Historische Umzüge erinnern an die Besuche Kaiser Maximilians in Füssen

Wenn der Kaiser nach Füssen kommt

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Farbenfroh und viel liebe zum Detail verwandeln die Darsteller Füssen am Wochenende in eine mittelalterliche Stadt.
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Farbenfroh und viel liebe zum Detail verwandeln die Darsteller Füssen am Wochenende in eine mittelalterliche Stadt.
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Farbenfroh und viel liebe zum Detail verwandeln die Darsteller Füssen am Wochenende in eine mittelalterliche Stadt.
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Farbenfroh und viel liebe zum Detail verwandeln die Darsteller Füssen am Wochenende in eine mittelalterliche Stadt.

Füssen – Fröhliche Festtage liegen hinter den Füssenern und ihren Gästen, die sich am geschichtsbewusst nachgestellten mittelalterlichen Treiben in der Altstadt am vergangenen Wochenende erfreuten oder selbst im bunten Programm mitwirkten.

„Füssen in der Renaissance“ übt seine Faszination schon lange nicht mehr allein durch die im Laufe der letzten Jahre stark gewachsenen Umzüge aus. Es sind vielmehr die höfischen Tänze und ritterlichen Spiele, das Lagerleben und der an beiden Tagen in den Freyberg-Garten einladende Markt mit dem von Hand betriebenen Riesenrad, die offensichtlich von Jahr zu Jahr eine stärkere Anziehungskraft haben. 

Nach offiziellen Angaben waren am Wochenende 35 Gruppen beim historischen Umzug mit dabei. Wie das Bavamont-Organisationsteam auf Nachfrage des Kreisbote mitteilte, lag der Zahl der Teilnehmer bei jedem der beiden Umzüge bei rund 350. 

Und wären die mit ihren Kameras „bewaffneten“ Touristengruppen aus Asien nicht gewesen, hätte das Stadtbild am Samstag und Sonntag durchaus an anno 1508 und damit ans Heilige Römische Reich unter Herrscher Maximilian I. denken lassen.

So forderte am Sonntag der Herold, dargestellt von Florian Blume, die Bevölkerung mehrfach wie dereinst im Sommer 1508 zum „Handgeklapper“ und Jubel für den Kaiser und sein buntes Gefolge auf. Bei Sonnenschein am Samstag und unter Regenschirmen am Mittag des Sonntags hatte sich das gemeine Volk an der Lechhalde, in der Fußgängerzone und vor allem am Magnusbrunnen mit großer Neugier versammelt, wo Herold Blume die Gruppen vorstellte. 

Blumes zweite Rolle ist die des Gauklers Flobald. Er sei seit 25 Jahren in der Szene dabei, „seit zehn Jahren kann ich von meinen Auftritten leben“, gab er dem Kreisbote Einblick ins Berufsleben eines Mittelalter-Darstellers. Stimmgewaltig trat Blume, der aus Knittlingen angereist war, bei seinem Debüt in der Lechstadt vor den Zuhörern auf. Die durften wie früher entweder jubeln oder schweigen. 

Dafür gab es als Lohn Geschichten zu hören wie diese: Kaiser Maximilian I., genannt der letzte Ritter, war seit 1486 deutscher König und seit 1508 Kaiser. Auch in Füssen hatte er zeitweise seinen Sitz. Aus dem Studium historischer Quellen geht hervor, dass Kaiser Max insgesamt bis zu 40 Mal in die Stadt am Lech mit Gefolge einritt. 

Garant für Wohlstand

Durch die Kaiserbesuche blühten Handel und Wohlstand in Füssen auf. Fußgruppen der am Samstagnachmittag und Sonntagmittag über die Bühne gehenden Umzüge stellten für die Schaulustigen nach, was der Adel, weltliche und geistliche Fürsten, Ritter, Ratsherren und ihre Damen seinerzeit zu tragen pflegen. Getragen wurden dabei keine Kostüme – das wäre Frevel – sondern ein „Gwand“. Um den Weg durch die Stadt zu finden, saßen Brillen auf der Nase. 

Im Zug war einmal mehr die Füssener Familie Krüger zu entdecken, die immer gern dabei ist, wenn der Kaiser kommt. Hoch zu Ross, saß in bekannt würdevoller Haltung einmal mehr Manfred Wagner. Vor der „Stadt Apotheke“ sahen die Besucher „den Kaiser“ dann später im persönlichen Gespräch mit Besuchern des Festes. 

Das galt auch für sein treues Gefolge. Ohne die „Kaiserlichen“ wäre es kaum möglich, Maximilians Besuche in der Stadt am Lech immer wieder aufs Neue in Erinnerung zu rufen. Füssen Tourismus und Marketing (FTM) hatte zu dem Mittelalterspektakel ein Flyer herausgegeben, der über 40 Programmpunkte allein für den Samstag aufführte und zur Orientierung die unterschiedlichen Schauplätze auswies. 

Höfische Tänze

Für die italienischen Fahnenwerfer gab es vor der Hauptbühne am Magnusplatz viel Beifall. „Füssen Consort“ tanzte am Schrannenplatz und am Brotmarkt und machte Lust, einen solchen höfischen Tanz, den mehrere Paare vorführten, einmal selbst auszuprobieren. Bei Mädchen und Buben hatte der Zauberer die wohl besten Karten.

Ferro aus Kempten war freiwillig als Zauberlehrling zum Üben angetreten und ließ Knoten in Tüchern auf geheimnisvolle Weise verschwinden. Am Sonntag gab es auch „Füssen im Regen“, als Fahnenschwinger am späten Vormittag im Freyberg-Garten für ein leises Spektakel als Gruppe angetreten waren. Am Samstagabend hatten hier auf der Bühne Power-Musiker mit Dudelsack und Schlagwerk das Publikum zu Zugabe-Rufen gebracht.

Chris Friedrich

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