erste Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und Ausstellungen im und um den Bahnhofskiosk vor. Sie könnten sich zudem eine Kioskwerkstatt oder einen Treffpunkt für alte und junge Nesselwangerinnen und Nesselwanger vorstellen, um das Gebäude zu reaktivieren. Bürgermeister Franz Erhart lobte die Ideen und Planungen, der beiden. „Die Ansätze sind nicht schlecht“.

Ratsmitglied Ludwig Reffler (Freie Wähler) gab allerdings zu bedenken, „dass der Kiosk nicht im Besitz der Gemeinde ist. Nicht dass wir da was machen, die Bahn den Preis dann einfach verdoppelt und sagt ‚Danke, schön gemacht‘. Das muss unbedingt vorher geklärt werden“. 

Dieser Forderung schlossen sich mehrere Ratsmitglieder an, lobten aber auch die Ideen der Gruppe. Regine Breuning (CSU) pochte allerdings auch auf eine nachhaltige Nutzung durch die Gemeinschaft. „Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, sollte aber vom Markt Nesselwang auch mit unterstützt und getragen werden“, sagte Martin Erd zur Nutzungsplanung. 

Das vorgestellte Konzept sehe bereits eine längerfristige Nutzung mit diversen Veranstaltungen bis ins Jahr 2025 vor. Andrea Allgaier (FW) sah in dem vorgestellten Konzept ein gutes Beispiel aktiver Bürgerbeteiligung mit einer durchaus positiven Entwicklung, das der Markt auch unterstützen sollte. 

Als gute Möglichkeit für einen Neuanfang in dem Bereich, hielt es zudem Peter Schlichtling (CSU). Die Abstimmung des Gremiums fiel daher auch einstimmig aus, dass das Konzept der Interessengruppe weiterverfolgt wird und es die Marktgmeiende zudem unterstützt.

hoe

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