"Frage der Gleichstellung"

Die Ärzte Kristina Hänel und Friedrich Stapf erhalten die Rote ASF-Rose

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Würdigung: Die Ärzte Kristina Hänel und Friedrich Stapf erhielten jüngst die Rote ASF-Rose.

Füssen – So viel Widerstand wie in diesem Jahr hat es wohl noch nie gegeben im Vorfeld der Verleihung der Roten ASF-Rose, die die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen seit 1998 jeweils am 8. März, dem internationalen Frauentag, vornimmt.

Beim Festakt im Haus Hopfensee am Freitagabend waren allerdings keine kritische Töne zu hören, als „Pro Familia Kempten“ den lokalen und die beiden Ärzte Kristina Hänel sowie Friedrich Stapf den überregionalen Hauptpreis erhielten. Letztere bekamen den Hauptpreis „für besondere Verdienste um die Gleichstellung“ überreicht, wie die Moderatorin des Abends, Regina Renner, in Hopfen erklärte. 

Lokale Preisträger: Ilona Deckwerth (v. l.), Regina Renner und Hannelore Semmlin-Leix ehren die Vertreter von „Pro Familia Kempten“, Renate Piekbrock, Thoralf Fricke und Anne Roos.

Hänel und Stapf stehen Frauen in puncto Schwangerschaftsabbrüchen zur Seite und verhelfen ihnen damit „zu ihrem Recht, nach § 218, straffrei einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen“, betonte die Ostallgäuer SPD-Kreisvorsitzende Ilona Deckwerth. Bei der Feier mit rund 70 Besuchern gab es indes gleich zwei Premieren. 

Im Zuge dessen erhielt „Pro Familia“ als erste Organisation nach 2000 zum zweiten Mal diese Auszeichnung seitens der ASF. Währenddessen ist Stapf der erste Mann, dem diese Würdigung zuteil wurde, da man ihm wie Hänel „den Rücken stärken“ wolle bei seinem Einsatz für die Gleichstellung von Frauen und Männern, wie Deckwerth in ihrer Laudatio für die Preisträger betonte. 

Schließlich sei Gleichstellung beziehungsweise Gleichberechtigung ihren Worten nach „die Chance für alle Menschen unabhängig vom Geschlecht oder anderen Kriterien ihr Leben frei, eigenverantwortlich und selbstständig gestalten zu können.“ Deswegen hätten Frauen „genau wie Männer das Recht, über sich und ihr Leben selbst bestimmen zu können.“ Frauen bestimmten daher „selbst, wie ihr Leben verlaufen soll, ob mit oder ohne eigene Kinder“, führte Deckwerth weiter aus. 

In diesem Zusammenhang verwies sie auf den § 218, der Gesetz sei und damit Recht herstelle. Dieser Paragraph legitimiere „das Recht von Frauen, unter bestimmten Voraussetzungen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu können und diesen Schwangerschaftsabbruch mit medizinischem Sachverstand durchführen zu lassen.“ Deckwerth bezeichnete es darum als „eine zentrale Frage der Gleichstellung, dass das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben unter Umständen durch das Beenden einer ungewollten Schwangerschaft geschützt und durchgesetzt wird.“

 Deshalb zeichne man heuer zwei Menschen mit dem Hauptpreis aus, „die sich mutig und allen Widerständen zum Trotz dem Dienst an allen Menschen und damit insbesondere dem Dienst an ungewollt schwangeren Frauen widmen,“ sagte Deckwerth unter dem Applaus der Anwesenden. 

"Immer respektvoll"

Viel Beifall erntete an diesem Abend auch Hannelore Semmlin-Leix für ihre Lobrede auf die Organisation „Pro Familia“ Kempten, die sich „umfassend der Beratung von Frauen und Männern rund um alle Fragen zu Sexualität, Familie und auch ungewollten Schwangerschaften widmet.“ Demnach informiere „Pro Familia“ ungewollt schwanger gewordene Frauen in vertraulichen Gesprächen, über das Für und Wider einer Schwangerschaft. „Sie unterstützen und begleiten Frauen in diesem Entscheidungskonflikt, immer respektvoll, nicht bevormundend“, sagte Semmlin-Leix. Deshalb sei „Pro Familia Kempten“ ein Vorbild und es ihr eine große Freude, der Organisation „anlässlich des internationalen Frauentages das lokale Preisgeld von 500 Euro überreichen zu dürfen.“

lex

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