Zwischen Gaudi und Tradition

Mit rasanter Geschwindigkeit wagten sich die Zweierteams beim Schalenggen-Rennen in Pfronten-Kappel am Faschingssamstag den Hang hinab. Foto: prs

Bei strahlendem Sonnenschein waren am Faschingssamstag wieder tausende Zuschauer nach Pfronten-Kappel zum Kreuzle Hang gekommen, um die zum Teil „wild“ verkleideten Teilnehmer auf ihren Schalenggen ins Tal rasen zu sehen. War es früher ein aufwändiges Unterfangen, im Winter die großen Heuballen oder Holz mit den Hörnerschlitten vom Berg zu holen, wie die sechs „Originaler“ zeigten, so ist das Schalenggenrennen heute eine Riesengaudi für Teilnehmer und Besucher.

Bereits zum 27. Mal hat der „Schalenggar Verein“ diese Veranstaltung organisiert und von den 168 gemeldeten Teilnehmern kamen 143 in die Wertung, 25 schieden aus. In die Wertung kommen heißt bei diesem Rennen, Hauptsache unten ankommen, mit Schalengge oder wenigstens einem Bruchstück derselben die Ziellinie auf Kufen oder zu Fuß passieren. Reinhard Gschwend moderierte sehr unterhaltsam den Wettbewerb, was bei den Besuchern hervorragend ankam. Alle Fäden in der Hand hatte wiederum Hanne Allgayer, die „Mutter“ der Kappelar Schalenggar, die von einem großen Team von Helfern unterstützt wurde. Punkt 12 Uhr startete der erste Schlitten mit der Nummer 1. Mut bewiesen die beiden Bürgermeister Beppo Zeislmeier und Philipp Trenkle, das „Schirmherrenteam“, für das es nicht die erste gemeinsame Fahrt war, ebenso die Pfarrer Bernd Leumann und Andreas Waßmer, „Himmlisches Team“. Es folgten unter anderen „Kappalar Föhla“, „Boi-het Böhen“, „D'Blitzhoanar Weitnau“ oder die „Rostrutscher“. Dabei auch 14 reine Damenteams, wobei hier die „Kappelar Föhla“ eindeutig Favoriten waren und als Sieger der Damenteams die Erwartungen erfüllten. In 1:01,05 siegten Clara Geiger und Marcella Sauer, „Kappelar Föhla“, die Enkelin der Vereinsvorsitzenden. Gewagte Abkürzungen Bei den Herren landeten Michael Müller und Klaus Felder vom „HC Siggen“ auf dem ersten Rang mit einer Zeit von 43,76 Sekunden. Das größte Allgäuer Schlittenrennen bot auch diesmal spannende Wettkämpfe und spektakuläre Szenen, zumal einige der Fahrer immer wieder nach einer Abkürzung ins Tal suchten. Bis zum frühen Nachmittag dauerte das Spektakel nach dessen Ende, alle Teilnehmer ihren Gewinn erhielten, denn nicht nur der schnellste, auch der langsamste Fahrer erhielt einen Pokal. Zum anschließenden gemütlichen Hock trafen sich Zuschauer und Fahrer im Festzelt.

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