Zwischenstopp in Südafrika

nde April startete Heinz Allgaier auf seine Tour rund um die Welt, momentan befindet sich der Globetrotter auf dem Weg von Südafrika nach Südamerika. Foto: privat

Vier Monate ist es her, dass Heinz Allgaier aus Nesselwang zu einer schier wahnwitzigen Radtour aufgebrochen ist: in zwei Jahren will er einmal um die ganze Welt fahren und damit Geld für kranke Kinder sammeln (der KREISBOTE berichtete). Mittlerweile hat er rund 10.000 Kilometer bewältigt und befindet sich in Südafrika. Regelmäßig berichtet er in seinem Internettagebuch von seinen Erlebnissen. Mittlerweile weiß er, dass Türken gar nicht mal so gut Backgammon spielen, es in Dar Es Salaam nicht ein vernünftiges Fahrradgeschäft gibt und wo man im nahen Osten ein gutes Hefeweizen bekommt. Der KREISBOTE fasst diese erste Etappe zusammen.

„Restkilometer: lächerliche 57.890“ schreibt der 47-Jährige in seinem ersten Eintrag am 2. Mai. Da befindet er sich gerade in Österreich. Mit durchschnittlich 22 km/h strampelt er dann durch Slowenien, Ungarn, Kroatien bis hinter die serbische Hauptstadt Belgrad, wo er den ersten Ruhetag einlegt. Zwei Tage später fährt er weiter nach Bulgarien. Zu diesem Zeitpunkt hat Allgaier die politische Situation im Krisenherd Syrien, das auf seiner Route liegt, bereits fest im Blick, rund drei Wochen nach dem Start passiert er die Grenze zur Türkei. Wenig später wird ihm klar: „Ich bin zwar immer noch zwei bis drei Wochen von der syrischen Grenze entfernt, muss aber langsam eine Entscheidung fällen: entweder ­ durchradeln oder schnellstmöglich einen Flug von Antalya nach Amman (Jordanien) buchen“. Bis dahin erfreut er sich an der Gastfreundschaft der Türken, die „richtig gute Laune“ verbreiten und vermeldet am 7. Juni: „Der Kilometerstand nach fünf Wochen: 3.610, also voll im Limit“. Die gute Laune ist Allgaier in seinen Einträgen anzumerken. So legt er auch mal Nachmittage am Strand ein, freut sich über die Herausforderung eines Norwegers zu einer Partie Squash und nimmt sich vor: „Heute Mittag werde ich den türkischen Nationalstolz brechen, indem ich die Jungs im Backgammon schlage!“. Nachdem ihm das geglückt ist, steht jedoch fest: die Lage in Syrien ist zu gefährlich. Stattdessen setzt Allgaier seine Reise in Jordanien fort, wo er zu unverhoffter Stärkung kommt: „Hier in Sharm El Sheikh gibt es Hefeweizen (…), in Ägypten gebraut und echt nicht schlecht“. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo angekommen, will er dem Betondschungel am liebsten gleich wieder entfliehen. Doch um sein Rad zu warten, muss er den Aufenthalt dort in Kauf nehmen. Am 2. Juli dann eine Schrecksekunde: Allgaier kollidiert mit einem Mopedfahrer, kommt aber mit Prellungen davon und kann weiterfahren. Nun häufen sich die Probleme: die bis zu zehn Liter Flüssigkeit, die er in der Hitze Afrikas täglich benötigt, sind unterwegs kaum zu beschaffen, die Fähre in den Sudan ist ausgebucht. Auch dieses Land muss Allgaier auslassen, Äthiopien steht als nächstes auf dem Plan. „Zeit, Geld und Nerven“ kosten ihn die Planänderungen, wie er schreibt. Aber immerhin: in Addis Abeba kehrt er zu seiner großen Freude in einem bayerischen Brauhaus ein, dessen Braumeister bei Weihenstephan in Deutschland studiert hat. Unruhen und Magenprobleme zwingen ihn auf dem Weg nach Kenia zu Umwegen per Bus und zu Ruhepausen. Einen Speichenbruch kann er mit Glück reparieren. Anfang August, ein Vierteljahr nach seinem Start, kommt er in Tansania an, wo freundliche Massai-Krieger sein Hotel bewachen. Materialverschleiß macht sich jetzt bemerkbar. Immer wieder reißt die Kette, mehrere Teile seines Rades scheinen den Geist bald aufzugeben. Da gibt es nur eines: Malawi, Sambia und Botswana werden von der Route gestrichen, per Flugzeug geht es nach Johannesburg in Südafrika. Denn kein Fahrradladen in Tansanias Hauptstadt Dar Es Salaam hat die nötigen Ersatzteile. Vorher jedoch darf er einen Pressetermin absolvieren mit sieben Medienvertretern und einstündigem Fotoshooting - „der Kracher“, resümiert Allgaier. In Südafrika steigt seine Laune wieder: Er trifft einen alten Arbeitskollegen, neue Sponsoren und freut sich am vergangenen Samstag: „Ich bin im Paradies!“ Bald geht es ab nach Südamerika zu nächsten Etappe der Weltumradlung. Heinz Allgaiers Reisetagebuch findet sich im Internet unter der Adresse www.worldbiketrip.de.

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